Verbessert, aber noch nicht gut genug
ERC Ingolstadt trifft trotz guter Chancen gegen Adler Mannheim nur einmal und verliert

16.10.2023 | Stand 16.10.2023, 11:07 Uhr

Bis auf den Siegtreffer der Mannheimer zeigte ERC-Torhüter Michael Garteig erneut eine starke Leistung. Foto: Ruffler/PIX-Sportfotos

Der ERC Ingolstadt hat auch das dritte Spiel der Woche verloren. Gegen die Adler Mannheim kassierten die Panther am Sonntagnachmittag in der SAP-Arena in einer ausgeglichenen Partie der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) eine 1:2 (1:1, 0:0, 0:1)-Niederlage. Den Mannheimern gelang damit eine kleine Revanche für das Halbfinal-Aus in der vergangenen Saison.



Gleich dreimal waren die Adler im April in der eigenen Arena von den Ingolstädtern geschlagen worden. Und so stand natürlich das Play-off-Duell der beiden Teams vor dem Duell noch einmal im Blickpunkt. Selbst Mark French reiste mit einem speziellen Gefühl in die Kurpfalz. „Die Erinnerungen werden bestimmt wiederaufleben, wenn ich das Stadion betrete“, meinte der ERC-Trainer.

Doch der Zauber, den seine Spieler damals versprühten, ist aktuell verflogen. Im Vergleich zur 3:5-Niederlage gegen die Nürnberg Ice Tigers am Freitagabend agierten die Panther in Mannheim zwar defensiv weitaus stärker. Am Ende machten sie aber wieder viel zu wenig aus ihren Torchancen und standen mit nur einem eigenen Treffer so zum dritten Mal in einer Woche ohne Punkte da. „Wir müssen jetzt irgendwie schauen, dass wir da rauskommen und Konstanz reinbringen, damit wir öfter und mehr Punkte nach Hause bringen“, meinte Stürmer Enrico Henriquez bei Magenta Sport.

Mannheim startet motiviert in die Partie



Die Adler dagegen nehmen mit dem vierten Sieg in Folge weiter Kurs auf die Tabellenspitze. „Ich bin sehr stolz, wie meine Jungs sich belohnt haben“, meinte Trainer Johan Lundskog. Nach dem Halbfinal-K.-o. startete der achtfache Deutsche Meister, der im Sturm mit Ryan MacInnis, Matthias Plachta und Tom Kühnhackl gleich auf drei Leistungsträger verzichten musste, entsprechend motiviert in die Partie. Die ersten Chancen hatten Markus Hännikäinen (2.) und Kris Bennett (3.). Ein starker Konterangriff der Gäste über Andrew Rowe und Jan Nijenhuis führte zur ersten Strafe der Mannheimer; Maury Edwards schoss den Puck im Powerplay haarscharf am Pfosten vorbei (8.).

Nach zehn Minuten aber rückte Stefan Loibl in den Fokus, der mit ordentlich Tempo im Mannheimer Drittel startete, an allen Ingolstädter Abwehrspielern um Colton Jobke vorbeikurvte und ERC-Torhüter Michael Garteig mit einem satten Schuss zum 1:0 überwand (10.). Der feinen Einzelleistung des einen Mannheimers folgte allerdings ein Riesenfehler eines anderen: In Überzahl wollte Torhüter Arno Tiefensee den Puck schnell wieder nach vorne spielen, übersah dabei jedoch Rowe und servierte dem ERC-Stürmer somit den Treffer zum 1:1 (13.).

Auch wenn mit Jordan Szwarz ein weiterer Mannheimer Stürmer verletzt vom Eis musste, hatten die Gastgeber zum Ende des ersten Drittels die große Chance zur erneuten Führung, als Jobke seine Emotionen für einen Moment nicht im Griff hatte und Yannick Proske in die Band drückte (17.). Während Jobke für diese Aktion in die Kabine geschickt wurde, durften die Adler für fünf Minuten in Überzahl agieren – machten sich diesen Vorteil jedoch schnell wieder durch eine eigene Strafe zunichte.

Mannheims Daniel Fischbuch bringt Adler erneut in Führung



Gute Möglichkeiten der Panther, die im Vergleich zu Niederlage gegen Nürnberg ihre Formationen nahezu komplett verändert hatten, waren im zweiten Drittel vor allem im Powerplay zu sehen. Doch Tiefensee hatte sich nach seinem Fehler schnell erholt und reagierte besonders gegen Casey Bailey (28.) und Mirko Höfflin (29.) ganz stark. Beide Mannschaften agierten weiter auf Augenhöhe, auch wenn die Partie im Mittelabschnitt nicht so viel Spannung zu bieten hatte wie noch zu Beginn.

Das änderte sich zu Beginn des letzten Drittels. Während Patrik Virta auf Zuspiel von Henriquez die Führung für die Gäste verpasste (44.), gelang diese auf der anderen Seite Daniel Fischbuch. Nach einem Pass von Jyrki Jokipakka traf der Nationalspieler durch die Beine Garteigs aus spitzem Winkel zum 2:1 und ließ den ERC-Goalie dabei nicht gut aussehen (44.).

Der Treffer motivierte beide Teams wieder zu mehr Offensivaktionen, vor allem die Panther drückten immer vehementer auf den Ausgleich. Die beste Möglichkeit dazu hatte Bailey mit einem Pfostenschuss (57.). Tatsächlich landete der Puck nach einem Schuss von Rowe noch einmal im Adler-Tor – allerdings Sekundenbruchteile nach Schlusspfiff, und so mussten die Ingolstädter zum dritten Mal in Folge als Verlierer vom Eis gehen.

Adler Mannheim: Tiefensee – Reul, Jokipakka; Holzer, Murray; Gilmour, Gildon – Wolf, Gaudet, Loibl – Fischbuch, Szwarz, Hännikäinen; Eisenmenger, Vey, Bennett; Proske, Thiel.
ERC Ingolstadt: Garteig – Bodie, Hüttl; Wagner, Jobke; Maginot, Edwards; Zitterbart − Höfflin, Stachowiak, Simpson; Krauß, Pietta, Bertrand; St. Denis, Virta, Bailey; Nijenhuis, Rowe, Henriquez.
Schiedsrichter: Schadewaldt/Frano. – Zuschauer: 10132. – Tore: 1:0 Loibl (10.), 1:1 Rowe (13./SH1), 2:1 Fischbuch (44.). – Strafminuten: 12/11 + Spieldauer Jobke.