Skifahren

Après-Ski statt Pistengaudi

Milde Temperaturen und Schneemangel bremsen Skiklubs aus der Region aus

20.01.2023 | Stand 20.01.2023, 17:35 Uhr

Grün statt weiß: Viele Skigebiete, wie hier das Zillertal, haben in diesem Jahr mit Schneemangel zu kämpfen. Selbst Schneekanonen helfen da nicht mehr. Foto: Imago Images

Von Daniela Blaimer

Riedenburg – Grüne Pisten und stillgelegte Lifte: Frühlingshafte Temperaturen sorgen für Schneemangel in vielen Skigebieten. Sogar Wintersport-Wettbewerbe mussten bereits aufgrund der schlechten Bedingungen abgesagt werden. Einige Sportarten kommen dagegen mit klimaschädlichen Kunstschnee aus. Nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie, sondern nun auch wegen des Klimas müssen Skiklubs aus der Region teilweise ihre Fahrten in die Berge verschieben oder Ski- sowie Snowboardkurse absagen.

So ging es heuer auch der Skiabteilung des FC Sandersdorf, deren Ziel es ist, mindestens einmal im Jahr eine Fahrt für alle Wintersportbegeisterten aus dem Schambachtal anzubieten. „Und diese soll immer etwas Besonderes sein“, sagt Abteilungsleiter Florian Halbritter. Als aktiver Fußballer des FCS hatte er vor circa 15 Jahren gemeinsam mit Freunden und der Gruppe Schnee Sonne FCS die Sandersdorfer Skiabteilung wiederbelebt. Nach einer dreijährigen Corona-Pause stand am 7. Januar dieses Jahres dann die zehnjährige Jubiläumsfahrt an. „Da wir viele Rodler und Spaziergänger in unseren Reihen haben, suchen wir meist einen Zielort aus, der für alle geeignet ist“, sagt Halbritter und ergänzt: „Nun steuern wir bei den Tagesfahrten meist das Zillertal an.“ Da dort aber Anfang Januar viele Rodelbahnen geschlossen waren, mussten die Schambachtaler kurzfristig ins 1500 Meter hochgelegene Hochfügen ausweichen.

Neben der Pandemie und den Wetterbedingungen spricht Halbritter aber noch ein weiteres Problem an. „Es gibt im Alpenraum kaum noch Unterkünfte, die eine Busgruppe für eine Übernachtung preiswert aufnehmen wollen“, erklärt der Abteilungsleiter, der betont, dass er an den Skifahrten aber nichts verdienen will. „Wir wollen die Fahrten für alle Altersgruppen und Interessierten möglichst preiswert anbieten.“ Auch das Après-Ski dürfe dabei auf keinen Fall zu kurz kommen. Langfristig will die Skiabteilung des FCS – sofern Nachfrage besteht – auch Skikurse anbieten.

Egal ob Anfänger oder bereits fortgeschritten, bei den Kursen der Skiabteilung des TSV Dietfurt ist für jede Alters- und Leistungsklasse etwas dabei. Auch an diesem Wochenende hätte es eigentlich für circa 50 Skischülerinnen und -schüler auf die Pisten in Lenggries/Wegscheid gehen sollen. „Aufgrund Schneemangels mussten wir die Kurse allerdings in den März verschieben“, sagt Abteilungsleiter Franz Pfeiffer. Aus organisatorischen Gründen und nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie finden die Kurse mit Selbstanreise statt, was aber laut Pfeiffer kein Problem darstellt und gut angenommen wird. „Früher haben wir in den Bussen auch Tagesskifahrer mitgenommen, das geht jetzt leider nicht mehr“, sagt Pfeiffer. Um sich auf die Berge vorzubereiten, bieten die Dietfurter in der Siebentäler-Halle während der Wintersaison Skigymnastik an.

Auch beim Skiclub Riedenburg gibt es ein Ganzkörpertraining in der Turnhalle der Grund- und Mittelschule. Neben Fahrten in verschiedene Skigebiete in Deutschland und Österreich organisiert der Klub außerdem Fahrradtouren im Sommer oder beteiligt sich an der Aktion „Saubere Landschaft“, bei der aus der Umwelt Müll gesammelt wird. Außerdem spuren die Riedenburger im Winter die Langlaufloipe in Jachenhausen. Aufgrund geringer Nachfrage musste „von sieben geplanten Fahrten ein Tagesausflug nach Scheffau Anfang Januar abgesagt werden“, teilt SC-Vorsitzender Peter Rieß mit.

Ein Highlight stellt für den SC Riedenburg die an diesem Samstag in Kaltenbach stattfindende Premiere der Vereinsmeisterschaft dar, wo Vereine, Firmen beziehungsweise Stammtische an den Start gehen.

DK