Kroll-Elf marschiert Richtung Bezirksliga
Kreisliga: Gaimersheim siegt 4:2 und profitiert vom 0:4 Hitzhofens in Kasing – DJK Ingolstadt jubelt erstmals

27.03.2023 | Stand 17.09.2023, 0:23 Uhr
Julian Meier

Es ging intensiv zur Sache: Am Ende hatten Ostap Nechaj (rechts) und die DJK Ingolstadt im Kreisliga-Kellerduell gegen Alexander Zielinski und den SV Manching II die Nase vorn. Foto: Meyer

Gegensätze gibt es in der Fußball-Kreisliga 1 Donau/Isar zuhauf. Das betrifft zum Beispiel den Effekt von Trainerwechseln: Bei der U23 des SV Manching etwa wartet man auch nach Spiel fünf unter der Leitung von Flakron Azemi auf einen positiven Effekt. Der SV Kasing dagegen scheint durch den überraschenden Rauswurf von Tobias Giebl einen neuen Impuls bekommen zu haben – 4:0 fertigte der Bezirksliga-Absteiger den Tabellenzweiten FC Hitzhofen-Oberzell ab.

Dass es auch ohne Trainerwechsel gehen kann, beweist der Türkisch SV Ingolstadt: Mit drei Siegen in Serie konnte sich das Team von Hugo Lopes erstmal von den Abstiegsrängen absetzen.

TSV Oberhaunstadt - TSV Großmehring 3:0 (2:0): Während der TSV Großmehring in der vergangenen Woche bereits ein Nachholspiel zu bestreiten hatte, konnte sich der TSV Oberhaunstadt noch ausruhen. Aber auch ohne Warmspielen waren die Gastgeber sofort auf Betriebstemperatur. „Mit dem Sieg zum Restrundenauftakt sind wir natürlich sehr zufrieden – vor allem, dass wir wieder zu Null gespielt haben“, lobte der sportliche Leiter Stefan Schaller. Eugen Piman brachte Oberhaunstadt nach einem langen Ball und einer Direktablage in Führung (22.). Zwei Standardtreffer durch Dogan Tiryaki (35.) und Stefan Härdl (53.) sorgten schließlich für den standesgemäßen 3:0-Sieg des Tabellenfünften. Trotzdem war Schaller nicht vollkommen zufrieden: „Über 90 Minuten gesehen können und müssen wir offensiv noch eine Schippe drauflegen.“ Gäste-Coach Marco Spreng konnte mit dem Auftritt seiner Mannschaft dagegen gut leben: „Wir wollten kompakt verteidigen, was zum Großteil sehr gut funktioniert hat.“ Einzig bei den Gegentreffern sah er noch Verbesserungspotenzial: „In diesen drei Situationen waren wir nicht konsequent genug. Ansonsten können wir uns – gerade was das Läuferische angeht – keinen Vorwurf machen.“

DJK Ingolstadt – SV Manching II 2:0 (0:0): Es war der Prototyp eines Sechs-Punkte-Spiels: Letzter gegen Vorletzter, drei Punkte gegen acht Punkte. Bei einer Niederlage wäre die Saison für die DJK Ingolstadt wohl vorbei gewesen. Doch am letzten März-Wochenende gelang der Mannschaft von Trainer Michael Dittenhauser tatsächlich der erste Saisonsieg. „Es ist Wahnsinn, wie lange wir dafür gebraucht haben. Nichtsdestotrotz muss man sagen, die anderen Mannschaften sind nicht so viel besser als wir. Wir haben immer noch die Chance auf einen Relegationsplatz“, sagte Dittenhauser. In der ersten Hälfte hatte sein Team keine einzige Torchance; Manching hatte immerhin eine. „Beide Seiten waren nervös. Es war kein schön anzuschauendes Spiel. Das war ein Mittelfeldgeplänkel mit vielen Fehlern auf beiden Seiten“, meinte Dittenhauser. Bei der einzigen Chance der Gäste verhinderte sein Torwart Sebastian Huber den Rückstand – sehr zum Ärger von Manchings Coach Flakron Azemi: „Die Niederlage ist für uns eine bittere Pille. Wir hatten in der ersten Halbzeit alles in der Hand und machen nicht das 1:0.“ Stattdessen kam die DJK besser aus der Halbzeitpause und ging nach 67 Minuten durch Furkan Eroglu in Führung. Dann sah Manchings Alexander Zielinski auch noch die Rote Karte (73.). Die Gastgeber waren drauf und dran, das Spiel zu entscheiden – vergaben aber ihre Chancen. Letztlich sorgte Gäste-Keeper Raphael Frieberger mit einem Eigentor für die Entscheidung (83.). Für Manching bleibt die Situation dadurch kompliziert. Aufgeben kommt für Azemi aber nicht infrage: „Das Team hat mittlerweile einen Charakter gebildet, der es uns ermöglicht, bis zum Ende zu kämpfen.“

