Taekwondo-WM

Enttäuscht, aber nicht frustriert

Taekwondo-WM: Vanessa Körndl hadert mit verpasster Medaille – Nächste Chance bereits in sechs Monaten

23.11.2022 | Stand 23.11.2022, 5:00 Uhr

Die Altmannsteinerin Vanessa Körndl (rechts) liebäugelte bei der Taekwondo-WM mit einer Medaille. Gegen die amtierende Europameisterin aus Spanien hatte die 25-Jährige vom Team Tiger and Dragon Altmannstein/Mindelstetten im Achtelfinale allerdings das Nachsehen. Foto: Bolz/DTU

Guadalajara – Etwas enttäuscht ist Vanessa Körndl schon: Gerne hätte die Taekwondo-Kämpferin vom Team Tiger and Dragon Altmannstein/Mindelstetten bei der Weltmeisterschaft im mexikanischen Guadalajara eine Medaille in ihrer Gewichtsklasse (-67 Kilogramm) mit nach Hause genommen. Am Ende wurde es für die 25-Jährige „nur“ Platz neun. „Natürlich hatte ich mir mehr erhofft, aber mit meinen Kämpfen bin ich an sich zufrieden, das Niveau war sehr hoch“, sagt Körndl, für die im Achtelfinale gegen die amtierende Europameisterin aus Spanien Schluss war. „Es wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen, vor allem weil ich gegen einige vor mir schon einmal gewonnen habe.“

Dass ihre Teamkollegin Lorena Brandl (+73 kg) Bronze in Mexiko gewinnen konnte, freut die Altmannsteinerin: „Wir haben eine sehr gute Freundschaft. Da gibt es keinen Neid, man freut sich einfach für den anderen. Dass ich selbst keine Medaille holen konnte, hat damit gar nichts zu tun.“ Verstecken braucht sich Körndl, die wie Brandl am Bundesstützpunkt in Nürnberg unter dem Sandersdorfer Bernhard Bruckbauer trainiert, außerdem vor niemandem. Mit ihren bisherigen Erfolgen bei Jugend- und Militärweltmeisterschaften sowie EM-Bronze 2019 unterstrich sie längst, dass sie ebenfalls zur Taekwondo-Weltspitze gehört. Und auch mit ihrer aktuellen Saison kann die 25-Jährige sehr zufrieden sein: Bereits zum sechsten Mal krönte sich Körndl im März zur Deutschen Meisterin, ehe sie mit zwei Goldmedaillen bei den Dutch sowie Albania Open auch international ihre Klasse zeigte. „Mit meinem Jahr bin ich bislang super zufrieden, ich konnte einige Medaillen gewinnen“, erzählt die Sportsoldatin, deren großes Ziel die Olympischen Spiele in Paris 2024 sind. „Ich habe schon einige Punkte für die Qualifikation gesammelt, ob ich aber mitfahren darf, ist noch völlig offen. Das entscheidet sich erst im Dezember nächsten Jahres.“ Um sich direkt für Paris zu qualifizieren, muss Körndl unter den besten sechs der olympischen Rangliste zu finden sein. Derzeit rangiert die 25-Jährige auf Platz zwölf.

Ausruhen ist für die Taekwondo-Kämpferin also nicht angesagt. Bereits in zwei Wochen reist sie zum Grand-Prix-Finale nach Riad (Saudi Arabien). „Dort dürfen nur die besten 16 in den jeweiligen Gewichtsklassen antreten“, sagt Körndl, deren Zielsetzung klar definiert ist: Sie will dort wieder Edelmetall holen. „Ich freue mich auch, dass Lorena und ich zum ersten Mal zusammen an dem Turnier teilnehmen.“ Bereits in sechs Monaten steht dann mit der WM in Baku das nächste Highlight auf dem Programm. „Durch Corona ist die WM in Mexiko statt 2021 erst 2022 ausgetragen worden. Deswegen liegen die beiden Turniere so nah aneinander“, erklärt Körndl, die auf ihrem Instagram-Account dazu verlauten lässt: „The next chance is already in 6 months.“ Körndl ist also bereit, wieder auf Medaillenjagd zu gehen.

dbl