Eishockey - ERC-Frauen

Ein Sieg und viele Erkenntnisse

Frauen des ERC Ingolstadt landen beim Vorbereitungsturnier in Zürich auf Rang drei – Trainer Sohlmann trotz einiger Fehler zufrieden

20.09.2022 | Stand 22.09.2022, 10:05 Uhr

Freut sich auf den Saisonstart: ERC-Spielerin Franziska Brendel. Foto: Imago Images

Von Martin Wimösterer

Zürich – Vier Spiele in zwei Tagen – die Eishockey-Frauen des ERC Ingolstadt haben ihre Testspiele gegen starke internationale Konkurrenz en bloc abgespult. Bei der „Zurich Trophy“ in der Schweiz sprang bei zwei Niederlagen und einem Remis zumindest ein Sieg heraus. Das ergab in der Tabelle Platz drei. Für ERC-Trainer Christian Sohlmann waren, wie angekündigt, die Ergebnisse zweitrangig: „Es war unter den Umständen ein sehr gutes, erkenntnisreiches Wochenende“, erklärte er.

Die Panther waren aufgrund einiger kurzfristiger Ausfälle gerade mal mit zwölf Feldspielerinnen angereist, darunter zwei U18-Spielerinnen und die drei Neuzugänge Sara Kaneppele, Sophie Vandale und Kenzie Robinson. Während die Südtirolerin Kaneppele im Außenstürmergespann mit Jule Schiefer auflief, verteidigte Vandale zusammen mit Ann-Kathrin Voog. Robinson rotierte als einzige Mittelstürmerin neben Celina Haider.

23 Sekunden gerade einmal dauerte es, bis zum ersten Saisontor der Panther: Lena Düsterhöft passte im ersten Turnierspiel gegen Aisulu Almaty (Kasachstan) von der Blauen Linie vors Tor auf Theresa Wagner, Haider blockte den Weg frei für Wagners Drehung, die mit der Rückhand die Scheibe ins Tor beförderte. Nach dem Ausgleich durch Alicia Williams (4.) aus der Halbdistanz startete Haider über links ein Solo, überlief eine Verteidigerin, zog vors Tor und stellte auf 2:1 (7.). Franziska Brendl schoss bei angezeigter Strafe von links ins lange Eck (3:1, 20.).

In einem Überzahlspiel fand Aisulu zurück in die Partie: Larissa Sviridova stahl sich zwischen zwei zu passiven Panther-Verteidigerinnen durch und bezwang Dominique Quint (37.). 21 Sekunden später traf Roxanne Rioux nach einem Bully zum 3:3-Ausgleich. Da hatte die Zuordnung des ERC nicht gestimmt. Situationen, die auch Sohlmann notiert hat: „Wir haben ein paar Fehlerquellen ausgemacht, an denen wir arbeiten werden, die auch für einen Großteil der Gegentore verantwortlich waren.“

Das 3:3 war auch der Endstand. Der Turniermodus sah weder Verlängerung noch Penaltyschießen vor. Weitere Besonderheit: Die Spiele dauerten dreimal 15 Minuten – kürzer als die Regel, dafür gab es pro Tag aber zwei Partien. Brendel befand während dieses Marathons: „Es passt auch wieder in der Mannschaft, aber wir brauchen noch ein bisschen, bis wir zu unserer alten Form zurückfinden.“

In der zweiten Samstagspartie gegen DFEL-Rivale Mad Dogs Mannheim stellten sich die Zuschauer in der Kunsteisbahn Zürich-Heuried schon langsam auf das zweite ERC-Unentschieden ein, da passierte doch noch etwas. Dem Spielverlauf entsprechend hätte der Treffer eher für Ingolstadt fallen müssen. Die Panther hatten, auch wegen zweier Powerplays, im ersten Abschnitt ein deutliches Chancenplus. Die beste Einschussmöglichkeit bot sich Neuzugang Kenzie Robinson, von rechts vor dem Tor bedient – aber sie scheiterte (10.).

Danach verlief die Partie ausgeglichener und unspektakulär. Chancen waren auf beiden Seiten Mangelware. Keine fünf Minuten verblieben mehr, da unterlief den Panthern die einzige größere Fehlerkette des Spiels: Düsterhöft drehte unter Bedrängung in der Rundung noch mal ab, anstatt die Scheibe hinauszufeuern, erhielt aber hinter dem eigenen Tor die nächste Forecheckerin. Nach dem Scheibenverlust ging dann Brendel aus Schiedsrichtersicht an der Bande zu rüde in den Zweikampf mit Lena Artner. Im Überzahlspiel setzte sich Mannheim fest, Lisa Hemmerle im ERC-Tor wehrte mehrere Abstauberversuche ab, wurde bedrängt und war schließlich gegen den Schuss Lea Welckes aus der Halbdistanz chancenlos. 0:1, dreieinhalb Minuten vor Schluss. Dabei blieb es.

Im dritten Spiel gegen SKP Bratislava (Slowakei) ging der Gegner in Führung. Ähnlich dem zweiten Treffer von Aisulu zog Nikola Rumanova über rechts zwischen zwei Panther-Verteidigerinnen durch (2.). Der ERC aber antwortete in zwei Überzahlspielen: Jule Schiefer staubte in einem Powerplay zum Ausgleich ab (10.), beim 2:1 lenkte eine SKP-Verteidigerin eine hohe Hereingabe mit der Hand ins eigene Tor (14.). Der Ausgleich fiel nach einem Bully – Rumanova schoss einen Rebound ein. Im Schlussdrittel trafen zwei Youngster, Lucy Klein und Kaneppele, zum Ingolstädter 4:2-Sieg.

Im vierten Turnierspiel gegen Gastgeber ZSC Lions, der bereits als Turniersieger feststand, hätte der ERC noch auf den zweiten Rang vorrutschen können. Ein Sieg gegen die Zürcher gelang aber nicht. Skylar Fontaine und zweimal Alina Marti trafen beim 3:1 für den ZSC, Robinson hatte zwischenzeitlich auf 1:2 verkürzt.

Sohlmann sah das Schweiz-Wochenende als Gewinn an, da es auch als eine Art Teambuilding-Maßnahme vor dem Saisonstart in gut einer Woche diente. „Wir haben Zeit miteinander verbracht. Das Wetter in Zürich war gut, angeschlossen ist ein Freibad – man konnte sich auch in die Sonne legen und quatschen. Dementsprechend war es ein gelungenes Wochenende.“

DK