Taekwondo-WM

Lorena Brandl: „Für mich geht ein Traum in Erfüllung“

Pförringerin gewinnt Bronze bei der Taekwondo-WM im mexikanischen Guadalajara

18.11.2022 | Stand 18.11.2022, 19:00 Uhr

Eine rundum gelungene Weltmeisterschaft erlebte Bronzemedaillen-Gewinnerin Lorena Brandl (rechts) in der mexikanischen Millionenstadt Guadalajara. Fotos: Peter Bolz/DTU

Guadalajara – Vor 3500 Zuschauern zu WM-Bronze: Für Taekwondo-Kämpferin Lorena Traum vom Team Tiger & Dragon Altmannstein/Mindelstetten ist im mexikanischen Guadalajara ein großer Traum in Erfüllung gegangen. Die Pförringerin gewann am Donnerstag die erste Medaille für das deutsche Team bei der noch bis diesen Sonntag andauernden Weltmeisterschaft. In der Gewichtsklasse +73kg gehört die Sportsoldatin der Bundeswehr nun zu den drei besten Sportlerinnen der Welt und geht damit einen großen Schritt in Richtung Olympische Spiele 2024 in Paris.

„Heute geht für mich ein Traum in Erfüllung. Es ist meine erste WM-Medaille und ich bin einfach nur stolz. Vor dieser Kulisse zu kämpfen, war ein ganz besonderes Gefühl. Es hat leider nicht ganz geklappt, aber ich bin mit Bronze sehr glücklich“, sagt die 25-jährige Pförringerin über ihren Triumph.

Mit viel Power und starkem Selbstbewusstsein setzte sich Brandl in ihrem ersten Kampf gegen die Iranerin Akram Khodabandeh souverän mit 2:0 Runden durch. Dieser deutliche Sieg im Achtelfinale untermauerte am Donnerstag schon früh ihre Medaillenambitionen. Im Viertelfinale war es vor allem die zweite Runde, in der die Sportsoldatin, die am Bundesstützpunkt in Nürnberg trainiert, ihre gewohnte Stärke gegen die Brasilianerin Gabriele Siquera aufblitzen ließ. Gewann die Deutsche Runde eins noch relativ knapp mit 3:0 Punkten, sorgte ein starker Kopftreffer in Runde zwei für einen deutlichen 7:3-Punkte-Sieg. Und mit diesem erneuten 2:0-Erfolg nach Runden sicherte Brandl dem deutschen Team die erste Medaille bei dieser Weltmeisterschaft. Zudem beendet sie auch eine neunjährige Medaillen-Flaute des Damenteams bei Taekwondo-Weltmeisterschaften. „Ich kann es nicht glauben. Ich habe eine Weltmeisterschafts-Medaille gewonnen“, brach es unmittelbar nach ihrem Sieg aus der 25-Jährigen heraus.

Nach einer kurzen Pause wurde der Fokus dann schnell auf das anstehende Halbfinale gelegt, das mit großer Show vor vollen Zuschauerrängen ausgetragen wurde. Der Kampf gegen Dana Azran verlief ausgeglichen, das glücklichere Ende hatte aber die Israelin. Runde eins wurde beim Stand von 2:2 durch eine höher erzielte Wertung Azran gutgeschrieben. Und auch Runde zwei sicherte sich die Israelin glücklich, da Brandl für zu starkes Schieben mit einem Minuspunkt bestraft wurde.

Trotz dieser knappen Halbfinalniederlage überwog beim gesamten Team aber schnell die Freude über die gewonnene WM-Medaille. „Man fühlt sich sehr belohnt für all das, was man investiert hat. Ich bin unglaublich stolz auf die Leistung von Lorena und sehr froh, dass ich auch dabei sein konnte“, sagt Brandls Stützpunkttrainer Bernhard Bruckbauer. Der Sandersdorfer ergänzt: „Jetzt rückt natürlich die Direktqualifikation zu den Olympischen Spielen immer näher. Wenn wir so weitermachen, kann Lorena die Teilnahme ohne die nervenaufreibende Kontinental-Qualifikation schaffen.“ An dieser war die Pförringerin vor den vergangenen Spielen in Tokio noch gescheitert. Beste Aussichten also für Brandl auf Olympia 2024 in Paris.

bts/DK