Nachthimmel über Europa

Totale Mondfinsternis und Sternschnuppen im Mai

04.05.2022 | Stand 18.05.2022, 10:49 Uhr

Totale Mondfinsternis - Nach der totalen Verdunklung wird der Mond wieder sichtbar. Herausragendes astronomisches Ereignis ist in diesem Monat eine totale Mondfinsternis, die von Mitteleuropa zu beobachten ist. - Foto: Boris Roessler/dpa

Frühaufstehern bietet der Himmel im Mai mit einer Mondfinsternis ein besonderes Schauspiel. Wer im Wonnemonat in südlichen Ländern Europas unterwegs ist, kann sich zudem über viele Sternschnuppen freuen.

Herausragendes astronomisches Ereignis ist in diesem Monat eine totale Mondfinsternis, die von Mitteleuropa aus zu beobachten ist. Das kosmische Schattenspiel findet in den frühen Morgenstunden am Montag, den 16. Mai, statt. Allerdings ist von Deutschland aus nur der erste Teil zu verfolgen.

Noch vor Mitte der Finsternis geht der Mond bei uns unter. Mit Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde um 4.28 Uhr beginnt bei uns der sichtbare Teil der Mondfinsternis. Die Totalität beginnt um 5.29 Uhr. In der Mitte Deutschlands geht der Mond um 5.35 Uhr unter. Drei Minuten zuvor ist bereits die Sonne aufgegangen.

In Hamburg erfolgt der Monduntergang um 5.20 Uhr, in Berlin um 5.11 Uhr und in München um 5.36 Uhr. Die nächste von Deutschland aus sichtbare Mondfinsternis findet am 28. Oktober 2023 statt. Ihre Größe beträgt allerdings nur 13 Prozent des Mondscheibendurchmessers.

Die exakte Vollmondposition wird am 16. um 6.14 Uhr im Sternbild Waage erreicht. Neumond tritt am 30. um 13.30 Uhr ein. Einen Tag nach Vollmond kommt der Mond in Erdnähe, wobei er von uns 360.300 Kilometer entfernt ist. Am 5. hält er sich mit 405.290 Kilometer in Erdferne auf.

Planeten erspähen

Merkur kann unter günstigen Sichtbedingungen noch in den ersten Maitagen in der fortgeschrittenen Abenddämmerung knapp über dem Nordwesthorizont erspäht werden. Die extrem schmale Mondsichel zieht am 2. Mai südlich am Merkur vorbei.

Venus bleibt Morgenstern. Ihre Aufgänge erfolgen immer früher. Allerdings erscheint auch die Sonne immer früher. Am 27. kommt es zu einer Begegnung mit der dünnen Sichel des abnehmenden Mondes - ein hübscher Anblick am Osthimmel gegen 4 Uhr morgens.

Mars taucht immer früher in der zweiten Nachthälfte auf und nimmt merkbar an Helligkeit zu. Der Rote Planet wandert durch den Wassermann und wechselt am 19. in das Sternbild Fische. Ende Mai geht Mars bereits um 4.00 Uhr morgens auf.

Jupiter ist Planet am Morgenhimmel. Der Riesenplanet zieht seine Bahn durch das Sternbild Fische. Jupiter wird von Mars verfolgt, der wesentlich schneller durch den Tierkreis läuft. Am 29. überholt der Rote Planet knapp südlich den Riesenplaneten. Mars ist erheblich lichtschwächer als Jupiter, der nur noch von Venus im Glanz übertrumpft wird.

Saturn wird zum Planeten der zweiten Nachthälfte. Er wandert durch das Sternbild Steinbock, wobei er Ende Mai fast völlig stehenbleibt. Am 22. wird der Ringplanet vom abnehmenden Halbmond besucht. Am 1. geht Saturn kurz nach 3.30 Uhr auf, Ende Mai schon um 1.44 Uhr. Jeweils etwa zwanzig Minuten nach seinem Aufgang wird der Ringplanet erkennbar.

Sternschnuppen vor allem in südlichen Ländern

Die Mai-Aquariden sind den ganzen Monat über aktiv. Es handelt sich um schnelle Sternschnuppen mit Eindringgeschwindigkeiten in die Erdatmosphäre um 234.000 Kilometer pro Stunde. Ihr Ursprungskomet ist der Halleysche Komet. Das Maximum ist um den 5. zu erwarten. Wegen des bei uns recht tief stehenden Radianten sehen wir hierzulande nur wenig Sternschnuppen. Aber in südlichen Ländern sind bis zu zwanzig Meteore pro Stunde zu erwarten.

© dpa-infocom, dpa:220420-99-973699/7