Historischer Coup
Der Sieg beim Donaumoos-Wanderpokal soll dem SV Wagenhofen Schwung für die kommende Saison bringen

17.07.2023 | Stand 14.09.2023, 21:06 Uhr

Der Jubel beim Sieger SV Wagenhofen-Ballersdorf kannte kaum Grenzen. Fotos: M. Schalk

Montagfrüh gegen 3 Uhr sollen Augenzeugen zufolge die letzten Feierbiester das Wagenhofener Sportheim verlassen haben. Das berichtet Spielertrainer Sebastian Rutkowski am Tag nach dem historischen Coup beim Donaumoos-Wanderpokal. In der Arbeit frei genommen hatten sich wohl die wenigsten seiner Spieler. Wer hätte schließlich auch damit rechnen können, dass sich der SVW in der 72-jährigen Geschichte des Wettbewerbs heuer erstmals in die Siegerliste einträgt. Umso ausgiebiger wurde gefeiert.

Bislang drei Finalteilnahmen, die letzte vor 42 Jahren

Rutkowski selbst klingt dabei aber noch verhältnismäßig abgeklärt und sachlich. „Ich komme ja aus Ehekirchen, hatte bisher nicht so den persönlichen Bezug zu dem Turnier“, sagt er. Doch was es für den Verein und die „einheimischen“ Spieler bedeute, auch endlich mal diesen Pokal in die Luft zu recken, das habe man ja sehen können. Rutkowski ist das als Trainer nun gleich in seinen ersten Monaten beim neuen Verein gelungen. Und natürlich sei das eine „Riesensache“ für den Klub und für seine Mannschaft. Erst recht nach den vergangenen, relativ schwierigen Jahren.

Als „Wohlfühl-Klub“ hatte der SVW, vorsichtig ausgedrückt, in der jüngeren Vergangenheit ja nicht unbedingt gegolten. In der vergangenen Saison ging es dann auch noch sportlich bergab, ohne einen einzigen Punkt aus der Kreisklasse in die A-Klasse. „Wenn man da in unsere jüngere Geschichte zurückblickt, ist es natürlich umso unglaublicher, was uns gelungen ist“, sagt auch Fußballabteilungsleiter Julian Schweizer. Ein Blick in die weitere Historie zeigt außerdem: Gewonnen hat der SVW den Wanderpokal noch nie. Bislang gab es drei Finalteilnahmen, die letzte davon vor 42 Jahren. 1981 verlor der SVW mit 1:3 gegen den SV Klingsmoos – übrigens ebenfalls in Karlshuld.

In der Liga kann es eigentlich nur besser werden

Dort machte er es jetzt besser, schlug den Gastgeber, der nach seiner „Seuchensaison“ übrigens ebenfalls ein tolles Turnier spielte, mit 2:1. Dass dabei mit Routinier Sebastian Müller (41) der dienstälteste Wagenhofener den Siegtreffer erzielte, „macht diese Geschichte besonders rund“, betont auch Schweizer. „Natürlich möchten wir diesen Schwung zum Saisonstart jetzt gerne mit in die Liga nehmen“, sagt Rutkowski. Er habe den Wanderpokal auch dazu genutzt, um ein paar Eindrücke von seiner Mannschaft zu bekommen. Und diese Eindrücke machen durchaus Lust auf die neue, natürlich insgesamt viel wichtigere Saison in der A-Klasse. Auch Julian Schweizer hofft darauf, dass das Team jetzt mit noch mehr Motivation durch die weitere Vorbereitung geht. Wobei der Abteilungsleiter nach null Punkten in der Vorsaison auch mit einem Schmunzeln sagt: „In der Liga kann es ja eigentlich nur besser werden.“ Dass er seine möglichen Erfolge entsprechend feiern könnte, hat der SV Wagenhofen jedenfalls schon mal bewiesen.

DK