Football-Bundesliga
Ingolstadt Dukes verlieren Heimspiel gegen Saarland Hurricanes mit 35:48

13.08.2023 | Stand 12.09.2023, 23:36 Uhr

Den hatten die Gäste nicht auf der Rechnung: Doch trotz Torsten Moser (rechts) verloren die Dukes gegen die Saarland Hurricanes. Foto: Lüger (Archiv)

Headcoach Eugen Haaf wollte nach der ernüchternden 35:48 (14:6, 7:14, 7:22, 7:6)-Niederlage der Ingolstadt Dukes gegen die Saarland Hurricanes nichts beschönigen: „Wir haben kein Mittel gefunden, um diese Mannschaft zu schlagen. Die waren einfach besser als wir.“

Für den Aufsteiger haben sich damit alle Hoffnungen zerschlagen, vielleicht doch noch den dritten Platz in der 1. Football-Bundesliga (GFL1) zu erreichen. Doch auch nach unten ist kaum noch etwas zu befürchten, den vierten Platz sollten die Herzöge bei noch ausstehenden drei Spielen und vier Punkten Abstand halten können, um in die Play-offs einzuziehen.
Dabei begann die Partie am Samstag im ESV-Stadion so, dass sich nicht nur die rund 800 Zuschauer, sondern auch die Gäste aus dem Saarland verwundert die Augen rieben. Die Dukes marschierten fast mühelos von First Down zu First Down und lagen auch nach gut drei Minuten schon mit 14:0 in Führung. Beide Male hatte Quarterback Matthew Weimer seinen Receiver Gabe Boccella perfekt bedient, und dieser hatte die Bälle in der Endzone trotz starker Bedrängnis sicher heruntergepflückt.

Von einem anderen Stern


Möglich war das alles auch durch einen klugen Schachzug der Dukes geworden, die immer wieder Torsten Moser einsetzten, den die Gäste wohl nicht auf ihrer Rechnung hatten. So wurden wiederholt die nötigen Yards Raumgewinn erzielt. Aber bald hatten die Hurricanes das durchschaut und nahmen Moser weitgehend aus dem Spiel. Und dann kam die große Zeit ihres Quarterbacks, der in den Staaten in der Division 1 gespielt hat. Die Dukes bekamen Robby Rowell zu keinem Zeitpunkt in den Griff. „Der Typ ist von einem anderen Stern“, zeigte Haaf großen Respekt vor dem gegnerischen Spielmacher.
Den ersten Touchdown erzielte Rowell selbst, bei den beiden folgenden durch James Brania und Jonathan Roebuck bereitete er mustergültig vor. Weil dazwischen auch Boccella noch einmal erfolgreich war, ging es mit einer knappen 21:20-Führung der TV-Footballer in die Halbzeitpause. Dann aber kam wieder das ominöse dritte Viertel, in dem eine plötzlich völlig neben sich stehende Dukes-Mannschaft das Spiel komplett aus der Hand gab. „Da haben wir wieder einmal eine schöpferische Pause in der Offense eingelegt und es auch nicht geschafft, den Quarterback aus dem Spiel zu nehmen“, analysierte Haaf den mutmaßlichen Knackpunkt.

Deutliche Überlegenheit der Saarländer


So ging dieses Viertel mit 22:7 an die Gäste, bei denen in dieser Phase erneut Brania und Rowell sowie Marian Menden punkteten. Auf der Gegenseite gab es nur noch einen Touchdown. Und durch wen? Natürlich durch Boccella, der mit seinem vierten Erfolg alleine 24 der 35 Punkte verbuchen konnte. Ansonsten war von der Offense der Hausherren wenig zu sehen. Zu deutlich war die Überlegenheit der Saarländer, die den Vorsprung sicher über die Zeit brachten. Im letzten Viertel konnten dann beide Quarterbacks noch einmal in die Endzone laufen, sodass der 48:35-Endstand perfekt war.
Bei allem Frust konnte Haaf immerhin auch etwas Positives feststellen: „Bei uns hat heute keiner aufgegeben. Alle haben immer noch an ihre Chance geglaubt und bis zum Schluss gekämpft. Aber wir müssen halt am Ende des Tages auch Mittel und Wege finden, dass wir so ein Team auch schlagen können. Aber so weit sind wir tatsächlich noch nicht.“
Einige Gänsehautmomente gab es vor dem Spiel, als der kleine Julius von Boccella an der Hand auf das Spielfeld geführt wurde, wo er nicht nur von den Dukes-Spielern, sondern auch von den Gästen aus Saarbrücken begrüßt wurde. Der fünfjährige Bub, der an Leukämie erkrankt ist und dringend einen Stammzellenspender braucht, durfte dann auch den Münzwurf ausführen. Und er fühlte sich dabei genauso wohl wie zuvor bei der Pre-Game-Party, bei der die Band Fatz Murdoch den Zuschauern ordentlich eingeheizt hatte.