Traum wird wahr
Pförringerin Lorena Brandl löst Ticket für die Olympischen Spiele in Paris

30.01.2024 | Stand 30.01.2024, 18:55 Uhr

Überglücklich über ihre Olympia-Qualifikation: Lorena Brandl. Foto: privat

Die Hoffnung war in den vergangenen Wochen vorhanden, so recht daran glauben wollte Taekwondo-Kämpferin Lorena Brandl zuletzt jedoch nicht mehr. Am Dienstagmorgen erreichte die Pförringerin während ihres Trainingslagers im französischen Straßburg nun aber die frohe Kunde: „Ich bin direkt für die Olympischen Spiele in Paris qualifiziert“, sagt die 26-Jährige überglücklich und ergänzt: „Es fällt ein krasser Druck ab, diese Nachricht war eine große Erleichterung. Mir sind schon mehrfach die Tränen gekommen – und es kann sein, dass ich heute noch 15-mal weinen muss.“

In den vergangenen Wochen befand sich Brandl in der Warteschleife, bereitete sich bereits auf den Umweg Qualifikationsturnier im März vor. Ihr Ticket für Paris hing zuletzt vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ab, da sich pro Gewichtsklasse die Top 5 der olympischen Weltrangliste direkt qualifizieren. Weil aber die Ranglistenführende in Brandls Gewichtsklasse (+67 kg), die Französin Althea Laurin, als Athletin aus dem Gastgeberland ohnehin für Paris qualifiziert und damit nicht Teil dieser Rechnung ist, hatte das IOC eine bedeutende Entscheidung zu treffen: Rückt die nächste Kämpferin der Rangliste dafür nach oder wird dieser Platz in Form einer Wildcard besetzt? Seit Dienstag hat Brandl Gewissheit: Ihre gute Ranglisten-Platzierung hat sich ausgezahlt, sie hat ihr Ticket als Nachrückerin in der Tasche. Damit geht für die Kämpferin vom Team Tiger and Dragon Altmannstein/Mindelstetten ein Traum in Erfüllung: „Ich bin die zweite Sportlerin aus Pförring und die dritte deutsche Taekwondo-Kämpferin überhaupt, die an den Olympischen Spielen teilnimmt.“ Der erste Olympia-Teilnehmer aus Pförring war Judoka Sebastian Seidl, der 2021 Team-Bronze in Tokio (Japan) gewann. Brandl freut sich auf das Abenteuer: „Es kommen schöne Zeiten auf mich zu.“

Die Pläne für die kommenden Wochen sind dadurch über den Haufen geworfen, statt des Qualiturniers im März gilt der volle Fokus nun dem 10. August – Brandls Kampftag in Paris. Bei den Austria Open an diesem Wochenende will Brandl, die erst am Sonntag ihren neunten deutschen Meistertitel erkämpft hatte, nun gemeinsam mit dem Sandersdorfer Bernhard Bruckbauer (Heim- und Stützpunkttrainer) sowie Balasz Toth (Bundestrainer Damen) einen neuen Fahrplan erstellen. „Ich bin heute direkt mit der Nachricht aufgewacht und war total aus dem Häuschen“, freute sich Bruckbauer am Dienstag. Eine offizielle Nominierung durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) steht zwar noch aus, dürfte aber reine Formsache sein.

DK