Taekwondo - Dracula Open
Lorena Brandl vom Team Tiger and Dragon Altmannstein/Mindelstetten: Nur noch ein Schritt zu Olympia

02.11.2023 | Stand 02.11.2023, 18:52 Uhr

Taekwondo-Kämpferin Lorena Brandl (rechts) vom Team Tiger and Dragon Altmannstein/Mindelstetten erreichte bei den Dracula Open in Bukarest das Finale, musste sich der Bulgarin Kalina Boyadzhieva aber knapp geschlagen geben. Foto: Privat

„Ich war extrem enttäuscht. Dieser Moment war hart“, sagt Lorena Brandl. Die Taekwondo-Kämpferin aus Pförring trat am vergangenen Wochenende bei den Dracula Open in der rumänischen Hauptstadt Bukarest an. Im Finale unterlag sie der Bulgarin Kalina Boyadzhieva in 1:2 Runden. Bitter: Mit einem Sieg in diesem Kampf wäre die 26-Jährige sicher bei Olympia 2024 in Paris dabei gewesen! Drei Ranglistenpunkte fehlen ihr jetzt noch, die muss sie woanders holen, wahrscheinlich im englischen Manchester, wo vom 1. bis 3. Dezember das World Taekwondo Grand Prix Final steigt. Die Vorbereitungen laufen.

Schwitzend und mit roten Backen grüßte die Pförringerin am Donnerstag ihre Follower in den sozialen Medien von einer Bodenmatte im Taekwondo-Stützpunkt Nürnberg. Zwei Einheiten standen an. Die Ereignisse vom Wochenende: Größtenteils aufgearbeitet.

Es hätte alles so schön gepasst in Bukarest. Hier wurde Brandl 2015 U21-Europameisterin, bei ihrer Rückkehr sollte der große Wurf folgen, die Qualifikation für Olympia. Passend zu den Dracula Open war die Halle schaurig dekoriert: Vampire, Fledermäuse, Geister zierten die Wände. Souverän setzte sich die in der Gewichtsklasse +73 Kilogramm an Nummer eins gesetzte Brandl erst gegen die Dänin Hafsa Chtioui, dann gegen die Griechin Agoritsa Kitsiou durch. Im Finale wartete Boyadzhieva. Die kommt eigentlich aus dem Kickboxen, ist Juniorenweltmeisterin. Und sie ist gefährlich: „Lange Beine, schnappt oft nach, eigentlich fast nur Kopftreffer“, fasst Brandl zusammen. Vor zwei Wochen in Serbien behielt die Sportsoldatin noch die Oberhand, in Bukarest aber siegte die 17-jährige Bulgarin. Für Brandl blieb nur die Silbermedaille. Die Enttäuschung, die direkt nach dem Kampf herrschte, werfe sie nicht um, sagt sie. „Ich habe mein Ziel vor Augen. Und dieses Gefühl ist stärker als die Niederlage.“

Neben Brandl stand auch Vereinskollegin Vanessa Körndl (Taekwondo Altmannstein) in Bukarest auf der Matte. Bei der in diesem Jahr lange verletzten Athletin geht es nicht um Olympia, sie hat das Ziel Europameisterschaft 2024 vor Augen. Bei den Dracula Open war Körndl in der Gewichtsklasse -67 Kilogramm an Position eins gesetzt. Vom Halloween-Flair in der Halle war die Athletin angetan: „Das sieht man nicht so oft.“ Zunächst besiegte sie im 16er-Feld Gueli Zoe aus Ungarn in 2:1 Runden und stand dann der Spanierin Lena Moreno gegenüber. Körndl musste sich geschlagen geben, Moreno wurde am Ende beim Sieg der Belgierin Sarah Chaari Zweite. „Anders als bei den letzten Turnieren konnte ich meine Leistungen leider nicht ganz abrufen“, sagt Körndl. „Trotzdem habe ich ein paar Punkte mitgenommen. Für mich war es das letzte Turnier einer langen Wettkampfphase. Jetzt steht nur noch ein fünfwöchiger Laufbahnlehrgang der Bundeswehr an. Danach geht es in die Weihnachtspause. Darauf freue ich mich jetzt und kann das Turnier somit gut abhaken.“ Doch angriffslustig blickt Körndl auf 2024: Dann gehe es wieder „mit vollen Kräften los“.

DK