Cheftrainer des FC Deisenhofen trifft auf Ex-Klub
Andreas Pummer: „Wenn Pipinsried nicht so weit weg von meinem Wohnort wäre, wäre ich vielleicht immer noch beim FCP“

09.11.2023 | Stand 09.11.2023, 16:03 Uhr

Arbeitete vom November 2021 bis zum Juni 2022 als Cheftrainer des FC Pipinsried in der Regionalliga Bayern: Andreas Pummer (r.) – hier zusammen mit seinen damaligen Assistenten Emanuel Jozic (2. v. r.) und Nikola Jelisic (l.). Foto: M. Schalk

Das Heimspiel seines FC Deisenhofen gegen den FC Pipinsried an diesem Samstagnachmittag (Anstoß um 14 Uhr): Für Cheftrainer Andreas Pummer ist es weit mehr als nur der Kampf um drei Punkte in der Fußball-Bayernliga Süd. Es ist das Duell gegen einen seiner Lieblingsvereine. Einen, den er unumwunden schätzt – und das nicht erst seiner Zeit dort als Coach.

Zwischen dem November 2021 und dem Juni 2022 hatte er für die Gelb-Blauen im Hinterland gearbeitet, hatte sie damals souverän zum Klassenerhalt in der Regionalliga Bayern geführt – um dann eben in Deisenhofen anzuheuern. „Wenn Pipinsried nicht so weit weg von meinem Wohnort wäre, wäre ich vielleicht immer noch Cheftrainer beim FCP“, sagt der 41-Jährige. „Die familiäre Atmosphäre, die dort herrscht, die taugt mir einfach. Das geht bei den Servicekräften in der Sportheimgaststätte an, geht weiter über die Ordner – bis hin zum mittlerweile zum Präsidenten aufgestiegenen Benny Rauch und seiner Frau Andrea. Wie es dort mit ehrenamtlicher Arbeit immer wieder geschafft wird, tolle Spieltage zu organisieren, das ist aus meiner Sicht schlichtweg imponierend.“

Wobei er an seine bislang letzte Dienstreise ins Dachauer Hinterland nur ungern zurückdenkt. Zumindest in sportlicher Hinsicht – denn damals, am 29. Juli, hatte es für seinen FC Deisenhofen eine klare 0:3-Auswärtspleite in Pipinsried gesetzt. Natürlich hat’s Pummer gewurmt. Und selbstverständlich hofft er jetzt auf Revanche. „Wir rechnen uns am Samstag durchaus etwas aus“, verrät der 41-Jährige.

Dass er mit einem Sieg sogar am FCP im Klassement vorbeiziehen könnte – er nimmt’s zwar zur Kenntnis, aber nicht mehr. „Unser Anspruch in Deisenhofen ist nicht, mit aller Gewalt irgendwie ganz vorne im Tableau zu stehen“, verrät Pummer: „Für ist es wichtiger, unsere jungen Akteure kontinuierlich weiterzuentwickeln und hierbei möglichst guten Fußball zu bieten. Ob wir damit auf Tabellenrang sechs oder elf stehen, ist letztlich wurscht.“

Momentan ist’s der achte Tabellenrang, einen Punkt hinter den siebtplatzierten Pipinsrieder Fußballern. Mit anderen Worten: Man begegnet sich auf Augenhöhe. Und auch außerhalb des Sportlichen sieht der 41-Jährige viele Parallelen zwischen beiden Vereinen: „Auch Deisenhofen ist ein Superpflaster, an dem Kameradschaft und Zusammenhalt großgeschrieben werden. Es ist für mich als Trainer einfach nur geil, mit so vielen Einheimischen zusammenarbeiten zu dürfen.“

Mit Einheimischen, die laut ihm „keinen Euro“ bekommen – ebenso wenig wie alle Legionäre. „Wegen des Geldes kann ich sie also nicht packen“, erzählt Pummer lächelnd: „Das geht nur über die mentale Schiene.“ Und das habe eben für ihn, einen immens großen Reiz.

Einen, der ihn auch die nächsten Jahre beim FC Deisenhofen bleiben lässt – zudem er von dessen Sportgelände mit dem Fahrrad handgestoppt nur acht Minuten entfernt wohnt, nämlich in Taufkirchen? „Vorstellen kann ich mir Vieles, aber abschließend beantworten möchte ich diese Frage jetzt noch nicht“, so Pummer. Ende November wird er schließlich die A-Lizenz als Trainer erhalten – und damit noch mehr in den Fokus von höherklassigen Vereinen rücken. „Andererseits bin ich kein Wandervogel“, betont der Fußballliebhaber mit Leib und Seele: „Wenn ich ein anderes Angebot annehmen sollte, dann muss es mich wirklich hundertprozentig überzeugen.“

Zunächst jedoch wartet die Aufgabe gegen den FC Pipinsried. Wobei es Pummer riesig freuen würde, wenn auch Konrad Höß mit den Gelb-Blauen nach Deisenhofen kommen sollte. „Er hat sein Leben in diesen Klub hineingesteckt“, so der 41-Jährige voller Hochachtung über den Ehrenpräsidenten: „Der FCP ohne Höß ist wie der FC Bayern ohne Hoeneß.“

SZ