Internationaler Geldverkehr: Was ist bei Zahlungen zu beachten?

08.11.2022
−Foto: unsplash.com

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Zahlungen innerhalb des eigenen Landes sind unkompliziert und schnell erledigt. Entweder wird hierfür die klassische Überweisung bei der Hausbank genutzt oder es stehen Online-Zahlungsmethoden zur Verfügung.

Aber wie funktionieren Zahlungen außerhalb des eigenen Landes? Was ist, wenn eine Überweisung von Deutschland in die Schweiz transferiert werden soll? Wie werden Schweizer Dienstleistungen im Internet bezahlt? Dank innovativer und internationaler Vernetzung gibt es heute bedeutend mehr Möglichkeiten als noch vor einigen Jahren.

Die Paysafecard – internationales und anonymes Zahlungsmittel in Europa

Die Paysafecard hat sich seit einigen Jahren als wertvolles Zahlungsmittel bewährt. Sie steht nicht nur in Deutschland zur Verfügung, sondern auch in vielen weiteren Ländern Europas.

In der Schweiz beispielsweise wird die Paysafecard in Online Casinos ebenso eingesetzt wie in Deutschland, sogar mit zahlreichen Vorzügen. Durch Bereitstellung der TWINT-App ist es für Schweizer möglich, überall problemlos Codes der beliebten Prepaid-Karte zu kaufen. Zudem können Paysafecards via E-Banking erworben werden.

Anders als in Deutschland bietet TWINT den Schweizern Möglichkeiten, die über die Bezahlung im Casino hinausgehen. Die App wurde 2014 entwickelt und gilt als virtuelles Portemonnaie für alle Schweizer Kunden. In Deutschland steht zwar ebenfalls eine Paysafe-App zur Verfügung, allerdings hat sie bedeutend weniger Möglichkeiten als TWINT. Es ist lediglich möglich, die Einzahlungen zu koordinieren und schließlich per Login an verschiedenen Stellen zu bezahlen.

Zukünftig könnte der Paysafecard mehr Aufmerksamkeit zuteil kommen. Sie ist ein praktisches und hilfreiches Zahlungsmittel, vor allem für jene, die gern anonym bleiben möchten. Der entsprechende Gegenwert kann einfach im Supermarkt in einen Paysafe-Voucher umgetauscht werden und steht dann zur Verfügung. In der Schweiz haben die Kunden nun eben den Vorteil, dass sie per App bezahlen und dafür ihr Guthaben verwenden.

Der internationale Zahlungsverkehr – unkomplizierter als gedacht

In anderen Ländern herrschen andere Regeln und diese betreffen auch den Zahlungsverkehr. Mit der richtigen Bankverbindung ist es grundsätzlich kein Problem, finanzielle Transaktionen im Ausland zu regeln.

Zu den wichtigsten Außenhandelspartnern Deutschlands gehören die Schweiz, Großbritannien, USA und China. Sie alle haben eines gemeinsam: Eine andere Landeswährung. Zwischen Deutschland und der Schweiz herrschte im Jahr 2016 ein Außenhandelsumsatz von über 94 Milliarden Euro.
Gezahlt wird ein großer Teil mit Fremdwährungen. Um das internationale Wachstum nicht einzuschränken, ist es wichtig, dass nicht nur große Unternehmen problemlos zahlen können. Auch der kleine Start-Up-Gründer oder die Privatperson braucht Möglichkeiten, um Rechnungen in CHF auch aus Deutschland bezahlen zu können.

In der Euro-Zone funktionieren Zahlungen ins Ausland ganz einfach

In 19 Ländern gilt der Euro als Zahlungsmittel, was den internationalen Zahlungsverkehr deutlich erleichtert. Mit Einführung des SEPA-Verfahrens ist es nun möglich geworden, Transaktionen ohne Probleme mithilfe der IBAN durchzuführen. Die SEPA-Überweisung kostet innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes nicht mehr als eine klassische Inlandsüberweisung. Hierzu gehören nicht nur die EU-Staaten, sondern auch Liechtenstein, Island und Norwegen.

Die Schweiz ist kein EU-Land und trotzdem ist es möglich, eine klassische SEPA-Überweisung vorzunehmen. Benötigt werden hierfür Bankname, BIC, IBAN und Name des Empfängers. Kostenlos ist die Überweisung aber nur dann, wenn in Euro gezahlt wird. Wer sich entscheidet, in CHF zu bezahlen, muss die Kosten für die Umrechnung bezahlen. Es ist ratsam, den Zahlungsempfänger um Bezahlung in Euro zu bitten.

