Kreisklasse 1 Donau/Isar
Überraschungsteam der Liga – Altmannsteins Coach Bacherl über Disziplin als Erfolgsrezept und verschobene Saisonziele

27.01.2024 | Stand 27.01.2024, 5:00 Uhr

Mit elf Saisontoren ist Routinier Christian Hallermeier (rechts) einmal mehr ein Erfolgsgarant bei den Schambachtalern. Fotos: Traub

Der TSV Altmannstein ist in dieser Spielzeit das Überraschungsteam der Kreisklasse 1 Donau/Isar. Weder die Verantwortlichen vor Ort noch die Konkurrenz hätten die Schützlinge um Trainer Roland Bacherl bei der Saisonprognose auf Tabellenplatz zwei überwintern lassen. Doch jetzt, wo die Schambachtaler schon einmal an der Tabellenspitze mitmischen, wollen sie diese Platzierung auch mit aller Macht verteidigen.

Als der TSV Altmannstein das letzte Mal nach 15 Spieltagen die 30-Punkte-Marke geknackt hatte, folgte am Ende der Saison 2011/12 der Aufstieg ins Kreis-Oberhaus. Darauf angesprochen kann sich Bacherl, der die Altmannsteiner seit Sommer 2023 trainiert, ein kurzes Lachen nicht verkneifen: „Am Anfang war unser Ziel eigentlich der Nicht-Abstieg, aber das haben wir ja schon erreicht. Jetzt ist mein persönliches Ziel, dass wir den zweiten Platz so lange wie möglich verteidigen. Wenn es mal der Dritte ist, ist es auch kein Problem. Aber ich will den Anschluss nach vorne nie verlieren.“ Vor der Saison sei seine Elf noch weit von der Kreisliga entfernt gewesen, „aber anfreunden könnten wir uns natürlich schon mit der Relegation“.

TSV Altmannstein sammelt fleißig Punkte

Dabei ist der bisherige Höhenflug des letztjährigen Tabellenzehnten unweigerlich mit dem Namen Bacherl verbunden. Schon jetzt hat der TSV einen Zähler mehr gesammelt als in der kompletten Vorsaison. Was der 52-Jährige seiner Mannschaft in seiner bisherigen Amtszeit mit auf den Weg gegeben hat? „Ich habe sie am Anfang viel beobachtet und habe eigentlich nur versucht, die Fehler abzustellen. Mein Vorgänger Daniel Winkelmeier hat da natürlich schon eine super Arbeit gemacht. Die Jungs haben eine große Disziplin, gehen ins Training.“ Bacherl forderte vor allem die Bereitschaft zur Defensivarbeit von seinen Spielern ein. „Ich habe gemerkt, dass sie schnell die Geduld verlieren – nach einem Gegentor spielen sie einen ganz anderen Fußball, verlieren total den Faden.“ Diese Vorgabe zur taktischen Ausrichtung scheint gefruchtet zu haben: „Es ist zwar noch Luft nach oben, aber das haben wir gut in den Griff bekommen, dass wir diszipliniert immer nach hinten arbeiten. Aber natürlich war ich auch selbst total überrascht, dass es so gut läuft.“

Bacherls Handschrift lässt sich auch an den Ergebnissen ablesen: Regelmäßig schlagen die Altmannsteiner erst in den Schlussminuten zu, im letzten Spiel vor der Winterpause gegen den FC Gelbelsee etwa münzten sie ein 0:1 in der 86. und vierten Minute der Nachspielzeit zu einem 2:1-Heimerfolg um. Generell fühlt sich der TSV auf heimischem Rasen pudelwohl, holte dort sechs seiner zehn Saisonsiege und führt die Heimtabelle in der Kreisklasse 1 Donau/Isar an. Ebenso wie die Fairness-Tabelle, bei der die Schambachtaler traditionell weit vorne liegen. Lediglich 16 Gelbe Karten und zwei Zeitstrafen in 15 Spielen sind Liga-Bestwert. Für Bacherls Geschmack „vielleicht auch zu brav ab und zu“, der Schiedsrichter pfeife ja nicht unbedingt für die fairere Mannschaft.

Ein weiterer Erfolgsfaktor beim TSV: Die Mischung zwischen Jung und Alt scheint zu stimmen. „Ich habe die jungen Spieler herangeführt, die ziehen voll mit.“ Gleichzeitig verfüge der Kader auf jeder Position auch über große Erfahrung. So wie die von Routinier Christian Hallermeier, der sich trotz anhaltender Schmerzen am Sitzbeinhöcker durchgequält hat und bereits bemerkenswerte elf Saisontore auf seinem Konto hat. „Eigentlich ist unsere Besetzung optimal.“

Für die Restrunde könnte Bacherl personell sogar die Qual der Wahl bekommen, denn neben zwei Zugängen aus der A-Jugend der JFG Befreiungshalle Kelheim (Thomas Riegelsberger und Adrian Bytyqi) meldeten sich zuletzt auch die lange verletzten Tobias Daum und Andreas Arbesmeier zurück. Auch deshalb sagt Bacherl selbstbewusst: „Ich traue uns zu, dass wir den zweiten Platz halten.“

DK