Dietfurt

Ein Energiekonzept für das Haus des Gastes

Stadtrat kann sich auch Wärmepumpe vorstellen– Hochwasserkonzept für Wildenstein kommt

21.09.2022 | Stand 21.09.2022, 16:40 Uhr

Für das Haus des Gastes in Mühlbach braucht es ein umfassendes Energiekonzept. Eine neue Heizung alleine reicht nicht aus. Fotos: Adam/Palm

Dietfurt – Das Haus des Gastes im Mühlbach braucht eine neue Heizung. Aktuell wird das Gebäude noch mit Öl beheizt, doch ist die Heizungsanlage laut Bürgermeister Bernd Mayr (FW) älter als 20 Jahre, der Kessel musste mehrfach geschweißt werden. „Über diesen Winter kommen wir noch“, befand der Rathauschef bei der Stadtratssitzung am Montagabend, aber dann bestehe dringend Handlungsbedarf.

Vier Heizungsbauer waren angeschrieben worden, drei hatten Angebote abgegeben. Das Ergebnis: Der günstigste Ölbrennwertkessel würde 13000 Euro kosten, für eine Pelletheizung müsste die Stadt 38000 Euro bezahlen. Doch hierfür, so Mayr, gebe es eine staatliche Förderung von mindestens 45 Prozent, 50 Prozent seien es beim Einbau eines Partikelfilters.

Eigentlich, so der Blick in die Beschlussvorlage, hätte an diesem Abend die Pelletheizung beschlossen werden sollen und der Auftrag vergeben werden, sobald der Förderbescheid im Rathaus eingegangen ist.

Doch liegt im Haus des Gastes energetisch offenbar mehr im Argen. Max Koller und Ilse Werner (beide CSU/CWU) forderten vor einer Entscheidung ein Gesamtkonzept für das Gebäude, das dringend isoliert werden müsste. Werner schlug vor, Nägel mit Köpfen zu machen. Für die Übergangsphase bot sie einen gebrauchten Ölbrenner an, den sie der Stadt kostenlos überlassen werde.

Nachdem am Haus des Gastes der Mühlbach vorbeifließt, konnte sich Harald Uhl (FW) den Einbau einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe vorstellen. Das Thema wurde vorerst einmal von der Tagesordnung genommen, die Entscheidung verschoben. Bevor eine Entscheidung fällt, soll auf jeden Fall mit dem Wasserwirtschaftsamt in Regensburg gesprochen werden.

Erfreulicher war, was der Rathauschef mitzuteilen hatte. Der Klimawandel mache sich immer öfter durch Starkregenereignisse bemerkbar. Für den Ortsteil Wildenstein, so die gute Nachricht, sei ein ganzer Maßnahmenkatalog zum Hochwasserschutz geplant. Der soll bereits in der Oktobersitzung vorgestellt werden. Und die noch bessere Nachricht: 80 Prozent der Kosten werden vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) übernommen, Maßnahmenbeginn könnte bereits im Frühjahr 2023 sein. Großes Lob gab es in diesem Zusammenhang für einen Grundstücksbesitzer, der durch seine Bereitschaft, eine Fläche für den Hochwasserschutz abzugeben, diesen schnellen Start möglich gemacht habe.

Auch der Feldweg von der Stadt zum Freibad wird wiederholt weggespült. Daniela Palm (FW) machte auf diesen Missstand aufmerksam. Er sei zwar wiederholt mit Splitt aufgefüllt worden, doch ändere das nichts am Grundproblem, der Splitt lande im Acker. Um eine Asphaltierung der Steilstrecken werde man nicht herumkommen, meinte Ilse Werner. Martha Thumann (FW) berichtete von guten Erfahrungen mit Rasengittersteinen auf der Straße hinauf nach Hainsberg.

In diesem Zusammenhang wurde nach neuen Erkenntnissen zum Bau der Flutmulde gefragt. Mayr beantwortete diese Frage von Ilse Werner mit einem klaren Nein. Die Planungen seien nicht abgeschlossen, wichtige Ansprechpartner bei den Behörden hätten sich in den Ruhestand verabschiedet, Kurzum: Hier sei so schnell nicht mit Veränderungen zu rechnen, auch wenn, so Mayr, „seit 2008“ geplant werde . Angeblich seien die Triebwerksbesitzer angeschrieben und neue Bohrungen beantragt worden. Doch „ohne neue Zahlen bewegt sich kein Ministerium“, so Mayr. Carolin Braun wusste, dass in Sachsen die Kosten für den Hochwasserschutz zu 90 Prozent vom Freistaat übernommen würden, während im Freistaat Bayern die betroffenen Kommunen nicht wüssten, wie die Finanzierung bewältigt werden könnte.

Zwei Bauanträge und -voranfragen standen auf der Tagesordnung der jüngsten Stadtratssitzung. Sie wurden einstimmig und ohne Nachfragen genehmigt. Sie betrafen eine Nutzungsänderung in eine Physiopraxis und den Umbau einer Wohnung im Obergeschoss und Dachgeschoss in zwei abgeschlossene Wohneinheiten, beide in Dietfurt.

uke



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