Taekwondo

Brandl auf der Erfolgswelle

Grand-Prix-Gold und WM-Bronze: Pförringer Taekwondo-Kämpferin Lorena Brandl hat sich in der absoluten Weltspitze etabliert

24.11.2022 | Stand 24.11.2022, 17:19 Uhr

Freude über Bronze: Bei der WM in Mexiko unterlag Lorena Brandl (rechts) erst im Halbfinale der Israelin Dana Azran. Foto: Bolz/DTU

Von Norbert Roth

Guadalajara – Taekwondo-Kämpferin Lorena Brandl kommt derzeit aus dem Feiern kaum heraus. Die Pförringerin, die für das Team Tiger&Dragon Altmannstein/Mindelstetten startet, hat auf die erste Grand-Prix-Goldmedaille einer deutschen Kämpferin vor wenigen Wochen in Manchester nun die Bronzemedaille bei der WM in Guadalajara (Mexiko) folgen lassen. „Heute geht für mich ein Traum in Erfüllung. Es ist meine erste WM-Medaille, ich bin einfach nur stolz“, ließ sie unmittelbar nach dem Wettkampf wissen.

Dass sie zu einer solchen Leistung fähig ist, hatte sich bereits in Manchester angedeutet. So hatte Brandl dort – in England – auf dem Weg zum Sieg unter anderem die britische Lokalmatadorin und Weltranglisten-Erste Bianca Cook geschlagen. Ein Achtungserfolg, der natürlich selbstbewusst macht.

Und so kam Brandl in Mexiko in der Klasse +73kg dann auch recht sicher durch die ersten beiden Runden. Sowohl gegen die Iranerin Akram Khodabandeh als auch gegen die Brasilianerin Gabriele Siquera gelangen sichere Siege und der Einzug ins Halbfinale. Für die Sportsoldatin, die am Bundesstützpunkt in Nürnberg trainiert, stand damit bereits fest, dass sie die erhoffte Medaille sicher hat.

Das nun folgende Vorschlussrunden-Duell hatte es dann in sich. Vor der beachtlichen Kulisse von 3500 Zuschauern entwickelte sich der Kampf gegen Dana Azran zu einem echten Krimi mit einer ganz knappen Entscheidung – und dem besseren Ende für die Israelin. Der Westentreffer Azrans im ersten Durchgang und eine kleine Strafwertung gegen Brandl (wegen Schiebens) in Runde zwei gaben den Ausschlag, was Brandl indes gefasst aufnahm. „Ich hatte auch Kopftreffer, die aber nicht angezeigt wurden. Das war einerseits schon ein wenig ärgerlich, weil es insgesamt so knapp war. Unterm Strich war ich nachher aber vor allem happy, dass ich mit Bronze meine erste WM-Medaille in der Tasche hatte.“

Ein Erfolg, der mit Blick auf ihr Fernziel Olympia 2024 durchaus Signalwirkung hat. „Durch die Erfolge konnte ich wichtige Punkte für das olympische Ranking sammeln. Stehe ich im Dezember 2023 dort unter den besten Sechs, wäre ich direkt für Paris qualifiziert“, beschreibt die 25-Jährige. Durchaus noch ein langer Weg, aber sicher einer, den Brandl nun mit viel Zuversicht angeht. Zur Erinnerung: Vor den Spielen in Tokio 2021 hatte sie den Umweg über die Kontinental-Qualifikation nehmen müssen, und war dort im letzten Kampf hauchdünn gescheitert. Kein Wunder, dass sie das Ticket für Paris am liebsten direkt lösen würde. Aktuell liegt sie im Ranking auf Rang vier.

Gefragt nach dem Grund für ihre zuletzt besonders gute Entwicklung nennt Brandl vor allem zwei Gründe. Neben der Arbeit mit einem Mentalcoach seien die Impulse des neuen Bundestrainers Balazs Toth ein wichtiger Faktor. Der Ungar ist seit Januar des Jahres im Amt und bildet mit ihrem Heim- und Stützpunkttrainer Bernhard Bruckbauer (Sandersdorf) offenbar ein effektives Duo. „Die Zusammenarbeit klappt wirklich gut. Ich habe mich gerade bei den letzten Wettkämpfen gut vorbereitet gefühlt und hatte immer eine gute Taktik im Gepäck.“

So kann es aus ihrer Sicht natürlich weitergehen. Die nächste Bewährungsprobe steht schon ab 9. Dezember beim Grand-Prix-Finale der 16 weltbesten Kämpferinnen in Riad (Saudi-Arabien) an. Dort kann und will Brandl nach Möglichkeit die nächsten Punkte auf ihrem Weg nach Paris sammeln.

DK