Kreisliga 1 Donau/Isar
Glanzlos zur Herbstmeisterschaft: FC Fatih müht sich zu 2:0 gegen Türkisch Ingolstadt – Kasing gewinnt bei Reichenberger-Rückkehr

30.10.2023 | Stand 30.10.2023, 14:40 Uhr
Julian Schweizer

War auch beim SV Menning zur Stelle: Gerolfings Torjäger Raymond Kreizer (rechts, hier vor Gegenspieler Korbinian Rankl) brachte den Tabellenzweiten früh mit 1:0 in Führung. Foto: Meyer

Mit einem schmucklosen 2:0-Sieg im Derby gegen das neue Schlusslicht Türkisch SV Ingolstadt hat sich der FC Fatih Ingolstadt am Sonntag die Herbstmeisterschaft in der Kreisliga 1 gesichert. Verfolger FC Gerolfing hatte bereits am Samstag mit einem 3:1-Erfolg beim SV Menning vorgelegt. Die Gerolfinger starten damit einen Punkt hinter dem FC Fatih als Zweiter in die Rückrunde. Beim SV Kasing (1:0 gegen Hitzhofen) feierte derweil Fabian Reichenberger eine Rückkehr nach Maß.

SV Menning - FC Gerolfing 1:3 (0:2): Der FC Gerolfing hat nach der Niederlage im Topspiel (0:2 gegen Fatih Ingolstadt) zurück in der Erfolgsspur gefunden. Für den 3:1-Sieg bei den seit drei Spielen punktlosen Menningern legte der FCG in der ersten Hälfte den Grundstein. SVM-Trainer Dejan Micic haderte nach der Partie: „Wir bekommen unsere guten Leistungen aktuell leider nicht über zwei Hälften hin", sagte Micic, der hofft, dass der Auftritt in der ersten Hälfte „ein Ausrutscher“ war: „Wir hatten zu viel Angst und Respekt. Wenn wir so in den nächsten Spielen auftreten, wird es tatsächlich nochmal kritisch.“ Bei schwierigen Platzverhältnissen dominierten die Gerolfinger zu Beginn klar. Raymond Kreizer erzielte nach etwas mehr als einer Viertelstunde per Kopfball die Führung (17.) und Anastasios Porfyriadis erhöhte auf 2:0 (37.). Im zweiten Abschnitt konnten die Menninger das Geschehen ausgeglichener gestalten, allerdings traf Altan Calim eine Viertelstunde vor dem Ende zum 3:0 und besorgte damit die Entscheidung (75.). Ein Eigentor von Den Lovric brachte den Menningern den verdiente Ehrentreffer (82.). „Auch wenn es aufgrund der Platzverhältnisse schwierig war, konnten wir gegen einen fairen Gegner das Spiel kontrollieren und haben verdient gewonnen", resümierte FCG-Spielertrainer Stefan Hoffmann.
TV Münchsmünster - FC Mindelstetten 1:1 (0:0): In einem ausgeglichenen Spiel, das in beide Richtungen hätte kippen können, gab es am Ende eine gerechte Punkteteilung. „Das Unentschieden geht absolut in Ordnung. Gerade in der ersten Halbzeit war es kein besonders guter Auftritt von uns.Ich bin aber froh, dass wir nach dem 0:1 eine Reaktion gezeigt und Mindelstetten auf Abstand gehalten haben“, sagte TVM-Spielertrainer Christian Müller. Die Gäste erwischten den besseren Start, präsentierten sich etwas griffiger und aktiver, ohne sich allerdings klare Chancen herauszuspielen. Nach rund einer halben Stunde kamen die Gastgeber besser in Schwung, ließen allerdings „ein paar gute Szenen“ (Müller) ungenutzt. Im zweiten Abschnitt scheiterten die Gäste erst am stark reagierenden TVM-Schlussmann Michael Baumgartner, der kurz darauf beim Führungstreffer durch Marcel Kappelmaier aber chancenlos war (71.). Das 1:0 hielt gerade einmal zwei Minuten stand, dann verwandelte Maximilian Anthofer einen strittigen Handelfmeter zum Ausgleich. „Eine harte Entscheidung gegen uns und der Knackpunkt im Spiel“, meinte der sportliche Leiter des FC Mindelstetten, Christian Wambach, der aber mit dem Remis einverstanden war: „Einige Spieler aus der Zweiten haben heute ihre Chance bekommen. Wir haben zum Schluss tapfer verteidigt und hatten auch das nötige Glück.