Schanzer beweisen Moral
Kommentar: Der Patient FC Ingolstadt atmet wieder

16.10.2023 | Stand 16.10.2023, 5:00 Uhr

Nach der Partie in Verl bedankten sich Julian Kügel und Co. bei den mitgereisten FCI-Anhängern. Foto: Meyer

Wohl nur die kühnsten Optimisten dürften damit gerechnet haben, dass der FC Ingolstadt nach zwei völlig enttäuschenden Jahren im Handumdrehen von einem Kellerkind wieder zu einem Spitzenteam mutiert.



Mit vier Siegen, zwei Unentschieden und fünf Niederlagen stehen die Schanzer in der Tabelle genau dort, wo es eine solche Bilanz vermuten lässt – im Mittelfeld. Doch auch wenn der Rückstand auf die Spitzenplätze der 3. Liga nach elf Spieltagen bereits beträchtlich ist, sendet der FCI wieder positive Signale.

Beim 2:2 in Verl zeigten die Schanzer ein weiteres Mal Moral. Hätte so ein früher 0:2-Rückstand noch vor wenigen Monaten wohl geradewegs in eine Klatsche geführt, brachten die Nehmerqualitäten der Mannschaft den FCI zurück in die Partie und ließen ihn in der Schlussphase sogar noch am Sieg schnuppern.

FC Ingolstadt: Der Spaßfaktor ist wieder höher

Das Team kämpft, gibt nicht auf – und ist, auch wenn noch lange nicht alles rund läuft, darum bemüht, ansehnlichen Fußball zu zeigen. Der Schanzer Spaßfaktor ist ungleich höher als in den Vorjahren. Die Einsatzbereitschaft wird honoriert, das Klima zwischen den Fans und der Mannschaft ist um Welten besser als noch im Frühjahr 2023, als ein „Ihr macht unseren Verein kaputt“-Spruchband der Anhänger und ein Stimmungsboykott den absoluten Tiefpunkt in dieser Beziehung markierten.

Für die guten Phasen belohnen sich die Ingolstädter noch zu selten, während die schwächeren Passagen bislang zu viele Punkte kosten. Nur ein Sieg aus sechs Auswärtspartien, die Anzahl an individuellen Fehlern und Gegentoren sowie eine Prise Verletzungspech – das Ziel des FCI, wieder ein Spitzenteam der Liga zu sein, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch weit entfernt.

FC Ingolstadt: Was Mut machen kann

Doch auf dem Weg dorthin gibt es einiges, das den Schanzern Mut machen dürfte: das mit Weitblick arbeitende Duo um Trainer Michael Köllner und Sportdirektor Ivica Grlic, Top-Torjäger Jannik Mause, ein treffsicherer Spielgestalter wie Benjamin Kanuric, der Einsatzwille des Teams – und nicht zuletzt die neue (alte) Bindung zu den Fans.