Als beleglose Zahlung darf die SEPA-Transaktion zwischen Deutschland und der Schweiz maximal einen Tag dauern. Wenn es sich um eine beleghafte Überweisung handelt, sind 48 Stunden akzeptabel. Wer hingegen in CHF bezahlt, muss eine Laufzeit von bis zu vier Tagen berücksichtigen.

Zahlungen außerhalb der SEPA-Regionen – darauf kommt es an

Wenn es um Geld und Recht geht, ist Vorsicht höchstes Gebot. Niemand hat etwas zu verschenken, auch nicht bei internationalen Geldgeschäften. Wenn eine Überweisung außerhalb des SEPA-Gebiets (außereuropäisch) getätigt werden soll, kostet sie Geld. Teurer wird es, wenn in der Währung des Empfängerlandes bezahlt wird, denn dann erfolgt noch hierzulande die Umrechnung.

Anders als beim SEPA-Verfahren wird nicht nur die Kontonummer des Empfängers, sondern auch die SWIFT-Nummer benötigt. Sobald der zu überweisende Betrag über 12.500 Euro liegt, ist außerdem eine Meldung an das Außenwirtschaftsverkehrsamt (AWV) erforderlich. Wer Geld aus dem Ausland empfängt, wird auf seinem Kontoauszug einen Hinweis lesen können. Dieser erinnert an die Meldepflicht.

SEPA-Überweisungen dürfen einen Tag dauern, Verzögerungen können dem Bankkunden Zinsen einbringen. Es handelt sich hierbei ausschließlich um Eurozahlungen. Sobald in einer Fremdwährung überwiesen wird, darf die Banklaufzeit bis zu vier Tage betragen. Für eine Überweisung ins Ausland können teilweise längere Laufzeiten beobachtet werden, im Schnitt dauert sie aber höchstens drei bis vier Tage.

Geld sparen bei außereuropäischen Transaktionen – Gebühren lieber aufteilen

Innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes fallen nur dann Gebühren an, wenn in einer fremden Währung bezahlt wird. Außerdem können Sonderüberweisungen (ab 50.000 Euro) mit Zusatzgebühren belegt werden. Bei Transaktionen auf ein Konto außerhalb des EWR fallen höhere Kosten an. Diese entstehen aus verschiedenen Gründen:

  • Wechselkurse: Die Banken verlangen Gebühren für die Umrechnung der Währung in die Fremdwährung. Bei einem schlechten Kurs können hohe Kosten zu verzeichnen sein.
  • SWIFT-Gebühren: Die Transaktion selbst wird von der Bank kostenpflichtig durchgeführt. Die SWIFT-Gebühren können variieren, manche Banken sind hier deutlich günstiger als andere. Wichtig ist, dass die SWIFT-Gebühr sowohl vom Empfänger als auch vom Absender erhoben werden können.
  • Allgemeine Gebühren: Auslandsüberweisungen sind bei einigen Banken generell gebührenpflichtig. Die Kosten können variieren, betragen im teuersten Fall 10 % der gesamten Überweisungssumme. Bei einer Überweisung von 500 Euro werden also 50 Euro an Gebühren fällig.

Es gibt die Möglichkeit, die Kosten für die Überweisung aufzuteilen. Möchte der Sender die Kosten übernehmen, wird die Transaktion als „OUR“ geführt. Werden die Gebühren hingegen geteilt, wird ein SHARE-Vermerk erteilt. Der Empfänger zahlt die Kosten seiner Bank, der Sender die Kosten seines Kreditinstituts. Mit der Bezeichnung „BEN“ wird geregelt, dass der Geldempfänger die gesamten Kosten übernimmt.

Fazit: Überweisung nicht immer der günstigste Weg

Wenn es um Geldtransaktionen ins Ausland geht, ist die Überweisung nicht immer der beste Weg. Es gibt andere Optionen, um Rechnungen in der Schweiz, in den USA oder anderen Ländern zu bezahlen. Hierzu gehört die Paysafecard ebenso wie der beliebte Zahlungsdienstleister Paypal. Außerdem ist es sehr oft möglich, Rechnungen bequem per Kreditkarte zu begleichen.