Ingolstadt

Ruf nach Veränderung

Nach Sommerpause: Fridays for Future trifft sich wieder zum Klimastreik

23.09.2022 | Stand 23.09.2022, 18:18 Uhr

Menschen statt Profite: Der Klimastreik am Freitag stand auch im Zeichen der Kapitalismus-Kritik. Fotos: Eberl

Am Freitag stand der Theaterplatz im Zeichen des globalen Klimastreiks. Die Ingolstädter Akivistengruppe von Fridays for Future (FFF) hat zum ersten Mal nach den Sommerferien wieder dazu aufgerufen, für den Klimaschutz zu demonstrieren.

Die Erwartungen der Organisatoren waren groß, erfüllten sich angesichts der im Vergleich zu früheren Versammlungen recht überschaubaren Teilnehmerzahl aber nur bedingt. Eine Pressesprecherin erklärte das geringe Interesse damit, dass „die Menschen zur Zeit noch viele andere Probleme haben.“ In den Reden, die an diesem Nachmittag von den FFF-Aktivisten gehalten wurden, spielten neben dem, so FFF, politisch inzwischen etwas in den Hintergrund gerückten Dauerthema Klimaschutz auch diese „vielen anderen Probleme“ wie Inflation, Kriege und die Verkehrswende eine Rolle. Der ÖPNV sei nicht attraktiv genug, führte eine Rednerin aus. Daran habe auch das Neun-Euro-Ticket nicht viel geändert. „Was bringt uns ein günstiges Ticket, wenn man keinen Platz in den Zügen bekommt oder sie gar nicht fahren?“, fragte sie. FFF sieht das Problem in der „kapitalistisch orientierten“ Deutschen Bahn. Eine Aktiengesellschaft könne keinen sozial gerechten Bahnverkehr bieten. Langfristig brauche man einen kostenlosen ÖPNV. „Öffis für alle, sonst gibt‘s Krawalle!“ rief das Publikum. Als Gastrednerin eingeladen war Claudia Scheck von der Gewerkschaft Verdi. Sie betonte, dass es in diesen Zeiten keine Selbstverständlichkeit sei, demonstrieren zu dürfen und forderte auf, dieses Recht konsequent zu nutzen. Sie sprach sich in ihrer Rede gegen Profitmaximierung aus und forderte, dass „gute Arbeit und soziale Gerechtigkeit Hand in Hand gehen müssen.“ Reichtum solle umverteilt und die Kosten der Pandemie sollten von deren Profiteuren getragen werden.

Nach den Reden brachen die Teilnehmer – ausgerüstet mit Bannern und Fahnen – zu einem gemeinsamen Marsch durch die Innenstadt auf.

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