“ Münchsmünster war drauf und dran die Partie zu drehen, doch der Ball wollte nicht über die Linie. „Das 1:1 hat nochmal Kräfte frei gesetzt, wir haben es aber nicht geschafft eine unserer sehr guten Chancen zum Siegtreffer zu nutzen“, sagte Müller.
FC Sandersdorf - SV Hundszell 3:1 (0:1): Sandersdorfs Spielertrainer Patrick Mack zollte seiner Mannschaft nach dem Heimerfolg „riesen Respekt für die große Moral.“ Dabei erwischten die Gäste den besseren Start und hatten im ersten Durchgang mehr vom Spiel. Mit dem Halbzeitpfiff belohnten sie sich dann nach einem Standard mit der Führung. Matthias Weinzierl bugsierte das Leder per Kopf über die Linie (45.+2). „Der Zeitpunkt des Gegentores war sehr ärgerlich, hat uns aber einen Schub gebracht“, merkte Mack an. Seine Elf fand immer besser ins Spiel und belohnte sich durch den Treffer von Christian Geß mit dem Ausgleich (63.). Zwar schwächte sich der FCS in seiner stärksten Phase durch die Gelb-Rote Karte für Sandro Rott unnötig selbst, was aber am Spielverlauf nahezu nichts änderte. „Wir sind auch in Unterzahl weiter marschiert“, freute sich Mack. Geß, der einen maßgeblichen Anteil an der Aufholjagd hatte, brachte die Hausherren in Führung (70.) und sorgte in der 83. Minute für die Entscheidung. „Er hat ein überragendes Spiel gemacht“, sprach Mack dem Dreifach-Torschützen ein Sonderlob aus. Auf Seiten der Gäste haderte Trainer Florian Kunz mit einer „sehr, sehr bitteren“ Niederlage. „Wir haben es verpasst, im ersten Durchgang mehr Tore zu erzielen.“ Hinzu kamen aus seiner Sicht „etliche Fehlentscheidungen auf beiden Seiten“, die seinem Team besonders weh getan hätten. „Wir hätten im ersten Durchgang bereits in Überzahl Spielen müssen und zwei Gegentore waren irregulär.“ Sein Gegenüber Mack sah eine für den Unparteiischen nicht ganz leicht zu leitende Partie und die ein oder andere diskutable Entscheidung. „Es hat sich aber auf beiden Seiten am Ende wieder ausgeglichen.“
SV Kasing - FC Hitzhofen 1:0 (0:0): Fabian Reichenberger hat bei seiner Rückkehr auf die Trainerbank des SV Kasing einen Traumdebüt gefeiert. Nach sechs sieglosen Spielen in Serie gewann das bisherige Schlusslicht beim FC Hitzhofeh mit 1:0. „Am Ende war der Sieg aufgrund des späten Tores glücklich, aber auch nicht unverdient“, freute sich Reichenberger und lobte seine Mannschaft: „Die Jungs haben die Vorgaben super umgesetzt und auch mit Einsatz und Willen überzeugt.“ In einer mäßigen Partie mit wenigen Torchancen auf beiden Seiten gelang dem eingewechselten Matthias Neumayer kurz vor dem Ende der Lucky-Punch (89.) zum umjubelten 1:0. „Es war ein typisches 0:0-Spiel und so war es, dass die Mannschaft, die den einen Fehler macht, das Spiel verliert. Das waren heute wir“, sagte FCH-Cheftrainer Michael Olah, der sein Team insgesamt zu harmlos sah: „Wir konnten uns im letzten Drittel nicht entscheidend durchsetzen.“
