Vorsichtig trotz des klaren Polsters
FC Ehekirchen fährt mit Vier-Tore-Vorsprung nach Rosenheim

02.06.2023 | Stand 15.09.2023, 22:03 Uhr |

Möchte keinerlei Schlendrian in seinem Team aufkommen lassen: FCE-Spielertrainer Simon Schröttle. Foto: D. Worsch

Noch immer schwärmen Ehekirchener Fans, Spieler, aber auch Interessierte von außerhalb vom vergangenen Mittwochabend. Das 5:1-Spektakel gegen den TSV 1860 Rosenheim war ein Fußballfest, wie man es im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen nicht alle Tage mitbekommt.

„Bei zwei vermeintlich gleichstarken Mannschaften war davon nicht unbedingt auszugehen“, ist auch Simon Schröttle noch ganz verzaubert vom Auftritt seines Teams und der guten Stimmung unter den rund 1100 Zuschauern. Doch sein Blick, der seines Trainerkollegen Michael Panknin und der der Mannschaft geht auch längst wieder nach vorne. Blöd wäre es nämlich, wenn die Schwarzweißen ihren Vorsprung an diesem Samstagnachmittag (Anstoß um 16 Uhr) doch noch verspielen würden.
Damit das nicht passiert, ist das oberste Ehekirchener Gebot, „den Laden hinten dicht zu halten“, sagt Schröttle. Denn klar: Eine Rosenheimer Aufholjagd könne nur in Gang kommen, wenn der Noch-Bayernligist möglicherweise mit einem frühen Tor in Führung geht –sich also von Beginn an in einen richtigen Flow spielt. „Das gilt es zu verhindern“, so Schröttle, was aber nicht auf eine reine Ehekirchener Abwehrschlacht hindeuten soll. Natürlich werde man versuchen, das Match selbst aktiv zu entscheiden. So oder so steht für Schröttle unumstößlich fest: „Wir dürfen es bloß nicht zu einem engen Spiel werden lassen.“
Gelingt das, wären 50 Prozent des Ehekirchener Aufstiegstraums schon erfüllt – was übrigens vielleicht die größte Gefahr vor dem Rückspiel sein könnte. „Es wird genau darauf ankommen, dass wir nicht denken, wir hätten dieses Ziel bereits erreicht“, sagt Schröttle: „Es kann schließlich viel passieren im Fußball.“ Sein Eindruck aus der Trainingseinheit am Donnerstag: Die Mannschaft habe das verstanden. Und was nicht weniger wichtig ist: Die Mannschaft habe das Match vom Mittwoch körperlich gut verkraftet. „Wir können in dieser Hinsicht aus dem Vollen schöpfen“, teilt Schröttle zufrieden mit.
Rein von den Aussichten dürfte die Motivation jedenfalls größer sein als der mögliche Schlendrian. Bei einem Weiterkommen winken zwei tatsächliche Endspiele um den Aufstieg. Würde sich mit Türkspor Augsburg im anderen Relegationsduell der Bayernligist durchsetzen – wonach es nach dessen 2:0-Hinspielerfolg beim SB Chiemgau Traunstein aussieht – hätte der FC Ehekirchen in der ersten Partie der zweiten Runde (Mittwoch, 7. Juni), erneut Heimrecht.

SZ