Hitziges Duell in der Kreisklasse
Nach den drei Platzverweisen in Gelbelsee: Schiri Thurner wehrt sich

19.10.2023 | Stand 19.10.2023, 16:35 Uhr

Nachspiel: Das Kreisklassen-Duell zwischen Gelbelsee und Pförring erregt die Gemüter. Foto: DK-Archiv

Ingolstadt – Das Spiel zwischen dem FC Gelbelsee und dem TSV Pförring (1:2) in der Kreisklasse 1 Donau/Isar schlägt auch zwei Tage danach noch hohe Wellen. Wie berichtet, hatte der FCG in dieser Partie drei Rote Karten gesehen. FCG-Trainer Florian Wolf war nach der Niederlage nicht gut auf den Unparteiischen („Er hat uns um den Lohn gebracht.“) zu sprechen.

Nun meldete sich Schiedsrichter Norbert Thurner zu Wort und übte harsche Kritik am Auftreten der Gelbelseer. „So eine unsportliche und aggressive Mannschaft habe ich in meiner zwölfjährigen Laufbahn noch nicht erlebt“, sagt der 55-jährige Pfaffenhofener. Wie berichtet, hatte Avni Avdijaj bereits nach sieben Minuten für ein grobes Foulspiel „mit gestrecktem Bein auf Knöchelhöhe“ (Thurner) Rot gesehen. Die zweite Rote Karte habe Arlind Avdijaj für eine heftige Beleidigung erhalten (90. + 1.) und den dritten Platzverweis sprach Thurner gegen Jürgen Regler nach einem groben Frustfoul aus. Nach dem Spiel sei er überdies von einigen Gelbelseern bedrängt worden, wobei ihm einer zuerst mit einer ironischen Bemerkung die Hand gegeben und dann einen Bodycheck verpasst habe, wie der Unparteiische mitteilte.

Die Gelbelseer sind auch zwei Tage nach dem Spiel der Meinung, dass sie „vom Schiedsrichter benachteiligt wurden“, wie Abteilungsleiter Markus Muskat, der selbst im Tor stand, bestätigte. Dennoch habe er sich im Namen des gesamten FC Gelbelsee beim Schiedsrichter entschuldigt. „Und zwar dafür, wie einige Spieler ihn nach dem Spiel bedrängt haben. Da wurde eine Grenze überschritten und das werden wir auch intern aufarbeiten.“ Auch für mögliche Beleidigungen, sollten welche gefallen sein (Muskat: „Ich habe keine gehört“), entschuldigt sich der Abteilungsleiter im Namen des Vereins.

Seine Kritik an einigen Entscheidungen des Schiedsrichters hält er indes aufrecht. Benachteiligt sah er sein Team nicht nur bei den Roten Karten („Keine davon war gerechtfertigt“), sondern auch beim Treffer zum 1:1 der Pförringer, der aus Muskats Sicht aus einer Abseitsstellung heraus entstand. Zudem hatte er, unter anderem bei den verhängten Zeitstrafen, weiter „fragwürdige Entscheidungen“ beobachtet, weshalb der Verein zum Bericht des Unparteiischen eine Gegendarstellung schreiben werde.

Schockiert vom Auftreten des FCG gegenüber dem Schiedsrichter zeigten sich Tobias Giebl, Trainer des Sonntag-Gegners TSV Pförring. „Ihr Verhalten war eine Schande für den Fußball. Der Schiedsrichter hat normal gepfiffen. Ich ziehe meinen Hut, dass er die Courage hatte, dem Gelbelseer so früh Rot zu geben.“ Zum 1:1 sagte er noch: „Das war kein Abseits, unser Spieler hat nach dem Abpraller einfach schneller reagiert.“ Nun hat das Sportgericht das Wort.

enc