Lippertshofen feiert Einstand nach Maß
Kreisliga: Aufsteiger überrascht mit 1:0-Erfolg gegen Bezirksliga-Absteiger Fatih Ingolstadt

07.08.2023 | Stand 12.09.2023, 23:57 Uhr
Julian Vetter

Entwischt: Lippertshofens Florian Donaubauer (links) lässt seinen Gegenspieler vom FC Fatih ins Leere laufen. Foto: Traub

Einiges zu bieten hatte der Auftakt-Spieltag in der Kreisliga 1 Donau/Isar. Mit starken Auftritten zeigten die Aufsteiger SV Lippertshofen (1:0 gegen Fatih Ingolstadt) und TV Münchsmünster (2:2 gegen Kasing), dass sie auch eine Klasse höher mithalten können. In starker Frühform präsentierte sich darüber hinaus Aufstiegsanwärter FC Gerolfing, der den FC Mindelstetten mit 7:1 abfertigte.

Türkisch SV Ingolstadt - SV Menning 2:1 (1:0): Groß war die Freude bei Türkisch-SV-Spielertrainer Raphael Reichenberger nach dem hart erkämpften Heimsieg. „Wegen der vielen Ausfälle wollten wir erstmal etwas tiefer stehen und diese Vorgabe hat die Mannschaft taktisch zu 100 Prozent umgesetzt. Es war ein insgesamt verdienter Sieg, mit dem notwendigen Glück auf unserer Seite.“ In einer zerfahrenen ersten Halbzeit mit wenigen Torraumszenen brachte Alen Patak den Türkisch SV mit einem direkt verwandelten Freistoß ins Torwarteck in Führung (10.). Auch den besseren Start nach der Pause erwischten die Gastgeber: Als Mennings Schlussmann Marc Zimmer noch dabei war die Mauer zu positionieren, landete Fabian Reichenbergers Freistoß im langen Eck (51.). Die Gäste kamen im Laufe des Spiels zwar immer besser rein, jedoch ohne sich zwingende Tormöglichkeiten zu erspielen. Kurz vor dem Ende stand Angreifer Manuel Kiermeier nach einem zunächst missglückten Torabschluss goldrichtig und machte es mit seinem Tor zum 2:1 nochmal spannend (83.). Während die Heimelf gute Konterchancen liegen ließ, hatte sie in der Schlussminute das notwendige Glück, als ein Kopfball der Gäste über das leere Gehäuse ging. Nach einem Gerangel sahen Melih Soysal (Türk. SV) und Marc Zimmer (SVM) in der Schlussminute noch die Ampelkarte. „Ein unentschieden wäre gerecht gewesen“, urteilte Gästecoach Dejan Micic und ergänzte: „An die harte Gangart, die aber zu keinem Zeitpunkt unfair war, mussten wir uns erst gewöhnen. Bis zum letzten Drittel haben wir es in der zweiten Hälfte oft gut gespielt, aber insgesamt hat uns die Durchschlagskraft gefehlt.“


FC Gerolfing - FC Mindelstetten 7:1 (3:1): „Wir hatten einen rabenschwarzen Tag“, bringt es Mindelstettens Spielertrainer Marcel Kappelmaier auf den Punkt. Zwar fand Josef Wilhelm (31.) auf den frühen Gegentreffer von Raymond Kreizer (11.) noch die passende Antwort, aber im Gegenzug erzielte Kreizer direkt seinen zweiten Treffer für den FCG (32.) und noch vor der Pause erhöhte Christian Träsch per Elfmeter auf 3:1 (44.). An der Gerolfinger Dominanz änderte sich auch im zweiten Abschnitt nichts: Anastasios Porfyriadis sorgte nach der Pause schnell für die Vorentscheidung (49.). Kreizer mit seinem dritten Treffer des Tages (62.), Leo Zängler
(69.) und Träsch (74.) schossen den Kantersieg heraus. „Gerolfing war richtig gut und vor dem Tor brutal effektiv. Durch unsere Zweikampfschwäche haben wir es ihnen allerdings auch viel zu leicht gemacht und sind spätestens nach dem 1:5 in
alle Einzelteile zerlegt worden“, sagte Kappelmaier und blickte nach vorne. „Die heftige Niederlage gilt es aus den Köpfen zu bekommen, um uns im Heimspiel gegen den Türkisch SV von einer anderen Seite zu zeigen.“ Gerolfings neuer Trainer Stefan Hoffmann war natürlich sehr zufrieden. „Wir haben die Tore sehr schön herausgespielt und zur richtigen Zeit erzielt. Wir waren über die gesamte Zeit überlegen und haben unseren Matchplan bis zum Ende durchgezogen.“

