Vor 850 mitgereisten Fans
ERC Ingolstadt gewinnt gegen Adler Mannheim mit 3:1

25.02.2024 | Stand 27.02.2024, 6:22 Uhr

Tor für die Panther vor 850 mitgereisten Fans: Wojciech Stachowiak verfolgt im Hintergrund, wie der Schuss von Marko Friedrich an Mannheim-Goalie Arno Tiefensee vorbei ins Netz der Adler fliegt. Foto: Ruffler/PIX-Sportfotos

Die Pre-Play-offs gesichert, das letzte Auswärtsspiel in der Hauptrunde der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gewonnen und 850 mitgereiste Fans zum Strahlen gebracht: Der ERC Ingolstadt hat sich am Sonntagnachmittag gegen den Tabellennachbarn Adler Mannheim dank Effizienz, etwas Glück und einem starken Goalie mit 3:1 (1:0, 0:1, 2:0) durchgesetzt.



Einen Gewinner hatte die Partie bereits vor dem Start: Panther-Stürmer Casey Bailey, der nach fast vier Monaten Verletzungspause zurückkehrte. „Es war schon aufregend, nach so einem langen Weg der Genesung endlich wieder mit den Jungs auf dem Eis zu stehen“, meinte der 32-Jährige. Nach dem Spiel durfte sich vor allem Michael Garteig als Held feiern lassen, denn während seinen Teamkollegen 15 Torschüsse zum Sieg reichten, brachte der ERC-Goalie Mannheims Stürmer zum Verzweifeln.

Für die Adler war es die zweite bittere Niederlage gegen den Vizemeister in Folge: Mitte Januar hatten sie in der Schanz 0:4 verloren – Ingolstadts bis dato letzter Drei-Punkte-Sieg. „Man muss zugeben, dass wir heute das Glück ein wenig auf unserer Seite hatten“, meinte Bailey. „Das war uns allerdings die ganze Saison nicht oft vergönnt, deshalb finde ich, waren wir auch mal dran.“

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Die 850 ERC-Fans, die um 9 Uhr morgens am Ingolstädter Hauptbahnhof im Sonderzug gestartet waren, kamen rechtzeitig in Mannheim an und machten von Beginn an Stimmung in der SAP-Arena. Doch auf dem Eis traten die Gastgeber zunächst wesentlich engagierter auf. Daniel Fischbuch versuchte es gegen Garteig, den zweiten Versuch verpasste Kris Bennett (8.). Nach einem schnellen Angriff über Topscorer Matthias Plachta verfehlte Linden Vey, der den Adlern am vergangenen Freitag den Zusatzpunkt beim 3:2 nach Penaltyschießen gegen die Nürnberg Ice Tigers gesichert hatte, nur knapp das Tor (10.).

Stachowiak schießt den ERC in Führung



Die Ingolstädter, die ohne den für zwei Spiele gesperrten Travis St. Denis antraten, standen kompakt und sicher in der eigenen Zone. Auf der anderen Seite hatten sie zunächst kaum gute Chancen zu verzeichnen – und gingen doch in Führung. Wojciech Stachowiak entwischte Simon Thiel bei einem Konterangriff, sein Querpass landete bei Mannheims Fabrizio Pilu. Von dort sprang der Puck genau auf den Schläger von Marko Friedrich, der in seinem 450. DEL-Spiel nur noch ins offene Tor vollenden musste (16.). „Ich hatte heute mal ein bisschen Glück auf der Kelle“, meinte Friedrich. „Mannheim hat ordentlich Druck gemacht, das Tor kam zum richtigen Zeitpunkt.“

Mannheim machte allerdings auch nach der Pause ordentlich Druck und zwang die Gäste nach einem Schuss von Tom Kühnhackl zur ersten Strafe (23.). Im Powerplay traf Leon Gawanke zunächst den Pfosten (24.), kurz darauf setzte sich Plachta gegen Daniel Pietta durch und bediente Ryan McInnis, der im Nachschuss zum verdienten 1:1 traf (25.).

Die Adler ließen nicht locker: Thiels Schuss musste Garteig abprallen lassen, Yannik Proske verpasste den freien Puck (27.), Markus Hännikäinen ließ eine Doppelchance liegen (29.). Die Panther durften in Überzahl etwas durchschnaufen, scheiterten durch Philipp Krauß und Brandon Kozun aber gegen Adler-Goalie Arno Tiefensee (33.). Genauso erfolglos blieb Kühnhackls Unterzahl-Konter (34.).

ERC Ingolstadt trifft kurz vor Schluss zum Sieg



Es deutete alles daraufhin, dass die Ingolstädter zum fünften Mal in Folge in die Verlängerung mussten, denn Stachowiak verpasste nach klasse Zuspiel von Charles Bertrand die Riesenmöglichkeit im Duell mit Tiefensee (50.), auf der anderen Seite ging Stefan Loibls Schuss knapp am ERC-Tor vorbei (52.).

Doch die Gäste durften noch einmal in Überzahl antreten. Und während Patrik Virta, Pietta und Stachowiak ihre Chancen vergaben, traf Maury Edwards zweieinhalb Minuten vor Schluss zum 2:1 für den ERC (58.). Die Mannheimer antworteten mit einem Pfostentreffer Kühnhackls, ehe Krauß mit dem 3:1 ins leere Tor den vielen mitgereisten Fans zehn Sekunden vor Schluss endgültig den umjubelten Auswärtssieg bescherte (60.). „Es ist unglaublich, auswärts so eine Unterstützung zu haben“, meinte Bailey. „Sie haben heute wieder bewiesen, dass sie eines der besten Fanlager der ganzen Liga sind.“

Adler Mannheim: Tiefensee – Jokipakka, Gawanke; Gilmour, Reul; Gildon, Holzer; Pilu – Kühnhackl, Vey, Plachta; Bennett, Gaudet, Fischbuch; Wolf, Loibl, Hännikäinen; Thiel, MacInnis, Proske.
ERC Ingolstadt: Garteig – Jobke, Wagner; Farrance, Maginot; Hüttl, Bodie; Edwards – Nijenhuis, Bailey, Dunham; Simpson, Virta, Höfflin; Kozun, Pietta, Krauß; Bertrand, Stachowiak, Friedrich.
Schiedsrichter: Hunnius/Pälkövi. – Zuschauer: 12660. – Tore: 0:1 Friedrich (16.), 1:1 MacInnis (25./PP1), 1:2 Edwards (58./PP1), 1:3 Krauß (60./EN). – Strafminuten: 6/6.