Pannenhilfe und Elche

Zwei Lichtenauer meistern Rallye Baltic Sea Circle mit 21 Jahre altem Audi

17.07.2022 | Stand 17.07.2022, 15:59 Uhr

7500 Kilometer quer durch Nordeuropa lagen hinter ihnen, als Stephan Winkelmeier und Philipp Habermann (oben, v.r.) das Ziel der Baltic Sea Circle erreicht hatten. Fotos: privat

18 lange Tage dauerte ihre Reise. Einmal Nordkap und zurück. Mit der Teilnahme an der Charity-Rallye Baltic Sea Circle haben sie sich einen Traum erfüllt. Nun sind Stephan Winkelmeier und Philipp Habermann aus Lichtenau (Landkreis Neuburg-Schrobenhausen), über deren Abenteuer wir vorab berichtet hatten, zurück. Genau wie ihr mehr als 21 Jahre alter Begleiter, ein modifizierter Audi A4.



„Es war eine Toperfahrung“, sagt Winkelmeier im Gespräch mit unserer Zeitung. Alles habe gut geklappt. Dass es auch anstrengend war, kann Winkelmeier indes nicht verleugnen: „Vor allem der erste Teil der Reise – zehn, elf Stunden jeden Tag im Auto. Das waren schon lange Tage.“ Der Start der Rallye lag tatsächlich in Deutschland. Von Hamburg aus ging es über Dänemark und Schweden nach Norwegen bis hinauf zum Nordkap. „Es war unglaublich. Hinter jeder Kurve sahen wir etwas Neues“, kommt Winkelmeier ins Schwärmen. Vor allem als er über Norwegen erzählt, spürt man regelrecht, wie er die Route in Gedanken nochmals abfährt. „Das hat für den großen Aufwand voll entschädigt“, meint der Handwerksmeister, der bei der Schrobenhausener Bauer AG arbeitet.

Helsinki und Danzig als Highlight

Besonders im Gedächtnis werden ihm die Lofoten und natürlich das Nordkap bleiben. Auch die Straße über den Arctic Circle sei „unglaublich“. Das letzte Drittel der Rundfahrt habe dann eher an einen großen Städtetrip erinnert. Über Finnland und das Baltikum ging es durch Polen wieder zurück nach Hamburg. „Wir waren jeden Tag woanders, haben viel gesehen. Die schönsten Städte waren für mich Helsinki und Danzig“, findet Winkelmeier.

Die Stimmung auf der Rallye sei durchweg gut und kameradschaftlich gewesen. „Das war ein hundertprozentiges Miteinander“, so Winkelmeier. Er und Teamkollege Habermann, der beim Ingolstädter Autobauer Audi als Wirtschaftsingenieur tätig ist, hätten anderen Teams zweimal Pannenhilfe geleistet. Alle hätten sich auf der langen Tour untereinander Hilfestellung gegeben. Denn letztlich kommt es bei der Baltic Sea Circle vor allem darauf an, anzukommen – und Spenden einzusammeln.

Spendenübergabe in Ingolstadt geplant

Apropos: Winkelmeier und Habermann hatten ebenfalls so manches Sponsoren-Logo auf dem Blech ihres Audi und sind begeistert vom letztendlichen Ergebnis. Verraten dürfen wir es allerdings noch nicht. Denn die Übergabe des Geldes ist für kommenden Dienstag in Ingolstadt geplant. Es kommt dem Herzenswunschmobil des Bayerischen Roten Kreuzes Ingolstadt zugute. Ein bisserl was dürfen wir aber doch preisgeben: „Wir waren mit 2800 Euro Spenden gestartet. Es ging durch die Decke. Wir jedenfalls sind sehr zufrieden“, so Winkelmeier.

Auf welchem Platz die beiden letztlich gelandet sind, wissen sie übrigens nicht. Die ersten drei Teams seien offiziell ausgezeichnet worden. „Für den Rest gibt es aber nicht so etwas wie eine Tabelle. Das ist auch gar nicht so wichtig“, findet Winkelmeier. Wichtiger seien die Erfahrungen und die Erinnerungen gewesen, die beinahe ohne die Tiere des Nordens hätten auskommen müssen. „Alle anderen Teams haben laufend Elche und Rentiere gesehen. Wir konnten immer nur Schafe entdecken“, erzählt er mit einem lauten Lachen. Doch kurz vor knapp erspähten sie dann doch noch einige Rentiere.

Audi wird verkauft

Als eine Erinnerung würden viele in der Situation der beiden Lichtenauer sicher auch den treuen Audi behalten. Satte 373.000 Kilometer hatte der bereits vor dem rund 7500 Kilometer langen Trip auf dem Tacho. Nun soll er verkauft werden, er hat seinen Dienst getan. Ob wenigstens ein Stück des Wagens – etwa die Motorhaube – beim Team „Whole Lotta Resi“ verbleibt, ist noch nicht sicher. Zufrieden mit dem Auto waren sie allemal. „Wir haben keinen Tropfen Öl oder Wasser verloren.“

Nun, da zwei lange Jahre der intensiven Planung und 18 Tage anstrengende Reise hinter ihnen liegen, sei es schon irgendwie ein komisches Gefühl, sagt Winkelmeier. Ob eine Zugabe, eine zweite Teilnahme möglich ist? Wohl eher nicht. „Aber das liegt nicht daran, dass es keine unglaubliche Sache war. Aber der Aufwand ist einfach immens.“

DK

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