Mangelnde Wertschätzung?

Kommentar: ERC Ingolstadt muss Fans wieder näher sein

15.04.2022 | Stand 15.04.2022, 20:15 Uhr

Die Profis der Panther schrieben im Rahmen der Abschlussfeier fleißig Autogramme. Doch der ERC Ingolstadt könnte noch mehr für seine Fans tun. Foto: Traub

Von Alexander Petri

Der ERC Ingolstadt steht nach einer enttäuschenden Saison vor einer personellen Neuausrichtung im sportlichen Bereich. Allerdings täte den Panthern auch im Verhältnis zu ihren Fans eine Kurskorrektur gut, wie die Abschlussfeier zeigte.

Corona und die Geisterspiele haben zu einer spürbaren Entfremdung zwischen Klub und Anhängerschaft geführt, wofür ausdrücklich niemand etwas kann. Auch haben die Verantwortlichen um Geschäftsführer Claus Liedy die schwierigen Pandemie-Jahre gut und kreativ bewältigt – doch nun, da sich das Leben wieder normalisiert, haben die treuen Anhänger mehr verdient als einen fantasielos abgespulten Kehraus mit den üblichen inhaltsarmen Statements und einer Autogrammstunde.

Mag sein, dass aufgrund der andauernden Aufarbeitung der Saison nur Louis-Marc Aubry verabschiedet werden konnte, auch wenn andere Abgänge bereits feststehen – doch gerade wenn es sportlich wenig zu vermelden und wenig zu feiern gibt, hätte es eine Geste an die Fans gebraucht. Professionalität und familiäre Atmosphäre müssen sich nicht ausschließen, und Ideen gäbe es: Warum nicht mal ein Abschluss an einem anderen Ort als der Saturn-Arena? Warum keine Tombola mit Ausrüstungsgegenständen oder eine Vor-Ort-Versteigerung von Trikots, warum keine Spiel- oder Schusswettbewerbe gegen die Spieler, warum nicht ein paar Liter Freibier der Sponsoren?

Nicht nur ehrenamtliche Mitarbeiter, sondern auch viele Fans, die trotz Pandemie auf eine Rückerstattung ihrer Dauerkarte verzichtet oder sogar verlängert haben, verspüren mangelnde Wertschätzung und wachsende Gleichgültigkeit. Besonders ärgerlich ist darüber hinaus, dass ihnen erneut bestehende (und bekannte) Vertragsverhältnisse als Verlängerungen verkauft wurden – und gleichzeitig weiterlaufende Arbeitspapiere wie das des enttäuschenden Jerome Flaake verschwiegen werden. Anstatt durch Transparenz Nähe zu schaffen und um Unterstützung zu werben, werden die Fans verschaukelt. Keine gute Strategie, wenn man gerade den Dauerkartenverkauf für die kommende Saison gestartet hat.

DK