Sandersdorfs Coach Patrick Mack war alles andere als gut gelaunt nach der ersten Niederlage seit Anfang Oktober. „Es war eine Mannschaft auf dem Platz, die anscheinend Riesenrespekt hatte vor dem Gegner, die schon ab Minute eins nur auf Zeit gespielt hat. Das hat natürlich unseren kompletten Spielfluss rausgenommen. Schade, dass man für so was auch noch mit einem Sieg belohnt wird“, haderte er. Drei Chancen hätten die Gäste gehabt, dreimal sei der Ball im Tor gelandet. „Wir haben absolut unglücklich verloren. Vom Einsatz und von der Laufbereitschaft her kann ich nichts gegen meine Mannschaft sagen“, meinte Mack. Mathias Habricht brachte den Türkisch SV nach zwölf Minuten in Führung, Michael Dettling gelang der schnelle Ausgleich (15.). Nur wenig später sorgte Spielertrainer Hugo Lopes für die erneute Gäste-Führung (20.), die Antwort hatte dieses Mal Andreas Winkler parat (27.). Auf den dritten Treffer des Türkisch SV durch Tobias Schiller (80.) gab es von Sandersdorf dagegen keine Reaktion mehr. Daran änderte auch die späte Gelb-Rote Karte für Habricht (89.) nichts. Der Abteilungsleiter der Gäste, Ertugrul Topcu, war nach dem Spiel jedenfalls zufrieden: „Ich bin richtig stolz auf die Leistung der Mannschaft. Sandersdorf ist kein einfacher Gegner, aber am Ende haben wir den Sieg gewollt und verdient gewonnen.“ Durch den dritten Dreier in Serie baute der Fast-Absteiger des Vorjahres seinen Vorsprung auf den Relegationsplatz auf sechs Zähler aus. „Wir können nun selbstbewusst auf das nächste Spiel schauen und uns weiter von den Relegationsplätzen entfernen“, sagte Topcu.

SV Hundszell - TSV Gaimersheim 2:4 (1:1): Ein „perfekter erster Spieltag nach dieser gefühlt ewigen Winterpause“ war es für Gaimersheims Trainer Manfred Kroll. Kein Wunder: Durch den 4:2-Sieg gegen Aufsteiger SV Hundszell und den gleichzeitigen Ausrutschern der Konkurrenz ist sein Team auf dem besten Weg Richtung Bezirksliga. Florian Ihring traf zum 1:0 für die Gäste (21.). Sekunden vor der Pause gelang Timo Meir der Ausgleich (45.) – ein „ärgerliches Gegentor mit einigen Fehlern davor“, wie Kroll meinte. Nach dem Seitenwechsel kam Gaimersheim aber ins Rollen und entschied durch Tore von Marcus Keilwerth (54.), Zoltan Vati (57. Elfmeter) und Manuel Bittlmayer (78.) die Partie. Kroll war danach sehr zufrieden: „Tolle drei Auswärtspunkte gegen einen nie aufsteckenden Gegner. Selbst nach dem 1:4 haben sie sich körperlich nicht ergeben.“ Zur Belohnung war Hundszell immerhin noch der Ehrentreffer durch Matthias Weinzierl vergönnt (80.). Deren Coach Florian Kunz konnte mit der Niederlage leben: „Es war es ein ausgeglichenes Spiel zweier starker Mannschaften. Was Gaimersheim besser gemacht hat, war einfach ihre Cleverness vor dem Tor. Dementsprechend haben sie am Ende auch verdient gewonnen.“

FC Mindelstetten - FC Gerolfing 0:4 (0:2): Der FC Gerolfing hat plötzlich das Toreschießen für sich entdeckt. Nach gerade einmal 27 Treffern in 15 Partien vor der Winterpause gelangen in diesem Jahr schon zehn Treffer in nur zwei Partien. „Das ist kein Zufall: Die Jungs trainieren super und setzen meine Vorgaben in die Tat um. Wir bereiten uns aktuell richtig gut auf die Gegner vor und machen unsere Chancen auch einfach rein“, lobte Trainer Marcus Stadler. Das galt auch für das Aufeinandertreffen mit dem FC Mindelstetten: Raymond Kreizer (22.) und Florian Grosz (34.) trafen bereits vor der Halbzeitpause, danach machten Christian Träsch vom Elfmeterpunkt (50.) und erneut Kreizer (74.) den Deckel drauf. „Der Auftritt war sehr souverän, von Anfang an haben wir gar nichts anbrennen lassen. Wir haben das Spiel beherrscht, haben uns den Gegner zurechtgelegt und dann eiskalt zugeschlagen“, erklärte Stadler. Sein Team rückte damit in der Tabelle auf Rang vier vor. Mindelstetten rutschte durch die deutlichen Pleite dagegen auf Platz acht ab. Abteilungsleiter Christian Wambach war entsprechend bedient: „Es war ein komplett gebrauchter Tag. Es hat gar nichts geklappt, wir haben es Gerolfing durch viele Fehler sehr leicht gemacht.“

