Regionalliga Bayern
Mattes-Elf belohnt sich nicht

VfB Eichstätt verliert in Würzburg trotz guter Leistung mit 1:3 und rutscht auf direkten Abstiegsplatz

27.11.2022 | Stand 19.09.2023, 3:23 Uhr |

Die abstiegsbedrohten Eichstätter um Torschütze Julian Kügel (in Grün, hier gegen Lukas Müller) setzten den Tabellenzweiten aus Würzburg streckenweise gehörig unter Druck. Für eine Überraschung reichte es am Ende aber nicht. Foto: Traub

Eichstätt – Ein Hauch von Profifußball hat die Spieler des VfB Eichstätt umweht, als sie beim Betreten des Rasens der Flyeralarm-Arena von 2236 Zuschauern erwartet worden sind. Trotz einer sehr engagierten Leistung reichte es bei den Würzburger Kickers jedoch nicht für eine Überraschung. Der VfB unterlag dem Aufstiegsanwärter in einer turbulenten Schlussphase noch mit 1:3 (0:1). Die Kickers belegen nach wie vor den 2. Tabellenplatz in der Regionalliga Bayern, während die Mannschaft von Trainer Markus Mattes durch die Niederlage erneut auf einen direkten Abstiegsplatz zurückgefallen ist.

Mit dem Anpfiff von Schiedsrichter Felix Grund hatten die Gäste aus Eichstätt jeglichen Respekt abgelegt und überraschten die Gastgeber mit einer sehr mutigen Spielweise. Während Würzburg um Ballkontrolle bemüht war, störte der VfB früh. Als sich Daniel Haubner an der Mittellinie das Spielgerät erkämpfte, erreichte sein Zuspiel Fabian Eberle. Beim ersten Kontakt sprang ihm der Ball etwas zu weit vom Fuß und der herausstürzende Torhüter Vincent Friedsam konnte diese Großchance noch vereiteln (7. Minute).

Mit ihrer ersten Annäherung gingen die Gastgeber nach 17 Minuten prompt mit 1:0 in Führung. Dardan Karimani leitete den Angriff selbst ein, der ehemalige Ingolstädter Peter Kurzweg legte ab auf Karimani, und dessen ansatzloser Schuss aus 18 Metern schlug aus halblinker Position unhaltbar für Felix Junghan im rechten Toreck ein. Der VfB steckte den Rückstand allerdings gut weg und kombinierte sich auch gefährlich in die Hälfte der Kickers, aber in Tornähe fehlte es an Durchschlagskraft. Ein im Ansatz gefährlicher Schuss von Timo Meixner wurde im letzten Moment noch zur Ecke geblockt, und nach einem Freistoß von Haubner verfehlte Eichstätts Spielführer Philipp Federl das Tor nur knapp.

Auch nach dem Seitenwechsel gelang es zunächst keiner Mannschaft, gefährliche Strafraumszenen zu kreieren. Die Gäste hatten ihre beste Zeit ab der 60. Spielminute, und der Ausgleich wäre durchaus verdient gewesen. Am eigenen Strafraum leitete Emanuel Gstettner mit einem Doppelpass einen Konter über die linke Seite ein. VfB-Torjäger Eberle war mitgelaufen, jedoch verpasste Gstettner im richtigen Moment den Querpass und Maurice Wegmann konnte in höchster Not noch klären. Nur zwei Minuten später gelang Haubner das Zuspiel auf Eberle, doch dessen Schuss lenkte Friedsam mit den Fingerspitzen noch zur Ecke.

Die Partie auf glitschigem Untergrund wurde nun zusehends hektischer geführt. Nach einer Rudelbildung sahen Würzburgs Ivan Franjic und VfB-Akteur Gstettner die Gelbe Karte. Der bereits verwarnte Kurzweg leistete sich an der Seitenlinie ein weiteres gelbwürdiges Foul und hatte Glück, dass ihn der Unparteiische Felix Grund nicht vom Platz stellte. Von Würzburg ging in dieser Phase kaum Gefahr aus, während der VfB weiter auf den Ausgleich drängte.

In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse – mit dem glücklicheren Ende für den Tabellenzweiten. Der eingewechselte Ex-Eichstätter Felix Göttlicher köpfte eine Freistoßflanke von Franjic an die Unterkante der Latte, den Abpraller bugsierte Solomon Junge-Abiol per Kopf erneut gegen den Querbalken, und im dritten Versuch stocherte Wegmann den Ball dann doch zum 2:0 über die Torlinie (86.). Wer nun aber von einer Vorentscheidung sprach, sah sich getäuscht. Denn in der 88. Minute gelang Julian Kügel nach einem Freistoß von Haubner artistisch der Anschlusstreffer zum 1:2. Der Funke Hoffnung erlosch jedoch in der 90. Minute mit dem 3:1. Einen Eckball von Franjic köpfte Tim Littmann freistehend aus fünf Metern ein. Zudem sah wenig später auch noch Sebastian Graßl seine fünfte Gelbe Karte und wird dem VfB im Abstiegskampf am kommenden Samstag (14 Uhr) gegen die SpVgg Hankofen-Hailing fehlen.

Während Kickers-Trainer Marco Wildersinn erleichtert von drei schwer erkämpften Punkten sprach, fiel das Fazit von Mattes zwiespältig aus: „Großes Kompliment an meine Mannschaft, die ein richtig gutes Spiel abgeliefert hat. Leider haben wir uns nicht belohnen können und in den entscheidenden Momenten falsche Entscheidungen getroffen. Sehr ärgerlich sind die letzten beiden Gegentore, da wir wieder einmal zwei Standardsituationen nicht verteidigen konnten.“ Dennoch gab es auch eine erfreuliche Nachricht: Auch wenn er nicht eingewechselt wurde, so stand Eichstätts etatmäßiger Kapitän Jonas Fries nach 489 Tagen Verletzungspause erstmals wieder auf dem Spielberichtsbogen.

sfj


VfB Eichstätt: Junghan – Wolfsteiner, Moratz, Gstettner (82. Trslic), Lamprecht – Federl, Graßl, Haubner – Kügel, Eberle (82. Stoßberger), Meixner. Würzburger Kickers: Friedsam, Müller (71. Göttlicher), Wegmann, Haas, Karimani (68. Caciel), Kurzweg (74. Littmann), Franjic (90.+1 Montcheu), Zaiser, Hägele, Meisel Junge-Abiol (87. Helmer). Tore: 1:0 Dardan Karimani (17.), 2:0 Marius Wegmann (86.), 2:1 Julian Kügel (88.), 3:1 Tim Littmann (90.). Schiedsrichter: Felix Grund. Zuschauer: 2236. Gelbe Karten: Graßl (5.), Moratz, Gstettner – Müller, Franjic, Kurzweg.