Fussball, B-Klasse Neuburg

„Einen guten Fang gemacht“

David Raffalt scheint das Zeug zu haben, bei der DJK Sandizell für eine Art Aufbruchstimmung zu sorgen

10.06.2022 | Stand 10.06.2022, 18:37 Uhr

Der neue Cheftrainer bei der DJK Sandizell: David Raffalt tritt mit sofortiger Wirkung die Nachfolge von Servet Aydogan an. Foto: privat

Von Roland Kaufmann

Sandizell – Die DJK Sandizell freut sich über die Verpflichtung eines neuen Spielertrainers. David Raffalt heißt er und war zuletzt noch für den SV Haunwöhr in der A-Klasse Donau/Isar III tätig gewesen. Der 39-Jährige tritt mit sofortiger Wirkung die Nachfolge von Servet Aydogan an, der die Gelbschwarzen nun auf eigenem Wunsch verlassen hat.

Raffalt hat während seiner Laufbahn als Fußballer schon viel erlebt. Für die FT Ringsee etwa hatte einst sogar in der Bezirksliga Oberbayern Nord gekickt – ehe seine weiteren Stationen SV Karlshuld, SV Hundszell sowie eben SV Haunwöhr hießen. Bei Letzterwähntem hatte der Rechtsfuß zuletzt auch zweieinhalb Jahre lang den Posten des Co-Spielertrainers inne – und als Coach in der Audi Schanzer Fußballschule sammelte er ebenfalls schon wichtige Erfahrungen, wie man Fußballer gut weiterentwickeln kann.

Seit rund eineinhalb Jahren in Oberlauterbach zu Hause

Kurzum: Die DJK hat einen Teamverantwortlichen gefunden, der für eine Art Aufbruchstimmung sorgen könnte. Der also weit mehr ist als „nur“ ein Ersatz für Aydogan. Klubchef Markus Hergeth drückt es folgendermaßen aus: „Es scheint so, als ob wir mit dem ,Dave‘ einen guten Fang gemacht haben.“ Wobei der 39-Jährige kein komplett Unbekannter in Sandizell ist. Er ist schließlich schon seit einigen Jahren mit Mona Wildmann liiert, die bei den Gelbschwarzen bereits seit vielen Jahren als Damenfußballerin tätig ist.

„Eigentlich wollte ich nach der Saison 2021/22 mit dem Kicken aufhören“, berichtet Raffalt. Und das, obwohl er sich durchaus noch fit fühlt. Zugegeben: Die Folgen eines komplizierten Wadenbein-Trümmerbruchs 2008 mit danach gleich zehn Operationen und einer für ihn schier endlos erscheinenden Leidenszeit machen dem Mittelfeldregisseur weiterhin zu schaffen („Über komplette 90 Minuten wird man mich nicht mehr auf dem Rasen sehen“) – aber ganz grundsätzlich sprüht der 39-Jährige noch vor Tatendrang. Beziehungsweise er brennt regelrecht für seine neue Aufgabe, hat konkrete Pläne und Visionen. Wer also glaubt, dass seine Zusage bei der DJK jetzt nur ein Akt der Gefälligkeit war, weil seine Mona dort spielt, der täuscht sich gewaltig.

Dass Raffalt zusammen mit seiner Lebensgefährtin seit rund eineinhalb Jahren in Oberlauterbach wohnt, also lediglich knapp 14 Kilometer von Sandizell entfernt – dies war zudem ein gutes Argument für die DJK-Fußballbosse Roland Fuchs und Satilmis Selcuk, ihn zu einer Zusage bei den Gelbschwarzen zu bewegen. Nicht einmal die Tatsache, dass die Sandizeller zurzeit nur in der B-Klasse beheimatet sind – also in der untersten Etage, die es im Fußballkreis Augsburg gibt – kann den 39-Jährigen abschrecken. Sogar ganz im Gegenteil: „Ich habe die Mannschaft schon ein paar Male spielen gesehen. Und hierbei war deutlich erkennbar, dass in ihr viel Potenzial steckt“, so sein optimistisches Urteil.

Er sei nun dafür da, den Feinschliff vorzunehmen. „Beziehungsweise zunächst einmal Strukturen zu schaffen, die bislang nicht richtig vorhanden waren“, sagt Raffalt. So habe er bereits jetzt, obwohl eigentlich Sommerpause ist, einen Spielerrat gegründet. Sein Credo: „Fußball muss vor allem Spaß machen. Und das ist nur möglich, wenn die Kommunikation zwischen der Mannschaft und dem Trainer funktioniert.“

Ein Hauptaugenmerk möchte er zudem auf die Disziplin legen: „Ich fordere hundertprozentigen Respekt gegenüber den eigenen Teamkollegen – aber auch gegenüber den Gegnern, den Schiedsrichtern und den Zuschauern. Die Außendarstellung des Teams beziehungsweise des Vereins ist mir außerordentlich wichtig. Sollte es hier irgendwelche Defizite geben, werde ich sofort konsequent durchgreifen.“

In der Trainingsarbeit an sich gebe es dann nichts, auf das er sich besonders konzentrieren möchte. „Egal, ob in Sachen Laufschule, Ballschule, Stabilisation, Koordination, Torschuss, Spielformen oder Taktik an sich: Ich glaube, dass wir in alle Richtungen hart arbeiten müssen“, so Raffalt: „Und bis die Mannschaft alles geschluckt hat, wie ich mir das wünsche, das ist zweifellos ein Prozess, der ein bisschen dauern wird. Aber ich werde ihr die Zeit geben, die sie braucht.“

„Es ist mein fester Plan, längerfristig hier zu arbeiten“

Folgerichtig möchte der 39-Jährige nicht über konkrete Platzierungen reden, die von seiner DJK in der neuen B-Klassen-Saison eventuell erreichbar seien: „Zunächst einmal muss, wie bereits angedeutet, die Freude am Fußball im Vordergrund stehen.“ Und wenn das Team von Beginn an hundertprozentig mitziehen sollte? „Dann wäre definitiv alles möglich“, so Raffalt augenzwinkernd, ohne das Ganze weiter ausführen zu wollen.

Aber selbst, wenn es 2022/23 noch gewisse Anlaufschwierigkeiten für ihn in Sandizell geben gäbe: Der 39-Jährige wolle sich davon noch abschrecken lassen. „Ich habe den festen Plan, längerfristig bei der DJK zu arbeiten. Ich möchte hier etwas Vernünftiges aufbauen. Und, wie bereits erwähnt: Das kostet eben Zeit.“

Derweilen ist es Klubchef Hergeth noch ein Bedürfnis, etwas über den bisherigen Coach zu sagen: „Servet Aydogan hat uns vor einem Jahr aus einer sehr prekären Lage gerettet, dafür werden wir ihm immer dankbar sein. Jetzt sind wir im Guten auseinandergegangen, wir wünschen ihm für seinen weiteren Weg alles Gute.“

SZ