Landkreis Roth

„Vollgas durch“: Kreisausschuss stellt Weichen für zweiten Bauabschnitt am Rother Gymnasium trotz schmerzhafter Kostensteigerung

22.09.2022 | Stand 22.09.2022, 17:51 Uhr

Die Generalsanierung des Gymnasiums Roth ist in vollem Gang. Im Bild der aktuelle Stand beim ersten Bauabschnitt. Er soll zum nächsten Herbst fertig sein. Foto: Wernard

Von Richard Auer

Roth – Unerfreuliche Nachrichten in der jüngsten Kreisausschusssitzung in Roth: Der zweite Bauabschnitt bei der Generalsanierung des Gymnasiums in Roth wird erheblich teurer werden als bisher vorgesehen. Der Kreis muss sich auf etwa 16 Millionen Euro gefasst machen, ursprünglich waren für diesen Bauabschnitt, 11,8 Millionen Euro berechnet worden. Der Kreisausschuss beschloss einstimmig, trotz der um ein Drittel höheren Kosten beherzt weiterzuplanen und den entsprechenden Förderantrag zu stellen.

Der Facility-Manager des Landkreises, Alexander Wernard, informierte den Ausschuss über den Stand der Dinge. Momentan läuft noch der erste Bauabschnitt, der voraussichtlich in knapp einem Jahr abgeschlossen sein wird. Aktuell beginnt der Innenausbau, nachdem eben erst das Dach fertig geworden ist. Der zweite Bauabschnitt soll sich dann im nächsten Herbst nahtlos anschließen. Dieser umfasst die Klassenräume für die Jahrgangsstufen fünf bis acht mit „Marktplätzen“ und im Untergeschoss einen Werk- und Bandprobenraum.

Das zunächst auf 40 Millionen Euro Gesamtkosten veranschlagte Großprojekt war im Sommer 2020 gestartet. Statt bisher 720 werden künftig 900 Schülerinnen und Schüler hier Platz finden.

„Vertrauensbeweis fürdie Hochbauverwaltung“

Ob die 16 Millionen Euro für den zweiten Abschnitt reichen, ist derweil durchaus unsicher. Wie Wernard sagte, seien in der gerade noch laufenden neuen Kostenberechnung vom Sommer die ganz aktuellen Preissteigerungen als Folge der Krise auf dem Energiemarkt noch gar nicht berücksichtigt. Doch besser wird es auch in Zukunft gewiss nicht werden. Und deswegen gab Wernard dem Ausschuss den Rat: „Bei dieser Maßnahme würde ich sagen: Vollgas durch! Je schneller, umso weniger Kosten. Einen Stopp würde ich auf keinster Ebene empfehlen.“ Landrat Herbert Eckstein als Sitzungsleiter stellte klar, ein Baustopp habe nie zur Diskussion gestanden. Wohl aber ganz am Anfang die Frage, ob ein kompletter Neubau oder eine Generalsanierung der bessere Weg seien. Das sei eine „Glaubensfrage“. Die jetzt laufende Sanierung sei in ihrer Dimension „eigentlich fast ein Neubau“. Den einstimmigen Beschluss des Kreistags für den Förderantrag und damit auch als Signal für die Fortsetzung nannte Eckstein einen „Vertrauensbeweis für die Hochbauverwaltung“.

Neubauplanungim Kreisbauhof Hilpoltstein

Gute Nachrichten gibt es für die derzeit 17 Mitarbeiter des Kreisbauhofs in Hilpoltstein, deren Betriebsgebäude aus dem Jahr 1967 stammt und insbesondere, was die Umkleide- und Sanitärbereiche angeht, nicht einmal ansatzweise zeitgemäß ist – wobei für Frauen überhaupt nichts vorgesehen. Hier soll es nun an anderer Stelle, gleich rechts neben der Einfahrt, einen neuen Bau als Ersatz geben. Das alte Gebäude soll bestehen bleiben. Der Abteilungsleiter Planen und Bauen beim Landratsamt, Ralph Möllenkamp, stellte skizzenhaft zwei Varianten für den Bau vor, einer eingeschossig, der andere etwas komprimierter mit einem Obergeschoss. Der Kreisausschuss beschloss, dass es für beide Varianten nun detaillierte Entwürfe geben sollen – die Tendenz geht aber zum zweigeschossigen Bau. Als Kosten werden zwei Millionen Euro anvisiert. Eine endgültige Entscheidung soll erst nächstes Jahr fallen. Landrat Eckstein betonte, das Wichtigste seien ihm hier „große, saubere Duschen, wir brauchen gute Sanitärräume.“ Die Maßstäbe hätten sich verändert, viele Mitarbeiter kämen von auswärts und nicht mehr direkt aus Hilpoltstein, wo sie schnell mal nach Hause könnten. Im Ausschuss herrschte Einigkeit, dass dieses Vorhaben umgesetzt wird, begrüßt wurde auch der Rat des Hilpoltsteiner Bürgermeisters Markus Mahl (SPD), das Gebäude wie beim benachbarten städtischen Bauhof in Holzbauweise zu realisieren.

Im Rahmen der Sitzung stellte Alexander Wernard überblicksartig die Hochbaumaßnahmen des Jahres 2022 vor, von der Fassadengestaltung der Gymnasiums-Einfachturnhalle in Hilpoltstein bis zum Gärtnerstützpunkt Wendelstein. Über die zahleichen laufenden oder gerade abgeschlossenen Tiefbaumaßnahmen berichtete Michael Stark. „Dieses Jahr schließen wir Maßnahmen mit 10,8 Millionen Umsatz ab“, sagte er.

HK



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