Rückt Kayo gegen Mannheim in die Startelf?
Zahlreiche Gesperrte beim FC Ingolstadt: Coach Köllner hat eine Woche Zeit fürs Mittelfeldrätsel

28.11.2023 | Stand 28.11.2023, 11:07 Uhr

Nach seiner Verletzung hat Neuzugang Bryang Kayo (rechts) die gute Form aus seinen ersten Wochen beim FCI noch nicht wieder. Aufgrund der angespannten Personallage im Mittelfeld winkt dem US-Amerikaner in Mannheim ein Einsatz von Beginn an. Foto: Meyer

Eitel Sonnenschein herrschte beim FC Ingolstadt trotz des 2:1 gegen Rot-Weiss Essen nicht. Aufgrund des winterlichen Wetters im wörtlichen, jedoch auch im übertragenen Sinne. Teile der Schanzer Fans reagierten allergisch auf die jüngsten Sponsoring-Aktionen von Hauptsponsor Audi (verschenkte Tickets und Mützen) und taten via Spruchband kund, dass durch PR-Maßnahmen nicht automatisch bessere Stimmung im Audi-Sportpark heraufbeschworen werden könne.



Zum anderen wird die personelle Situation – zumindest für die Partie am kommenden Samstag (14 Uhr/BR und Magenta Sport) beim SV Waldhof Mannheim – für den FCI zum Problem. Zu den langfristig Verletzten um Maximilian Dittgen (Reha nach Oberschenkel-OP), Mladen Cvjetinovic (Schulterverletzung) und Thomas Rausch (Innenbandriss im Knie) gesellten sich mit Kapitän Lukas Fröde und David Kopacz (beide Gelbsperre) sowie Julian Kügel (Rotsperre) weitere Ausfälle.

Lukas Fröde, David Kopacz und Julian Kügel – alle gesperrt



FCI-Trainer Michael Köllner hob den „schmerzlichen Ausfall“ seines Spielführer s hervor, wollte aber nicht schwarzmalen und verwies dabei auf das Derby gegen den TSV 1860 München im vergangenen September, das die Schanzer ohne Fröde (nach dessen ungerechtfertigter Roten Karte bei Dynamo Dresden gesperrt) mit 2:1 gewannen. „Die Mannschaft hat den spielerischen Faden inzwischen gefunden“, erklärte Köllner, der in Mannheim eine zweikampfintensive Partie erwartet, die viel Kraft kosten werde – doch die habe sein Team noch. „Das spielfreie Wochenende zuletzt hat gutgetan. Obwohl schon November ist, strahlt die Mannschaft eine unglaubliche Frische aus und sprüht vor Energie.“

Im Schanzer Mittelfeld sind nun die Joker gefragt. Einer von ihnen: Bryang Kayo. Nach einem starken Start in die Vorbereitung im Sommer verletzte sich der US-Amerikaner im Test gegen Mönchengladbach (1:2) schwer am Sprunggelenk und fiel monatelang aus. Bei seinen fünf Einsätzen seit dem Comeback (zweimal Startelf, insgesamt 197 Minuten) kam er bislang nur langsam in Fahrt. „Ich bin unheimlich froh, dass er früher wieder fit wurde, als wir alle gedacht haben. Dass mal eine Delle kommen wird, war klar. Bryang ist ein wichtiger Baustein für uns“, meinte Köllner.

Marcel Costly und David Udogu noch keine Startelf-Optionen



Am 21-jährigen Kayo dürfte gegen Mannheim ohne Fröde und Kopacz im Mittelfeld kaum ein Weg vorbeiführen. Nicht unwahrscheinlich ist zudem, dass mit Vizekapitän Simon Lorenz oder Allrounder Yannick Deichmann eine der Allzweckwaffen Köllners aus der Abwehr um eine Position nach vorne rückt. Dann würde in der Viererkette ein Platz frei – und Ersatz nötig. Doch Marcel Costly (nach Achillessehnenreizung) und David Udogu (nach Bänderverletzung), die in dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining integriert werden sollen, dürften noch keine Optionen für die Startelf sein. Fraglich ist außerdem, ob Tobias Schröck (Nebenhöhlen) rechtzeitig fit wird. „Mit den drei Sperren wird es in Mannheim ein hartes Stück Arbeit“, weiß auch Jannik Mause. „Aber wir haben einen super Kader. Jetzt sind einfach andere Spieler gefragt“, sagte der Top-Torjäger mit seinen beachtlichen zehn Saisontreffern.

Die Schanzer, bei 24 Punkten angelangt und nur noch drei Punkte hinter Relegationsrang drei zurück, wähnen sich gerüstet für den Endspurt bis Weihnachten, in dem noch die Spiele in Mannheim und beim VfB Lübeck (9. Dezember, 14 Uhr) sowie die Heimpartien gegen den SV Sandhausen (16. Dezember, 14 Uhr) und Erzgebirge Aue (19. Dezember, 19 Uhr) anstehen.

Seiffert sagt: „Beinahe jede Partie ein Schicksalsspiel“



„Derzeit ist gefühlt beinahe jede Partie ein Schicksalsspiel, weil die Tabelle so unfassbar eng zusammen ist. Wir sind wieder voll im Rennen, das ist ein gutes Gefühl“, bekennt Linksverteidiger Moritz Seiffert und blickt auf 2024 voraus: „Wenn wir die vier Spiele bis zur Winterpause erfolgreich bestreiten, können wir im neuen Jahr ganz oben mitspielen.“

DK