SV Menning - TSV Baar-Ebenhausen 3:1 (2:0): Für den TSV Baar-Ebenhausen wird es langsam brenzlig: Nach der vierten Niederlage in Folge beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer schon sechs Punkte. Es droht wie bereits im Vorjahr die Relegation. Trainer Herbert Riedl ging mit seiner Mannschaft nach der 1:3-Niederlage gegen Aufsteiger SV Menning hart ins Gericht: „Die Niederlage geht aufgrund der ersten Halbzeit in Ordnung. Leider war die notwendige Einstellung für einen Abstiegskampf nicht bei allen vorhanden." Durch zwei nahezu identische Tore führte Menning zur Halbzeit mit 2:0: Dominic Schüren (15.) und Philip Wolfsfellner (38.) trafen jeweils nach einer Ecke von Alessandro Nikolaidis. „Baar-Ebenhausen hat immer wieder mit kleinen, nickligen Fouls das Spiel gestört, aber wir haben uns dadurch nicht beirren lassen und es in den ersten 45 Minuten souverän runtergespielt“, meinte SVM-Coach Dejan Micic. Nachdem im zweiten Durchgang Johannes Boyer die Riesenchance zum 3:0 ungenutzt ließ und Ferdinand Heissler stattdessen den Anschlusstreffer erzielte (74.), wurde es kurzzeitig nochmal eng. Sieben Minuten vor Schluss entschied dann aber Liga-Toptorjäger Fabian Neumayer mit einem sehenswerten Hackentreffer die Partie. „Von der Leistung, Einstellung und Moral war es ein super Spiel meiner Mannschaft. Ich bin da schon stolz auf das Team“, lobte Micic.

SV Kasing - FC Hitzhofen/Oberzell 4:0 (2:0): Das war mal ein Ausrufezeichen: Im ersten Spiel nach der Entlassung von Trainer Tobias Giebl hat Bezirksliga-Absteiger SV Kasing den Tabellenzweiten FC Hitzhofen/Oberzell klar und deutlich mit 4:0 bezwungen. „Uns war allen bewusst, dass wir eine Reaktion zeigen müssen nach dem Türkisch-Spiel – das war ja nix“, sagte Abteilungsleiter Tobias Wolfsfellner. Marius Magdic sorgte mit einem Doppelpack für die 2:0-Halbzeitführung (14., 39.). Zusätzlich spielte Kasing die Rote Karte für Gäste-Spieler Silas Furino nach einer Notbremse in die Karten (33.). Für Hitzhofens Coach Michael Olah ging dem Foulspiel allerdings eine Abseitsstellung voraus. Es passt aber ins Bild eines ziemlich unglücklichen Spielverlaufs für den eigentlichen Gaimersheim-Verfolger. „Wir haben super ins Spiel gefunden und uns gute Torchancen erarbeitet, wovon wir leider keine verwertet haben. Dann machen wir uns durch zwei individuelle Fehler und die Rote Karte das ganze Spiel kaputt“, haderte Olah. In Unterzahl und mit dem 0:2-Rückstand war das Spiel zur Pause für Hitzhofen bereits gelaufen. In der zweiten Hälfte erhöhten Sanser Calik (68.) und Jonas Götz (78.) für Kasing noch auf 4:0. „Zur Halbzeit könnte es auch 2:2 stehen, aber wir waren eigentlich verdient vorne. Je länger die Partie gedauert hat, desto besser hatten wir das Spiel dann auch im Griff“, meinte Wolfsfellner. Olah schlug nach der vierten Niederlage aus den vergangenen acht Partien dagegen Alarm: „Wenn wir nicht schleunigst aufwachen, müssen wir aufpassen, dass wir nicht ins Niemandsland der Tabelle zurückfallen.“

DK



Schachtner übernimmt in Kasing

Kasing – Der SV Kasing hat einen neuen Trainer: Daniel Schachtner übernimmt ab sofort den Bezirksliga-Absteiger. Das teilte Abteilungsleiter Tobias Wolfsfellner mit. Der Verein hatte sich in der vergangenen Woche überraschend von Tobias Giebl getrennt, beim 4:0-Sieg am Wochenende gegen den FC Hitzhofen-Oberzell (siehe Spielbericht) saß interimsweise Christian Hartwig auf der Trainerbank. Nach der Partie wurde dann mit Schachtner die neue Dauerlösung präsentiert.

Der 32-Jährige war bis vergangenen Winter als Spieler beim TSV Oberhaunstadt aktiv, zuvor hatte er den FC Wackerstein-Dünzing trainiert. Bereits vor rund vier Jahren hätte es einen ersten Kontakt von Schachtner mit dem SVK gegeben, erklärte Wolfsfellner. „Er wollte damals zu uns als Spielertrainer. Nachdem wir jetzt Tobias Giebl entlassen haben, haben wir uns zusammengesetzt und überlegt, welche Kandidaten möglich wären. Dann ist er in Frage gekommen.“

Vorerst wird Schachtner nur an der Außenlinie stehen, aber auch eine Rückkehr auf den Platz sei möglich. „Wir haben ihm das offen gelassen: Sobald er sich fit fühlt und Lust hat zu spielen, ist er auch Spielertrainer“, sagte Wolfsfellner.

jme