Deutsche Taekwondo-Meisterschaft
Der achte und neunte Streich: Vanessa Körndl und Lorena Brandl verteidigen ihre Titel

29.01.2024 | Stand 29.01.2024, 19:12 Uhr

Machte kurzen Prozess: Vanessa Körndl (in Blau) setzte sich im Finale der deutschen Meisterschaft souverän durch. Foto: DTU/Peter Bolz

Sie sind seit Jahren eng befreundet – und seit Jahren das Maß der Dinge in ihrer jeweiligen Gewichtsklasse: Die beiden Taekwondokämpferinnen Lorena Brandl (+73 kg) und Vanessa Körndl (-67 kg) haben am Sonntag einmal mehr ihre nationale Ausnahmestellung unter Beweis gestellt. Bei der deutschen Taekwondo-Meisterschaft in Ochsenhausen (Baden-Württemberg) erkämpfte sich das Duo Titel Nummer acht (Körndl) beziehungsweise neun (Brandl).

Viel Zeit zu feiern hatte Brandl nach ihrem erneuten DM-Triumph nicht – die Anreise am Montag ins Trainingslager nach Straßburg (Frankreich) warf bereits ihre Schatten voraus. Und so gab es für die Pförringerin lediglich eine Portion Allgäuer Käsespätzle auf der Heimfahrt am Sonntagabend. Was den herausragenden Erfolg der 26-Jährigen aber nicht schmälern soll. „Ich bin super happy, habe im Finale eine gute Leistung gezeigt und beide Runden ohne Gegentreffer für mich entscheiden“, sagt die Seriensiegerin und ergänzt: „Ich freue mich auf jedes Mal und vor allem auf nächstes Jahr – ich will endlich zehnfache Deutsche Meisterin sein.“

Bei den diesjährigen Titelkämpfen reichte Brandl übrigens ein einziger Kampf: Bei nur drei Starterinnen in ihrer Klasse stand sie bereits sicher im Finale. Dort kam es dann zur Neuauflage von 2023 zwischen Brandl und Esmeralda Husovic (TSV Dachau) – erneut mit einem klaren Sieg für die Kämpferin vom Team Tiger and Dragon Altmannstein/Mindelstetten. „Ich bin die Chefin im Schwergewicht, und so lange ich Taekwondo betreibe, will ich das auch bleiben.“

In den kommenden Wochen geht es Schlag auf Schlag: Nach Straßburg stehen am Wochenende die Austria Open auf dem Plan, gefolgt von einem Kurztrainingslager Mitte Februar in Wien. Anschließend geht es für Brandl zur Generalprobe nach Slowenien (Slovenia Open, 25. Februar), ehe zwei Wochen später das so bedeutende Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele in Paris (8./9. März im bulgarischen Sofia) ansteht.

Die Altmannsteinerin Körndl machte es ihrer Freundin und Teamkollegin nach, verteidigte ebenfalls ihren Titel. Nach lockeren Siegen in den Runden zuvor hatte die 26-Jährige auch im Finale leichtes Spiel gegen Valentino Viviana (TC Bad Kreuznach). „Ich habe schon früh gemerkt, dass ich diesen Kampf für mich entscheiden werde“, sagt Körndl, die sich schon im Vorjahr gegen diese Gegnerin zur Deutschen Meisterin gekrönt hatte. Sie spricht von einem „Saisonauftakt nach Maß“, habe mit Blick auf eine EM-Nominierung – die Europameisterschaft findet Mitte Mai in Serbien statt – noch einmal gute Argumente gesammelt. „Ich plane fest damit“, sagt die Altmannsteinerin, die die EM im vergangenen Jahr aufgrund einer langwierigen Krankheit verpasst hatte. Ein weiterer Höhepunkt in diesem Jahr: die Militär-WM Ende Mai. Zunächst geht es aber auch für die Sportsoldatin an diesem Wochenende mit den Austria Open weiter.

Darüber hinaus waren vom Team Tiger and Dragon Sarah Wilhelm (-49 kg), Leonie Mayer (-53 kg) und Johannes Bruckbauer (Jugend A, +78 kg) bei der DM am Start. Während sich Wilhelm im Halbfinale der späteren Siegerin beugen musste und sich damit die Bronzemedaille erkämpfte, mussten die gesundheitlich angeschlagene Mayer sowie Bruckbauer das bittere Aus in Runde eins verkraften.

DK