TSV Oberhaunstadt - SV Denkendorf 1:0 (0:0): „Wir haben uns teuer verkauft und hätten den Punkt gerne mitgenommen. Ein großes Lob an jeden einzelnen Spieler”, sagte Denkendorfs Co-Spielertrainer Kryspin Bilicz. Der Aufsteiger erwischte den besseren Start und kam durch die vielen Ballverluste der Hausherren zu guten Chancen, ließ diese aber ungenutzt. Die beste Gelegenheit des TSV vergab Angreifer Serge Youhoua, dessen Schuss nur an die Latte ging. „In der ersten Halbzeit haben wir nervös gespielt. Vielleicht lag es daran, dass wir in den letzten zwei Spielzeiten zum Auftakt nicht gewinnen konnten und den eigenen Ansprüchen nicht gerechnet wurden“, suchte Oberhaunstadts sportlicher Leiter Stefan Schaller nach einer Erklärung. Denkendorf schwächte sich kurz vor der Pause durch eine Rote Karte für Sebastian Mayer, hielt aber dennoch auch im zweiten Durchgang dagegen. Der Punkt war zum Greifen nahe, bis David Polster den TSV in der Nachspielzeit dann doch noch erlöste ((90.+1.). „Denkendorf hat sich von der ersten Minute an gut präsentiert, zeigte über 90 Minuten eine geschlossene Mannschaftsleistung und hätte einen Punkt verdient gehabt“, zollte Schaller dem Aufsteiger Respekt.

SV Lippertshofen - FC Fatih Ingolstadt 1:0 (1:0): Ihr erstes Kreisliga-Spiel hätten sich die Lippertshofener nicht besser ausmalen können. Gegen Bezirksliga-Absteiger Fatih Ingolstadt kam der SVL zu einem durchaus überraschenden, aber nicht unverdienten Heimerfolg. Entsprechend groß war die Freude: „Es war ein verdienter Sieg und eine überragende Leistung. Insgesamt war es ein Top-Tag für uns“, sagte Spielertrainer Bernd Geiß. Wie zu erwarten hatten die favorisierten Gäste mehr vom Spiel, kamen allerdings nur selten in die
gefährliche Zone. Die Hausherren verteidigten konsequent und kamen immer wieder zu Möglichkeiten. Quasi mit dem Halbzeitpfiff belohnte sich der SVL, als Kapitän Taavi Hoffmann einen Foulelfmeter im Nachschuss verwandelte. Auch in der zweiten Hälfte änderte sich am Spielverlauf wenig. Die Gäste hatten weiter viel Ballbesitz, konnten sich bis auf eine gute Möglichkeit, die Schlussmann Dominik Telli parierte, aber nichts Zwingendes herausspielen. „Wir waren von Beginn an da und haben quasi nichts zugelassen. Allerdings verpassten wir es nachzulegen und mussten darum am Ende noch etwas zittern“, resümierte Geiß. Sein Gegenüber Fatih Topcu stellte fest: „Dass die Partie sehr schwierig wird, hatte ich aufgrund der vielen Ausfälle erwartet. Zwölf Spieler auf einmal zu kompensieren ist nicht einfach. Wir hatten keinen Punkt verdient.“

DK