Die Form der Spitzenteams im Check: Ist die Bundesliga bereits entschieden oder gibt es endlich Spannung?

22.08.2022
−Foto: unsplash.com

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Mal wieder fragt Fußball-Deutschland sich, ob der Meister der Saison 2022/2023 bereits schon jetzt feststeht. Man würde sich schon ein bisschen mehr Spannung als in den letzten Jahren wünschen. Zehn Mal in Folge ist der FC Bayern München nun Deutscher Meister geworden und wenn man sich den Saisonstart anschaut, ist die Vermutung naheliegend, dass der elfte Titel folgt.

Oder schafft es doch einer der anderen 17 Vereine der 1. Bundesliga, den Bayern Paroli zu bieten? Diese Frage lässt genug Raum für viele spannende Bundesliga Tipps, welche die Buchmacher hoffentlich mit guten Quoten belohnen. Um die Eingangsfrage zu beantworten, schauen wir uns im Folgenden einmal die Form der Bayern und die der möglichen Verfolger an. Zudem werfen wir einen Blick auf die Kader und Verstärkungen der Teams.

Wie sind die Top-Mannschaften aufgestellt?

Die Spielstärke einer Mannschaft kann man anhand der Spieler im Kader einschätzen. Doch auch das Zusammenspiel der Akteure auf dem Rasen ist entscheidend. Die besten Einzelspieler bringen nichts, wenn es auf dem Platz nicht harmonisch zugeht und der Trainer keine klare Spielidee hat.

Beim Fußball spielt aber auch die Psychologie eine wichtige Rolle. Während man den Bayern seit langer Zeit bereits das “Sieger-Gen” nachsagt bzw. eifrig über dessen Existenz diskutiert, gibt es auch andere Teams, wie z.B. Bayer Leverkusen, denen das Image des “ewigen Zweiten” anhaftet.

Aber auch Borussia Dortmund und RB Leipzig haben in jüngerer Vergangenheit bereits den einen oder anderen Titel verschenkt. Teilweise wurden deutliche Rückstände auf den FC Bayern eingebüßt, der in den letzten Meisterjahren gar nicht immer so fulminant in die Saison gestartet ist.

Der FC Bayern München ist auch ohne Lewandowski in Top-Form

Darüber, dass der FC Bayern auch dieses Jahr der größte Titelanwärter ist, braucht man sicherlich nicht streiten. Durch den Weggang Robert Lewandowskis nach Barcelona hat auf jeden Fall ein Leistungsträger den Verein verlassen. Aber das fiel bisher weder beim Supercup noch beim Ligaauftakt so richtig auf. Die Tore haben nun halt andere Spiel geschossen. Am auffälligsten ist hier unter anderem Jamal Musiala. Der erst 19-jährige hat zwar große Fußstapfen zu füllen, weiß dies aber mit spielerischer Leichtigkeit auszugleichen.

Zudem ist die Offensivreihe der Bayern auch in der Breite weiterhin hochkarätig besetzt. Wir finden hier Namen wie Serge Gnabry, Sadio Mané, den man von Liverpool einkaufte  und auch das heimische Urgewächs Thomas Müller. Alles Spieler, die in ihrer Kombination in Sturm und Mittelfeld der Bayern dafür Sorge tragen werden, dass die Gegner nur wenige Chancen haben werden, das Ligageschehen spannend zu gestalten.

Und natürlich gibt es mit Davies und de Ligt und Hernández auch eine zumindest teure und wahrscheinlich auch gute Verteidigung. Letztendlich hat der FC Bayern einen Kaderwert von 870,23 Millionen Euro – Geld schießt zwar nicht immer die Tore, aber die Münchner spielen definitiv rein auf dem Papier in einer anderen Liga und haben dies zu Saisonbeginn auch gleich wieder unter Beweis gestellt.

Borussia Dortmund – was kann Edin Terzic aus dem Kader herausholen?

