SC Zell

Überraschender Coup

Nachwuchs-Stockschützen des SC Zell bei bayerischer Meisterschaft Zweiter – DM im September

20.06.2022 | Stand 20.06.2022, 17:37 Uhr

Jubel bei den Zeller Nachwuchs-Stockschützen: Trainer Alexander Paulus (stehend von links), Jonas Fehlner, Johannes Paulus sowie Laura Schober (kniend von links) und Bastian Öttl freuten sich über den nicht unbedingt einkalkulierten Erfolg bei den bayerischen Titelkämpfen. Fotos: Paulus

Cham – Dem Nachwuchs der Zeller Stockschützen ist ein überraschender Coup gelungene. Bei der bayerischen Meisterschaft in Untertraubenbach bei Cham schaffte das U14-Team kürzlich den Sprung aufs Treppchen. Mit dem zweiten Platz bei den bayerischen Titelkämpfen darf die Mannschaft des SC Zell nun auch bei der deutschen Meisterschaft in Kühbach im September ihr Können unter Beweis stellen.

Die Teilnahme an diesem wichtigen Wettbewerb war durch den Sieg bei der Bezirksmeisterschaft im April möglich. Das U14-Team des SC Zell agiert erst seit etwa einem halben Jahr auf Turnieren. Die anderen Mannschaften bringen also deutlich mehr Erfahrung mit. Aber auch die Zeller haben sich in dieser kurzen Zeit einen Namen gemacht und sind spätestens jetzt bei den Gegnern geachtet und respektiert.

Gespielt wurde in zwei Gruppen mit je acht Mannschaften aus ganz Bayern. Der SC Zell um Jonas Fehlner, Johannes Paulus, Bastian Öttl und Laura Schober hatte es mit hochkarätigen Gegnern zu tun, die in der Stockschützenszene sehr bekannt sind. Das erste Spiel gegen den SC Höslwang verlor das Team, behielt aber die Nerven und konnte die folgenden fünf Gruppenspiele gegen den ESF Waltersdorf, SV-DJK Wittibreut, SV Kay, TSV Kühbach und EC Pilsting souverän gewinnen. Vor dem letzten Gruppenspiel lag der SC Zell bereits auf Rang zwei in der Gruppentabelle. Beim Spiel gegen den ESC Rattenbach, dem amtierenden Deutschen Meister, hielt das Team zwar gut mit, verlor aber am Ende trotzdem. Dennoch hielt die junge Mannschaft den zweiten Platz und zog überraschend ins Halbfinale ein. Hier traten im Überkreuz-Modus jeweils die Gruppenersten- und zweiten gegeneinander an.

Konzentriert starteten die Oberpfälzer gegen den EC Lampoding. Nach drei Kehren stand es 15:0 für Zell. Dann holten die Konkurrenten aber auf. Nach sechs Kehren stand ein Unentschieden (15:15) auf dem Papier. In diesem Fall entscheidet das Ringmassen, das mit einem Elfmeterschießen beim Fußball zu vergleichen ist. Hier muss der Stock so nahe wie möglich an die Daube gelangen. Die konzentrischen Ringe um diese markieren die entsprechende Punktzahl. Im besten Fall können pro Schuss zehn Punkte erzielt werden. Die weiteren Ringe stehen für acht, sechs, vier oder zwei Zähler. Wenn die Ringe gar nicht erreicht werden, gibt es keine Punkte. Der SC Zell zeigte Nervenstärke und gewann das Ringmassen mit 14:10 deutlich. Der mit elf Jahren jüngste Spieler im Team, Jonas Fehlner, bestätigte mit einem Achter, dass er als Masser den richtigen Platz in der Mannschaft innehat. „Vor meinem Schuss beim Ringmassen war ich eigentlich gar nicht besonders aufgeregt, aber danach hab ich erstmal voll gezittert“, sagte der Elfjährige im Nachhinein.

So ging es vollkommen unerwartet ins Endspiel. Erneut trafen die Zeller auf den ESC Rattenbach, der das zweite Halbfinale für sich entscheiden konnte. Auch im zweiten Duell kam das Team an dem wohlverdienten Bayerischen Meister, der auch zwei Nationalspieler stellt, nicht vorbei. Mit einer außergewöhnlich hohen Stocknote spielen die Rattenbacher einfach in einer anderen Liga.

Vor der Anreise erhoffte man sich im Lager des SC Zell einen Platz unter den besten zehn oder im vorderen Mittelfeld. Am Ende waren Mannschaft, Trainer Alexander Paulus, Betreuer Christian Fehlner und die mitgereisten Fans überglücklich und sehr stolz über den Titel des Bayerischen Vizemeisters, der gleichzeitig zur Teilnahme an der deutschen Meisterschaft im September in Kühbach berechtigt.

pch