FC Fatih Ingolstadt - Türkisch SV Ingolstadt 2:0 (1:0): Der FC Fatih mühte sich gegen gute Gäste zur Herbstmeisterschaft. „Das war nicht unser bestes Spiel und wir müssen wieder mehr tun, wenn wir auf Platz eins überwintern wollen“, mahnte Fatih-Coach Fatih Topcu, der letztlich aber froh war, dass seine Mannschaft nach dem Gerolfinger Sieg vom Vortag nachlegen konnte. Die Gastgeber hatten zwar wie zu erwarten viel Ballbesitz, aber uns „fehlten die Ideen“, beschrieb Topcu. Der Türkisch SV setzte immer wieder Nadelstiche und gestaltete das Spiel ausgeglichen. Eine erste Unachtsamkeit in der Hintermannschaft der Gäste bestrafte Torjäger Akif Abasikeles nach einer Flanke mit der Führung kurz vor der Halbzeit (45.). „In der ersten Hälfte hätten wir unsere Chancen machen müssen“, ärgerte sich Türkisch-Abteilungsleiter Ertugrul Topcu, der aber aus taktischer Sicht „die beste Saisonleistung“ seiner Elf sah. Im zweiten Abschnitt änderte sich wenig am Spielverlauf. Schließlich besorgte Emre Arik mit einem direkt verwandelten Freistoß die Entscheidung (72.). „Durch zwei individuelle Fehler haben wir heute Punkte liegen gelassen“, resümierte Ertogrul Topcu und strahlte dennoch Zuversicht aus: „Die Entwicklung der letzten Wochen stimmt mich positiv für die Rückrunde.“
SV Karlskron - TSV Oberhaunstadt 1:2 (0:1): Nach drei sieglosen Spielen in Folge gelang dem TSV Oberhaunstadt bei Aufsteiger Karlskron die Wende. „Die drei Punkte sind gut für die Moral“, betonte TSV-Abteilungsleiter Stefan Schaller. Der SVK hingegen konnte seinen Lauf nach zwei Siegen nicht fortsetzen und liegt nach der Hinrunde auf einem direkten Abstiegsplatz. „Wir waren über 90 Minuten läuferisch und kämpferisch voll auf der Höhe“, war SVK-Trainer Christopher Haas mit der Leistung seines Teams einverstanden, „aber leider haben wir uns nicht mit einem Punkt belohnt.“ In einem durchschnittlichen Kreisliga-Spiel hatten die Gäste mehr Spielanteile und gingen durch den Treffer von Stefan Härdl nach rund einer halben Stunde in Führung (28.). Kurz nach der Pause erhöhte Florian Diegel auf 2:0 (47.). Der Aufsteiger gab nicht auf und kam zurück. Rudi Tkac verkürzte auf 1:2 (71.). Kurz darauf schwächten sich die Karlskroner allerdings selbst. Sebastian Fröschl sah die Rote Karte (75.) und sein Team gelang in Unterzahl kein Tor mehr. „Wir mussten bis zur letzten Minute kämpfen, haben letztlich aber verdient gewonnen“, freute sich Schaller.
SV Denkendorf - SV Lippertshofen 1:1 (1:1): Bereits zum siebten Mal in dieser Saison endete ein Spiel mit Denkendorfer Beteiligung 1:1. „Das habe ich auch noch nicht so oft erlebt“, sagte SVD-Coach Denis Dinulovic mit einem Augenzwinkern, der aber mit dem Punkt einverstanden war: „Wir können unsere Ausfälle aktuell nicht so verkraften und die Vorgaben nicht so umsetzen. Entsprechend müssen wir zufrieden sein.“ Dabei gelang den Denkendorfern ein Start nach Maß, denn bereits nach acht Minuten traf Lukas Bauer zur Führung. Der SVL fand allerdings prompt eine Antwort, als Christoph Schießl zum Ausgleich einschoss (10.). „Danach haben wir wie zuletzt etwas den Faden verloren", berichtete Dinulovic. „Das Spiel hätte in beide Richtungen kippen können. Insgesamt eine gerechte Punkteteilung, mit der wir zufrieden sind. Es war ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte SVL-Trainer Bernd Geiß). Die Heimelf ließ nur noch eine große Chance zum Sieg liegen, auf der Gegenseite verpasste Lippertshofen in der letzten Minute den Lucky-Punch.

DK