Der Kaderwert beträgt beim Konkurrenten Dortmund schon beachtlich weniger, nämlich 512,45 Millionen Euro. Teuerster Spieler ist Jude Bellingham, der einen Marktwert von 80 Millionen Euro haben soll. Ihm wird Ähnliches prognostiziert wie bei den Bayern Musiala.

In der Innenverteidigung kam Niklas Süle ablösefrei von den Münchnern. Sein Marktwert beläuft sich derzeit auf 35 Millionen Euro. Vielleicht bringt Süle ja das Meister-Gen aus bayerischen Landeshauptstadt mit? Nach Mats Hummels ist er der zweite Innenverteidiger mit einer Münchner Vergangenheit.

Den gleichen Wert hat Haller auf dem Papier stehen, der für 31 Millionen von Amsterdam eingekauft wurde, jetzt aber erstmal mit einer schweren Krankheit ausfällt. Für nur eine Million Euro weniger war Adeyemi von den Salzburgern zu bekommen. Auch sein Marktwert auf dem Papier beträgt 35 Millionen Euro. Als Backup kam zudem noch Altstar Anthony Modeste und Youngster Moukoko soll den Durchbruch schaffen. Sie alle müssen Superstar Erling Haaland ersetzen, der zu Manchester City gewechselt ist.

Ein Erfolgsfaktor beim BVB könnte auch Trainer Edin Terzic werden, der das Amt von Marco Rose übernahm und bei den Fans einen hohen Stellenwert genießt. Der Saisonstart ist den Dortmundern auf jeden Fall geglückt – sie sind den Bayern auf den Fersen. Spätestens in den weiteren direkten Duellen mit den Spitzenteams wird sich zeigen, ob die Dortmunder dieses Jahr nach der Schale greifen dürfen.

Leverkusen & Leipzig – im Windschatten zum Titelfavoriten?

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte? Die Teams aus Leverkusen und Leipzig haben ihre Topspieler größtenteils beisammen gehalten. In beiden Fällen sind die Erwartungen dementsprechend hoch und die Ausrede, man hätte ja mal wieder seine Leistungsträger an die zahlungskräftige Konkurrenz verloren, gilt diesmal nicht.

Schaut man sich den Saisonstart an, kann man im Falle von Leipzig von einem schlechten Start und im Falle von Leverkusen von einer Katastrophe sprechen. Die Leverkusener verloren im DFB-Pokal bei Drittligist Elversberg und konnten aus den ersten beiden Spielen keinen Sieg holen. Leipzig dümpelt auch im Mittelfeld umher und hat schon Abstand zu Bayern und Dortmund.

Der einzige Vorteil beider Teams könnte darin liegen, dass sie erstmal ein bisschen unterschätzt werden und sich in Ruhe an die Spitze zurückarbeiten können. Aber man sollte natürlich den schwachen Start keineswegs schönreden.

Fazit zur Meisterfrage in der Bundesliga

Ein Saisonauftakt nach Maß der Bayern lässt etwaige Unkenrufe, von denen es auch kaum welche gar, sowieso sofort wieder verstummen. Würde man sich wünschen, dass es etwas mehr Spannung in der Bundesliga gibt, sollte man in erster Linie dem BVB die Daumen drücken, denn sie scheinen zu Beginn der neuen Spielzeit recht gefestigt.

Den Neid der anderen muss man sich hart erarbeiten und das hat der FC Bayern sicherlich geschafft. Es bleibt zwar zumindest noch ein paar Spiele abzuwarten, inwieweit der Weggang von Lewandowski kompensiert werden kann.

Aber man kann den Verantwortlichen des FC Bayern München schon jetzt wieder einmal nur gratulieren – sie schaffen es immer wieder, die nominell beste Truppe auf den Rasen zu bringen. Überraschungen sind im Fußball aber nie ganz ausgeschlossen. Hoffen wir also auf Spannung – wenn man nicht gerade Fan des FC Bayern München ist!