Besuch vom „obersten Feuerwehrler“

Johann Eitzenberger dankt Kameraden aus Landershofen für Spende an die Ukrainehilfe

05.08.2022 | Stand 04.08.2022, 16:29 Uhr

Spende für die Ukrainehilfe des Feuerwehrverbands: Johann Eitzenberger (2. v. r.) nahm den Scheck von den Kameraden aus Landershofen, vertreten durch Schriftführer Thomas Mulinski, Kassier Martin Berner, Beisitzer Andreas Pickl, Jugendwart Christoph Wein, Vize-Vorsitzenden Michael Bittl und Stadtbrandinspektor Georg Maier entgegen. Foto: Renner

Landershofen –Hoher Besuch im Feuerwehrhaus Landershofen: Auf Einladung der Vereinsführung kam Johann Eitzenberger, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Bayern (LFV) in den kleinen Ort bei Eichstätt, um sich für die 500-Euro-Spende an die Ukrainehilfe des LFV zu bedanken. „Wenn eine Wehr Gutes tut, muss das auch gewürdigt werden“, sagt Eitzenberger.



Von der krankheitsbedingt dezimierten Führung der Feuerwehr Landershofen begrüßten Vize-Vorsitzender Michael Bittl und Schriftführer Thomas Mulinski den Gast aus Garmisch-Partenkirchen. Stadtbrandinspektor Georg Maier aus Eichstätt stieß ebenfalls hinzu, musste wegen einer Alarmierung aber gleich wieder los und mit seinen Männern und Frauen ausrücken. Ein Paradebeispiel für den Einsatz der Freiwilligen, fand Eitzenberger: „Feuerwehrdienst ist Bevölkerungsschutz. Die Klimaveränderung mit der aktuellen Hitze und brennenden Feldern zeigt, wie wichtig jede Wehr vor Ort ist.“ Egal wie groß oder klein, Hauptsache eine erste Hilfe sei vor Ort.

Anfang Oktober dritter Hilfskonvoi geplant

Wie zentral die Aufgabe des Bevölkerungsschutzes für die Ehrenamtlichen werden kann, zeige laut Eitzenberger ein Blick über Bayerns Grenzen hinaus. Bei jedem Raketeneinschlag in der Ukraine sind auf den Fernsehbildern Feuerwehrleute zu sehen, die helfen. „Ich hätte nicht geglaubt, dass es in Europa nochmals einen Krieg gibt. Aber jetzt haben wir einen und unsere ukrainischen Kameraden können jede Hilfe gebrauchen.“ Für Anfang Oktober sei ein dritter Hilfskonvoi an die polnisch-ukrainische Grenze geplant, sagt Eitzenberger. 16 bayerische Feuerwehren haben bereits ihre alten Einsatzfahrzeuge und weitere Ausrüstung an das osteuropäische Land gespendet. Denn: „Man darf sich keine Illusionen machen, wer im Kriegsgebiet hilft, wird auch selbst getroffen“, so Eitzenberger. Jeden Tag sterben Feuerwehrleute in der Ukraine und ihre Fahrzeuge werden zerstört. Jede Hilfe sei deshalb Gold wert. Gesammelt wurden die Spenden auf dem Maifest der Landershofener Feuerwehr. Aus der Vereinskasse rundete man den Betrag auf glatte 500 Euro auf.

Weniger dramatisch sind die Probleme in den heimischen Gefilden. Der LFV-Vorsitzende als „oberster Feuerwehrler“ in Bayern weiß, wo es bei den 7500 Freiwilligen Feuerwehren im Freistaat im Argen liegt. Die Nachwuchsgewinnung sei wie bei vielen Vereinen ein Problem. Unter den Zuwanderern gebe es viel Potenzial, weiß Eitzenberger aus anderen Orten. „Gelingt es dort eine Gruppe von Freunden für den Verein zu motivieren, profitieren alle Seiten davon. Eine bessere Integration gibt es überhaupt nicht.“

Keine Änderungen bei Nachwuchsstruktur geplant

Mit zwölf Jahren sei der Einstieg in der Jugendfeuerwehr recht spät, kritisierte Thomas Mulinski, wie er bei seinen eigenen Söhnen sah. „In dem Alter sind sie auf dem Dorf schon in zwei, drei Vereinen. Da bleibt für die Feuerwehr keine Zeit mehr.“ Kinderfeuerwehren wie in einigen größeren Städten gebe es in der Region nicht. Gerade im Alter unter Zwölf schwärmen die Kinder aber für die Feuerwehr. Großen Änderungsbedarf an der bewährten Nachwuchsstruktur sah Eitzenberger jedoch nicht, „auch wenn immer etwas optimiert werden kann“.

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