Fußball - Bayernliga

Ein Goalgetter und ein Abwehrchef

Zwischenbilanz: Jeroen Krupa und Tim Herm gehören beim FCI bisher zu den Gewinnern

22.09.2022 | Stand 22.09.2022, 17:34 Uhr

Hat bereits achtmal für die Jungschanzer getroffen: Jeroen Krupa war in der bisherigen Bayernliga-Runde der wohl auffälligste Ingolstädter. Aktuell ist er jedoch angeschlagen. Foto: Traub

Von Julian Meier

Ingolstadt – Das erste Saisondrittel in der neuen Bayernliga-Spielzeit hat der FC IngolstadtII bereits hinter sich. Nach dem 1:0-Zittersieg gegen den TSV Rosenheim sind die Jungschanzer seit zehn Partien ungeschlagen, siebenmal ging der FCI dabei als Sieger vom Platz. Keine Frage: Die Schanzer knüpfen fast nahtlos an die erfolgreiche Vorsaison an. Das „Oben mitspielen“-Ziel, das Trainer Alexander Käs vor der Saison ausgegeben hat, erfüllt sein Team schon jetzt: Die Ingolstädter rangieren in der Tabelle auf Rang drei, mit ebenso vielen Punkten Rückstand auf Spitzenreiter TSV Landsberg.

Jedoch hat der knappe Erfolg gegen Schlusslicht Rosenheim gezeigt, das noch längst nicht alles rund läuft. Das gilt auch auf Spielerebene: Nach den Abgängen von zehn etablierten Akteuren konnte sich so mancher Verbliebener ins Rampenlicht spielen. Auch die hauseigenen U19-Aufrücker haben sich bereits gut integriert und an den Herrenfußball gewöhnt. Für die fünf externen Neuzugänge läuft es derweil eher durchwachsen: Keiner von ihnen konnte sich bislang durchsetzen. Mit Mussa Fofanah (TSV 1860 München II) bringt es bislang nur einer auf mehr als hundert Einsatzminuten. Das hat für Trainer Käs allerdings auch Gründe: „In den letzten Wochen haben es die Spieler, die auf dem Platz waren, sehr gut gemacht. Das gibt dem Trainer natürlich wenig Grund, an der Startformation etwas zu verändern.“

Auch für manche Stammspieler der Vorsaison läuft es bislang noch nicht wie gewünscht. Wir zeigen beispielhaft Gewinner und Verlierer der bisherigen Saison:

Die Gewinner

Tim Herm: Schon in seiner ersten Saison im Herrenfußball 2020/21 war Tim Herm gesetzt. In dieser Spielzeit ist er allerdings zum Abwehrchef aufgestiegen. Nach dem Abgang von Georgios Pintidis hat Herm seinen Stammplatz als zentraler Innenverteidiger in der Dreierkette sicher. „Er ist sportlich sehr wichtig, weil er einen super Spielaufbau hat und extrem spielintelligent ist. Er ist derjenige, der hinten die Abläufe und die Spielaufbaustruktur bestimmt“, lobt Trainer Käs. Die Rolle des Kommandogebers ist dem 21-Jährigen allerdings nicht in die Wiege gelegt. „An den Themen Körpersprache und Lautstärke kann er noch ein bisschen arbeiten. Da hat er schon einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht, aber er kann noch einen Tick lauter werden und mehr Ausstrahlung haben“, fordert Käs.

Jeroen Krupa: So wichtig wie Herm in der Verteidigung ist, so wichtig ist Jeroen Krupa in der Offensive – dabei stand lange nicht mal fest, ob er dem FCI überhaupt erhalten bleibt. Erst im Laufe der Vorbereitung verlängerte der U19-Spieler seinen Vertrag. Zum Glück für die Schanzer, schließlich traf Krupa bereits achtmal und belegt damit Rang sechs in der Torschützenliste. Der 19-Jährige hat sich schon jetzt unverzichtbar gemacht: Seit er gegen Ismaning nach 16 Minuten verletzt raus musste, läuft es beim FCI offensiv nicht mehr rund. Die Diagnose: Muskelfaserriss. Für das nächste Heimspiel gegen den VfB Hallbergmoos (Freitag, 20 Uhr) ist Krupa auf jeden Fall noch raus. „Wenn es gut läuft, ist vielleicht Memmingen möglich“, sagt Coach Käs im Hinblick auf das übernächste Spiel am 7. Oktober.

Die Verlierer

Stefan Inthal: Der Österreicher steht sinnbildlich für die Transferaktivitäten in diesem Sommer: Nach zwölf Spieltagen kommt Stefan Inthal auf gerade einmal 48 Einsatzminuten. Der unschöne Höhepunkt war die Auswärtspartie beim SV Schalding-Heining, als ihn Trainer Käs zur Halbzeit einwechselte und nach 77 Minuten bereits wieder vom Feld nahm. Der 21-Jährige ist noch nicht richtig angekommen bei den Schanzern. Käs beschwichtigt allerdings: „Ich habe keine Bauchschmerzen, ihn spielen zu lassen. Aber es kommt natürlich immer auf die Situation an.“ Noch wartet Inthal allerdings auf seinen ersten Startelfeinsatz.

Renato Domislic: Die Fähigkeiten von Renato Domislic sind unbestritten: schnell, dribbelstark, torgefährlich. Was allerdings auch untrennbar mit dem Kroaten verbunden ist, ist seine Verletzungsanfälligkeit. Schon in der vergangenen Spielzeit verpasste er große Teile der Hinrunde. In dieser Saison stand Domislic wegen einer Sprunggelenksverletzung noch keine Sekunde auf dem Platz. „Er ist noch weit weg vom Mannschaftstraining“, sagt Trainer Käs. Bislang kann der 19-Jährige nur lockere Laufeinheiten absolvieren. Nach seiner starken Acht-Tore-Rückrunde läuft Domislic Gefahr, in seiner Entwicklung gebremst zu werden. Käs zeigt sich aber optimistisch: „Renato ist ein Spieler, der relativ schnell wieder Fuß fassen kann und keine große Anlaufzeit braucht. Ich hoffe, dass er genauso zurückkommt, wie er letztes Jahr nach seiner Verletzung zurückgekommen ist.“

DK



Käs-Elf erwartet Kellerkind

Ingolstadt – Wie in der Woche zuvor empfängt der FC Ingolstadt II an diesem Freitag (20 Uhr) einen Abstiegskandidaten: Der VfB Hallbergmoos steht mit sieben Punkten auf dem drittletzten Tabellenplatz und hat die meisten Gegentore aller Bayernligisten kassiert. FCI-Trainer Alexander Käs erwartet ein ähnliches Spiel wie zuletzt beim „dreckigen“ 1:0-Sieg gegen den TSV Rosenheim: „Es wird wieder ein Gegner sein, der um alles kämpft. Wir müssen mit Ball besser werden und unsere Leistung wieder hochfahren, sonst verlierst du irgendwann mal.“

Dabei muss er erneut auf seinen Top-Torjäger Jeroen Krupa (Muskelfaserriss) verzichten. Auch die Langzeitverletzten Valdrin Konjuhi, Fabio Riedl, Paul Kalischko, Renato Domislic und Ludwig Räuber fehlen, während Mussa Fofanah in den Kader zurückkehrt.

jme

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