Mehr Möglichkeiten
Trainer Catovic sieht Zweitliga-Fußballerinnen des FC Ingolstadt personell und taktisch besser aufgestellt

12.02.2024 | Stand 12.02.2024, 5:00 Uhr

Spielt in den taktischen Überlegungen von FCI-Cheftrainer Miren Catovic eine zentrale Rolle: Mittelfeldantreiberin Melike Pekel (schwarzes Trikot), hier im Testspiel gegen Schwaben Augsburg Foto: Meyer

Mit Platz sechs und 22 Punkten nach 13 Partien spielen die Fußballerinnen des FC Ingolstadt 04 die bislang beste Zweitliga-Runde der Vereinsgeschichte. Seit dem 7. Januar bereitet sich das Team um Trainer Miren Catovic bereits auf die am kommenden Sonntag mit dem Auswärtsspiel bei der SG Andernach (11 Uhr) beginnenden Rückrunde vor. Geht es dann auf dem Erfolgsweg weiter? Das Fazit des Trainers nach den letzten beiden Testspielen ist jedenfalls positiv.

Gesund und fit

FCI-Coach Catovic wirkt nach fünf Wochen Trainingsbetrieb zufrieden – die Mannschaft entwickelt sich kontinuierlich in die richtige Richtung. In den fünf Testspielen mit drei Siegen und zwei Niederlagen hat der Trainer mehr Spielkontrolle und Ballbesitz beobachtet und mit einer Ausnahme (gegen die U16 des ASV Cham) zudem wenig Gegentreffer hinnehmen müssen. Auch mit der Torausbeute ist er zufrieden und spricht von einer „ordentlichen Vorbereitung“. Der Fitnesslevel und die Athletik sind bereits auf dem Niveau, das Catovic von seinem Team fordert. Positiv zudem: Es sind keine weiteren Verletzungen aufgetreten.

4-1-4-1 und 4-2-3-1

Zwei Spielsysteme (4-1-4-1 und 4-2-3-1) will Catovic künftig mit seiner Elf auf den Platz bringen – und so in der Offensive variabler sein. Den größten Einfluss auf die veränderte Spielweise des Teams hat die neue Besetzung des Zentrums: Lisa Ebert, Ivana Slipcevic und Melike Pekel, die Catovic als „bestes Trio der Liga“ bezeichnet, verleihen der Mannschaft deutlich mehr Stabilität und Kreativität. Die Ballsicherheit, Spielfreude und permanente Anspielbarkeit seiner Top-Akteurinnen übertragen sich auf das Selbstvertrauen des restlichen Teams, so der Plan des Chefcoaches. Catovic nennt die zusätzliche Flexibilität „den nächsten Schritt“ hin zu einem variableren Spiel: „Nur verteidigen und auf Konter warten, das macht uns berechenbar – und das wollen wir nicht sein“, stellt er klar.

Fluch und Segen

Wenig Verletzungssorgen und die positive Entwicklung des Teams sorgen dafür, dass der Konkurrenzkampf größer wird. Zwei gleichwertige Torhüterinnen, viele Defensiv- und Offensivspielerinnen auf ähnlich gutem Niveau sind für Catovic, der 26 Fußballerinnen im Kader hat, Fluch und Segen zugleich: „Konkurrenzkampf ist gut, weil jede Spielerin hundertprozentiges Engagement zeigen muss. Gleichzeitig muss man bei denen, die nicht spielen, dafür sorgen, dass sie nicht unzufrieden sind, trotzdem dranbleiben und sich ihre nächste Chance erarbeiten. Dieser Balanceakt ist nicht einfach“, erklärt Catovic. Von den Winterneuzugängen traut er aktuell einzig Youngster Helene Schäfer zu, schon bald Zweitliga-Luft zu schnuppern: „Ein so großes Talent in ihrem Alter gab es in Ingolstadt noch nie“, sagt der Coach.

Niederlage und Sieg

Am Freitag gegen die U16 des ASV Cham, am Samstag gegen den Tabellenführer der Frauen-Bayernliga, TSV Schwaben Augsburg: Für einige Schanzerinnen stand am Wochenende vor dem Wiederbeginn eine Generalprobe mit bis zu 135 Einsatzminuten auf dem Programm: „Wir wollten allen vor dem Ligaauftakt mindestens 90 Minuten Spielzeit ermöglichen“, erklärt Catovic. Nach einem guten Start und dem schön herausgespielten 1:0-Führungstreffer durch Helene Schäfer bauten die FCI-Frauen gegen die Chamer U16 indes schnell ab und unterlagen mit 1:6 (1:1): „Mir hat die Mentalität bei vielen Spielerinnen gefehlt. Aber wir wurden gestresst und die Partie hat gezeigt, was uns beim Rundenstart gegen Andernach erwartet“, so der Trainer. Selbstvertrauen holten sich die Ingolstädterinnen dann am Folgetag beim 4:0 (1:0) gegen Schwaben Augsburg: Mit Toren von Yvonne Dengscherz (20.), Paula Vidovic (71., 85.) und Nina Penzkofer (89.) ließ der FCI den von der Ex-Schanzerin Mona Budnick trainierten Gästen keine Chance.

Ligastart und Ausblick

Mit der SG Andernach (Tabellen-7.), Borussia Mönchengladbach (11.), dem HSV (1.), dem SV Meppen (4.), dem FC Carl Zeiss Jena (5.) und dem SC Sand (3.) treffen die Schanzerinnen zum Ligastart fast ausschließlich auf Top-Teams aus der oberen Tabellenhälfte: „Wir können uns gleich messen – und wenn es gut läuft, oben reinschnuppern“, sieht Catovic die Herausforderung positiv. „Wir trainieren dafür, genau gegen diese Mannschaften zu bestehen“, sagt er und fordert entsprechendes Selbstbewusstsein und Spielfreude. Aktuell spielen seine Frauen die besten Runde der Vereinsgeschichte. „Wir haben bisher immer gegen den Abstieg gekämpft und dürfen jetzt nicht überheblich werden. Aber wir geben uns nicht mit dem Erreichten zufrieden. Ich will in der Mannschaft den Hunger wecken. Wenn wir in der Rückrunde ähnlich gut performen wie in der Hinrunde und uns dann punktuell verstärken, ist in der nächsten Saison alles möglich“, sagt Catovic.

DK