Vor dem Aus im Europapokal
ERC Ingolstadt unterliegt Växjö Lakers im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League

14.11.2023 | Stand 15.11.2023, 17:36 Uhr

Schwedens Meister war zu stark: Stürmer Patrik Virta (r.) und die Panther bekamen gegen Växjö ihre Grenzen aufgezeigt. Foto: Traub

Der Traum vom Viertelfinale in der Champions Hockey League (CHL) rückt in weite Ferne: Der ERC Ingolstadt verlor das Achtelfinal-Hinspiel gegen die Växjö Lakers am Dienstagabend in der Saturn-Arena mit 1:4 (0:2, 1:2, 0:0). Die Panther bekamen wie schon im ersten Duell gegen den schwedischen Meister in der Vorrunde die Grenzen aufgezeigt und gehen mit einer enormen Hypothek in das Rückspiel in einer Woche.



Kaum waren die Spieler vom Eis, verwandelte sich die Saturn-Arena wieder in das gewohnte Bild. Die CHL-spezifische Bandenwerbung wurde entfernt – und es sieht nicht so aus, als würde sie in dieser Saison noch einmal gebraucht werden. „Wir haben im Großen und Ganzen ganz gut mitgehalten, der Unterschied war, dass die Schweden ihre Torchancen genutzt haben“, meinte ERC-Routinier Daniel Pietta. Das Rückspiel in einer Woche in Växjö wird damit zur Mammutaufgabe. Doch Pietta wollte die Flinte nicht vorschnell ins Korn werfen. „Eishockey“, meinte der Stürmer, „hat schließlich schon verrückte Geschichten geschrieben.“

Dass die Partie gegen den schwedischen Top-Klub keine leichte Nummer für die Ingolstädter werden würde, war klar. Die Lakers hatten die Vorrunde als einzige Mannschaft in der Königsklasse ungeschlagen abgeschlossen und waren am Ende auf dem zweiten Tabellenplatz gelandet. Schon da hatten die Panther beim 2:5 das Nachsehen gehabt. Doch Växjö sollte nicht unterschätzen, welch enorme Wirkung die fantastischen Fans des ERC auf das Ergebnis haben können, warnte die CHL auf ihrer Website.

ERC kassiert gleich zu Beginn bitteres Gegentor



Gegen die beste Offensive der Champions League half den Panthern, die noch ohne Neuzugang Brandon Kozun sowie den angeschlagenen Charles Bertrand antraten, allerdings auch die Unterstützung von den Rängen in der dürftig gefüllten Saturn-Arena kaum. Emil Sylvegard prüfte Devin Williams, der erstmals seit seiner Verletzung aus dem Vorrundenduell gegen die Lakers wieder im ERC-Tor stand, in der dritten Minute. Gleich die zweite gute Chance der Gäste führte zum ersten Gegentor für die Hausherren – allerdings zu einem besonders bitteren, denn der Puck sprang von Marko Friedrichs Handschuh ins Netz (4.).

Ingolstadt erarbeitete sich gegen den CHL-Finalisten von 2018 zwar immer wieder Chancen, doch die starke Defensive der Schweden war kaum zu überwinden. Die beste Möglichkeit im ersten Drittel vergab Andrew Rowe nach einem Konterangriff mit Wayne Simpson (5.). Auf der anderen Seite ging es für die Lakers viel zu einfach: Durch einen abgefälschten Schuss von Gabriel Carlsson kassierten die Panther das 0:2 (11.). Immerhin konnte Williams gegen Nationalstürmer Tobias Rieder (14.) sowie Marcus Sylvegard im Powerplay (18.) seine Mannschaft vor dem nächsten Rückschlag bewahren.

ERC drückt auf den Ausgleich



Kurz keimte Hoffnung unter den ERC-Fans auf, als Pietta nur 35 Sekunden nach Wiederbeginn auf Zuspiel von Travis St. Denis den Anschlusstreffer zum 1:2 erzielte (21.). „Das hat uns wieder Leben eingehaucht“, meinte ERC-Trainer Mark French. Tatsächlich hatte Ingolstadt fortan sogar mehrmals die Chance zum Ausgleich: Nach einem Angriff von Rowe und Philipp Krauß ging der Puck nur knapp vorbei (22.), einen Versuch von Noah Dunham ließ Lakers-Torhüter Adam Ahman abprallen, Simpson vergab den Nachschuss (25.), im Anschluss agierten die Panther erstmals in Überzahl.

Doch der Vorteil verstrich – und kurz nach Ablauf des Powerplays erhöhte Victor Stjernborg nach einem Puckverlust der Gastgeber auf Höhe der Mittellinie auf 1:3 (27.). „So einen Fehler nutzen Mannschaften wie Växjö halt gnadenlos aus“, meinte Pietta. Auch French bezeichnete dieses Gegentor als Knackpunkt der Partie. Denn die Schweden kombinierten sich weiter erbarmungslos durch das Panther-Drittel und zeigten sich effizient. Nach einer halben Stunde stand es 1:4, Brian Cooper bediente Lakers-Topscorer Dylan McLaughlin, der Williams aus zentraler Position überwand (30.).

Im Schlussabschnitt drängten die Panther den Gegner ins eigene Drittel. Kevin Maginot (42.), Simpson (46.), St. Denis (53.) und Mirko Höfflin (54.) konnten Ahman allerdings nicht überwinden. „Wir mussten viel defensiver spielen, als uns lieb war“, meinte Lakers-Trainer Jörgen Jönsson. „Aber mit einer guten Defensive und einem starken Torhüter haben wir das gelöst.“

Statistik
ERC Ingolstadt: Williams – Wagner, Edwards; Bodie, Hüttl; Maginot, Zitterbart; Schwaiger, Jobke – Friedrich, Stachowiak, Virta; Dunham, Pietta, St. Denis; Krauß, Rowe, Simpson; Schindler, Höfflin, Henriquez.
Växjö Lakers: Ahman – E. Rosén, Cooper; Carlsson, Martinsson; Hurtig, Giuttari; Freij, Östlund – Stjernborg, McLaughlin, Gustafsson; Agren, R. Rosén, Blichfeld; Rieder, Kossila, M. Sylvegard; Nilsson, Lundberg, E. Sylvegard.
Schiedsrichter: Kohlmüller/Soos.
Zuschauer:
2654.
Tore:
0:1 Rieder (4.), 0:2 Carlsson (11.), 1:2 Pietta (21.), 1:3 Stjernborg (27.), 1:4 McLaughlin (30.).
Strafminuten: 6/2.