„Tolle Truppe“
FCI-Kapitän Fröde zieht ein Fazit und blickt auf sein Amt sowie die Restrunde

06.01.2024 | Stand 07.01.2024, 14:23 Uhr |

FCI-Kapitän Lukas Fröde bei seiner Weihnachtsansprache an die Fans. Foto: Bösl

Zwölf Tage Winterpause waren für Lukas Fröde genug. Der 28-jährige Mittelfeldspieler des FC Ingolstadt, der mit seiner Frau und Freunden den Jahreswechsel in den Bergen verbrachte, freute sich auf den Trainingsstart mit den Schanzern.



„Die Pause war schön, aber jetzt starten wir mit Vollgas rein“, sagt der Kapitän, der im vergangenen Sommer von Hansa Rostock zu den Schanzern gewechselt war. Im Interview zieht Fröde ein Zwischenfazit und spricht über seine Erwartungen für die Restrunde in der 3. Liga.

Lukas Fröde fällt „unter dem Strich positives“ Fazit für FC Ingolstadt



Herr Fröde, wenn Sie Ihr erstes Halbjahr bei den Schanzern Revue passieren lassen, wie fällt Ihr Fazit aus?

Lukas Fröde: Unter dem Strich positiv. Auch wenn es gemischt losgegangen ist. Ich denke, dass man schon gemerkt hat, dass wir zu Beginn ein bisschen Zeit gebraucht haben, uns zu finden und auch gemeinsam eine richtige Spielidee zu entwickeln. Wir sind dann immer besser in Schwung gekommen und haben einige richtig tolle Spiele gezeigt, gerade hier zu Hause. Aber uns wurde auch immer wieder vor Augen geführt, dass wir 100 Prozent brauchen und an unsere Leistungsgrenze gehen müssen. Dann sind wir in der Lage, jeden zu schlagen. Ansonsten ist in der 3. Liga jeder in der Lage, uns zu ärgern. Mit dem guten Finish zum Jahresende, denke ich, haben wir uns eine vernünftige Ausgangsposition erarbeitet.

Sie sagen vernünftige Ausgangsposition. Was haben Sie sich denn im Mannschaftskreis für ein Ziel vorgenommen?

Fröde: Ich glaube, es macht wenig Sinn, aktuell große Ziele auszurufen. Wir müssen zusehen, dass wir eine gute Vorbereitung hinkriegen, bei der wieder alle mitziehen. Und dann wollen wir natürlich gucken, dass wir so lange wie möglich oben dabei sind und einen guten Platz erarbeiten. Aber wie schwer das ist, haben wir in der Hinrunde erlebt. Wenn es uns aber gelingt, eine Schippe draufzulegen, sind wir in die Lage, einige Punkte mehr zu holen.

Der FCI hat sich nach einem durchwachsenen Start nach oben gearbeitet und das vergangene Jahr mit einer Serie von sieben Spielen ohne Niederlage auf Platz fünf beendet. Das muss der Mannschaft ja ein gutes Gefühl geben und auch den Hunger, dass mehr drin ist, oder?

Fröde: Ja, absolut. Ich meine, wir wussten, dass wir eine gute Mannschaft sind. Wie es halt im Mannschaftssport so ist, braucht es einfach eine gewisse Zeit, bis die Mechanismen greifen. Und dann muss man auch erst mal in so einen Lauf reinkommen. Dass uns das gelungen ist, hat uns aber auf jeden Fall gezeigt, dass der Anspruch, den wir an uns selbst haben, gerechtfertigt ist. Die große Kunst ist eben, das Woche für Woche wieder auf den Platz zu kriegen.

Wo sehen Sie die besonderen Stärken der Schanzer?

Fröde: Ich finde, dass wir uns im Lauf der Hinrunde in der Defensive extrem verbessert haben, das war das offensichtlichste. Auch haben wir im Training viel in puncto Umschaltspiel gearbeitet und dieses teilweise schon sehr gut hinbekommen. Gleiches gilt für unsere Standards. Wo wir aus meiner Sicht noch etwas mehr Luft nach oben haben, ist das Spiel mit dem Ball.

FC-Ingolstadt-Kapitän Fröde: „Eine tolle Truppe“



Die Mannschaft ist nach den vielen verletzungsbedingten Ausfällen nun nahezu komplett. Wirkt sich der Konkurrenzkampf im Team positiv aus oder wird es für Sie schwieriger, die Jungs zusammenzuhalten?

Fröde: Man sagt immer so schön: Konkurrenz belebt das Geschäft. Das ist sicher richtig, aber auch nicht immer einfach, alles zu managen, weil natürlich jeder seinen Beitrag leisten möchte. Bei uns mache ich mir darüber aber gar keine Gedanken, weil wir eine wirklich vernünftige, tolle Truppe haben, die im Kopf sehr, sehr klar ist und die eine richtig gute Einheit geworden ist. Ich glaube, jedem Einzelnen macht es richtig Spaß, wenn wir zusammen Erfolge einfahren. Es sind wieder intensive Wochen. Verletzungen oder leistungsbedingte Wechsel gehören zu jeder Saison dazu. Daher sind wir froh über jeden, der dann in die Bresche springt.

Sie sind das erste Mal Kapitän einer Mannschaft. Wie schwierig ist das Amt?

Fröde: Ich glaube, es ist sehr gut gelaufen. Es ist keine schwierige Mannschaft. Wir haben jetzt nicht fünf, sechs Jungs drin, die permanent querschießen, im Gegenteil – alle ziehen an einem Strang. Jeder ist bereit, sich unterzuordnen, wenn es sein muss. Von daher hat mir das riesigen Spaß gemacht. Wir haben auch tolle Veranstaltungen neben dem Platz gehabt, wodurch wir auch als Mannschaft noch ein bisschen enger zusammengerückt sind. Davon zehrt so eine Truppe auch im Laufe der Saison. Deswegen freue ich mich auf die gemeinsame Zeit, die jetzt kommt.