Wichtige drei Punkte
FC Ingolstadt: Heimsieg, aber drei Ausfälle durch Sperren – Reaktionen zum 2:1-Erfolg gegen Essen

26.11.2023 | Stand 28.11.2023, 11:38 Uhr

Er kam zurück, sah und traf gleich wieder: Jannik Mause brachte die Schanzer in seinem ersten Spiel nach Nasenbeinbruch durch sein zehntes Saisontor mit 1:0 in Führung. Anschließend herzte er seinen Sturmkollegen Pascal Testroet, der Mause maßgerecht in Szene gesetzt hatte. Foto: Bösl

Der fünfte Heimsieg in dieser Drittliga-Saison hat den FC Ingolstadt wieder in Schlagdistanz zum Aufstiegsrelegationsrang drei gebracht. Nach dem 2:1 (2:1) gegen Rot-Weiss Essen liegen die Schanzer mit nun 24 Punkten nur noch drei Zähler hinter dem SC Verl (27).



Der Erfolg vor offiziell 10610 Zuschauern im Audi-Sportpark – es dürften allerdings weniger gewesen sein – war hart erkämpft und teuer bezahlt: Kapitän Lukas Fröde, David Kopacz und Julian Kügel werden den Ingolstädtern am kommenden Samstag (14 Uhr/BR und Magenta Sport) beim SV Waldhof Mannheim gesperrt fehlen.

Beim FCI überwog am Samstag in den Momenten nach Abpfiff allerdings die Erleichterung über den Erfolg. Jannik Mause gab nach Nasenbeinbruch sein Comeback gab und erzielte dabei das 1:0 (17. Minute). Er bilanzierte: „Das war mit der härteste Sieg, den wir in dieser Saison eingefahren haben.“

FC Ingolstadt: Neue Stärke bei Testroet

Mause, der auf eine Spezialmaske verzichtete („Im Training hab ich eine auf, im Spiel bin ich sowieso voller Adrenalin“), profitierte bei seinem zehnten Saisontor von einer Vorlage Pascal Testroets, der nach einem kapitalen Ballverlust von Essens Lucas Brumme seinen Sturmkollegen maßgerecht in Szene setzte. „Paco war immer nur als Torjäger bekannt, deshalb mussten wir ihn umpolen“, scherzte FCI-Trainer Michael Köllner über Testroet, der bereits vor zwei Wochen gegen Duisburg (2:1) mit klugen Pässen aufgefallen war und gegen Essen mit einem genialen Hackenpass zudem eine Großchance von David Kopacz vorbereitete (46.).

Köllner gefällt die neu gefundene Stärke Testroets. „Ich bin froh, dass er sich zu 100 Prozent in den Dienst der Mannschaft stellt. Mit Mause hat er einen starken Sturmkollegen an seiner Seite. Paco tut mit seinen exzellenten Pässen den Gegnern extrem weh“, meinte der Trainer, der sich sicher ist, dass „Leader Testroet“ in dieser Saison „noch einige Tore für uns schießen wird“.

Diesen Job erledigte für den FCI gegen RWE neben Mause auch Kopacz (21.). Beim 2:0 profitierten die Schanzer ebenfalls von einem leichtfertigen Fehler der Gäste: José-Enrique Ríos Alonso ging am eigenen Sechzehner ins Dribbling und ließ sich von Benjamin Kanuric den Ball abluchsen. Den Querpass veredelte Kopacz im Nachsetzen. „Das waren unsere besten ersten 25 Minuten bislang in dieser Saison. Wir haben sehr kontrolliert gespielt, den Gegner zu Fehlern gezwungen und waren eiskalt vor dem Tor“, zeigte sich Köllner zufrieden.

Nach einer halben Stunde ging den Schanzern aber die Ball-, und damit auch die Spielkontrolle flöten und die zuletzt fünfmal in Serie siegreichen Essener kamen zu Chancen. Marvin Obuz ließ den Anschlusstreffer sträflich liegen, weil er mit seinem Abschluss zu lange zögerte (24.). Cedric Harenbrock machte es besser und überwand FCI-Keeper Marius Funk aus rund elf Metern (30.).

FC Ingolstadt muss drei weitere Spieler ersetzen

So unterhaltsam wie zu Beginn war die restliche Partie im Schneeregen von Ingolstadt nicht. Für die Schanzer ließen Kanuric (44.) und Mause (45.+1/70.) das 3:1 liegen. Auf der Gegenseite trieb der nach der verspäteten Ankunft einiger Zugfahrer in der zweiten Halbzeit sehr lautstarke RWE-Anhang Joker Ron Berlinski fast zum 2:2 (73.).

Die Essener mühten sich auch nach der Gelb-Roten Karte für Felix Götze (74.). Doch es gab kaum ein Durchkommen, weil der FCI über weite Strecken gemeinschaftlich clever und stets leidenschaftlich verteidigte. „Am Anfang der Saison hätten wir so eine Partie wohl noch Remis gespielt. Daran sieht man, dass wir einen Schritt nach vorne gemacht haben. Wir haben uns nicht ganz so aus der Ruhe bringen lassen nach dem 2:1, als es uns schon passiert ist“, freute sich Mause.

Für weniger Begeisterung im FCI-Lager sorgten die jeweils fünften Gelben Karten für Fröde (57.) und Kopacz (89.) sowie die Rote Karte für Kügel, der in der Nachspielzeit Brumme ohne Chance auf den Ball von hinten fällte (90.+5). Drei weitere Ausfälle für die Partie in Mannheim, zu der allenfalls die Rückkehr von Tobias Schröck (Nebenhöhlen) noch realistisch erscheint. Köllner bleibt positiv: „Die Sperren tun weh, keine Frage. Aber wir werden am Samstag eine starke Mannschaft auf den Platz bringen.“ Gut möglich also, dass A-Jugendspieler Deniz Zeitler nach seinem Debüt gegen RWE schneller zu seinem zweiten FCI-Profieinsatz kommt als gedacht.