„Situation ernst, aber nicht aussichtslos“
Bezirksliga Obb. Nord: Nach gravierender Sieglos-Serie droht dem VfB Eichstätt II mehr denn je der Abstieg

08.12.2023 | Stand 08.12.2023, 19:00 Uhr

Einer von nur wenigen Lichtblicken: Youngster Samuel Schmid (am Ball, hier gegen den FC Schwabing München) war an knapp einem Drittel der 26 Eichstätter Tore beteiligt. Foto: Traub

Sechs Jahre nach dem letztmaligen Aufstieg in die Bezirksliga Oberbayern Nord droht dem VfB Eichstätt II mehr denn je der Abstieg in die Kreisliga. Die Schützlinge um das Spielertrainerduo Max Dörfler und Julian Scholl überwintern nämlich nach einer beispiellosen Negativserie auf dem vorletzten Tabellenplatz. Der Glaube an die Wende im neuen Jahr ist aber vorhanden.

Der Saisonverlauf

Mal nichts mit dem Abstieg zu tun haben und von Anfang an eine sorgenfreie Saison spielen. Das war das ursprünglich anvisierte Ziel – und bis zu jenem verhängnisvollen Nachmittag am 2. September dieses Jahres sah es auch danach aus. Die VfB-Reserve war mit zehn von 15 möglichen Punkten hervorragend in die Spielzeit 2023/24 gestartet. Am ersten Volksfestwochenende hatte man dann auch den Spitzenreiter FC Schwabing München am Rande einer Niederlage und führte bis zur vierten Minute der Nachspielzeit mit 3:2. Am Ende stand es jedoch 3:4. „Das hat uns komplett das Selbstvertrauen gekostet“, blickt Dörfler zurück. Es folgte eine 0:5-Packung gegen den BC Attaching. „Das war eines der schlechtesten Saisonspiele überhaupt. Allerdings waren wir vom Volksfest krankheitsbedingt auch arg gebeutelt“, so der 31-Jährige. Seitdem waren vereinzelte Unentschieden das höchste der Gefühle. Ein dreifacher Punktgewinn sollte nicht mehr gelingen, so dass sich der VfB II mit zwölf sieglosen Spielen in Serie auf dem vorletzten Tabellenplatz in die Winterpause verabschieden musste. Die Gesamtbilanz: drei Siege, fünf Unentschieden und neun Niederlagen (26:38 Tore).

Abstiegskampf bis zum Ende

„Wir haben noch 13 Spiele zu bestreiten, aus denen wir 39 Punkte holen können“, rechnet Dörfler vor. Mit diesem Selbstverständnis und vor allem dem Glauben an sich selbst und dem Bewusstsein an die eigenen Stärken will man die Restsaison angehen. „Die Situation ist natürlich ernst, aber nicht aussichtslos“, betont der im Tor stehende Spielertrainer. Im VfB-Lager stuft man deshalb – trotz acht Zählern Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz elf – den direkten Klassenerhalt nach wie vor als realistisches Ziel ein, zumal man noch das Nachholspiel gegen den FC Aschheim in der Hinterhand hat. Einen Sieg vorausgesetzt, würde man also nur fünf Punkte aufholen müssen. „Sorgenfrei wird die Saison allerdings mit Sicherheit nicht mehr. Es wird bis zum letzten Spieltag ein Kampf um das nackte Überleben. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir das schaffen und uns gemeinsam aus dieser mehr als bedrohlichen Situation herausarbeiten werden“, sagt Dörfler.

Wer aufgefallen ist

Von einem „Kollektivversagen“ will Dörfler auf Nachfrage keinesfalls sprechen. Viele Faktoren wie die oftmals sehr lange Verletztenliste sind seiner Ansicht nach für die Negativserie ausschlaggebend gewesen. Dennoch sagt er: „Die Leistungen jedes Einzelnen waren sehr schwankend. Da ist bei jedem noch viel Luft nach oben.“

Ein Lichtblick sei dann aber doch Samuel Schmid gewesen, „der seine Sache ganz gut gemacht hat“. Der 18-jährige Youngster kam in 15 Spielen zum Einsatz, erzielte dabei drei Tore und war bei weiteren fünf Treffern der Assistgeber. Auch Sommer-Neuzugang Michael Albrecht (22 Jahre) zeigte in den neun Spielen nach seiner rund dreimonatigen Verletzung, dass er eine echte Verstärkung sein kann.

Insgesamt kamen in der ersten Halbserie schon 29 (!) verschiedene Akteure zum Einsatz. Alle 17 Partien bestritt Dörflers Spielertrainer-Kollege Scholl. Auf Platz zwei folgen Tobias Vollnhals und Niklas Walter (je 16 Einsätze), die ebenso wie die bereits erwähnten Albrecht und Schmid sowie Luca Brudtloff jeweils drei Treffer erzielt hat. Damit führt ein Quintett die interne Torjägerliste an. Ein waschechter Torjäger fehlt der VfB-Reserve bislang.

So geht es 2024 weiter

Das Auftaktprogramm hat es in sich: ASV Dachau (13. Platz), SK Srbija München (12.) und TSV Rohrbach (9.) heißen die ersten drei Gegner ab dem 1. März 2024. „Danach werden wir sehen, wohin die Reise wohl geht“, sagt Dörfler. Scholl und Dörfler werden die Truppe ab dem 20. Januar zurück auf den Platz bitten. Mit Laufeinheiten müssen sich die Jungs allerdings schon vorher eigenständig auf die knackige Vorbereitung mit etlichen Einheiten und Testspielen vorbereiten. Zudem findet am VfB-Sportgelände ein „Trainingslager daheim“ statt, wie es Dörfler formuliert: „Wir haben mit dem Kunstrasenplatz dafür sehr gute Bedingungen und Voraussetzungen. Deshalb werden wir ein komplettes Wochenende gemeinsam durchziehen und uns auf den Abstiegskampf einschwören.“

Ob Neuzugänge dabei sein werden, ist nach derzeitigem Stand mehr als fraglich, auch „wenn wir wie immer die Ohren und Augen offen halten werden“, so der VfB-Coach. Dagegen ist Fabian Remschnig, der aufgrund von zwei Kreuzbandrissen seit Sommer 2022 ohnehin nur vier Mal zum Einsatz gekommen ist, zu seinem Heimatverein SpVgg Joshofen-Bergheim zurückgekehrt.

EK