Schrobenhausen

Fuchs Präsident europäischer Baujuristen

Der Schrobenhausener wurde in Sofia als Vorsitzender der Europäischen Gesellschaft für Baurecht bestätigt

28.06.2022 | Stand 27.06.2022, 16:53 Uhr

Mitten unter Europas Baujuristen: Der Schrobenhausener Bastian Fuchs (Mitte) wurde in Sofia erneut zu Präsidenten der Europäischen Gesellschaft für Baurecht (ESCL) gewählt. Foto: ESCL

Schrobenhausen / Sofia – Der Schrobenhausener Bastian Fuchs, Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Baurecht, ist während der Generalversammlung der Europäischen Gesellschaft für Baurecht (ESCL) am vergangenen Wochenende erneut einstimmig zum Präsidenten der ESCL gewählt worden. Damit wird der Schrobenhausener Jurist und Stadtrat das Präsidentenamt des europäischen Baurechtsspitzenverbands bis zum Herbst 2024 ausüben. Das teilte die ESCL jetzt mit.

Fuchs war zuvor bereits von 2016 bis 2020 Vizepräsident der ESCL. Seine Amtszeit wird wegen der Regelung in der Verbandssatzung im Herbst 2024 enden, so die ESCL. Dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Baurecht gehört er seit 2012 an und leitet daneben den Arbeitskreis Internationales Baurecht. Neben Fuchs als Präsidenten gehören dem ESCL-Vorstand Vice-Chairman Roberto Panetta (Italien), Richard Baily (UK), Luc Imbrechts (Belgien), Michael Müller (Österreich), Ovidiu Dumestru (Rumänien) und Generalsekretärin Evelien Bruggeman (Niederlande) an.

Fuchs bekennt sich zuPublic-private-Partnership

Die Generalversammlung mit Wahlen des Vorstands fand in der bulgarischen Hauptstadt Sofia statt. Drei Tage lang berieten Europas führende Baurechtsexperten über Fragen der Zusammenarbeit von Wirtschaft und öffentlichen Händen bei großen Infrastrukturmaßnahmen wie etwa dem Bau von Flughäfen, Autobahnen, Hafenanlagen. Diese Vertragsmodelle werden laut ESCL im Fachjargon als Public-private-Partnerships (PPP) bezeichnet. Besonders kennzeichnend sei für diese Vertragsmodelle, dass sie über die reine Planung und den Bau einer Infrastrukturmaßnahme hinausgehen und auch den weiteren Betrieb einer solchen Maßnahme sowie typischerweise auch die dazu gehörige Finanzierung und Versicherung mitbeinhalten. Das sei für die öffentlichen Auftraggeber oft ein wichtiger Vorteil, weil damit alles aus einer Hand angeboten werden könne und keine Schnittstellen entstünden. Insgesamt 17 Referenten berichteten während der ESCL-Convention, welche Erfahrungen in den einzelnen Mitgliedsstaaten bei solch großen Projekten und den damit im Zusammenhang stehenden Vertragswerken in den vergangenen rund zehn Jahren gesammelt werden konnten. Auf diese Weise habe ein exzellenter, grenzüberschreitender Austausch stattfinden können, so die ESCL-Mitteilung weiter.

In der Zusammenfassung der Convention unterstrich Fuchs als ESCL-Präsident, dass neue und moderne Vertragsmodelle und Formen der Zusammenarbeit zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern in ganz Europa gewünscht seien. Vielfach werde mehr Kooperation beim Bauen angestrebt, dies sei für die Wirtschaft gut und natürlich auch für die Bauherren, die auf einen möglichst reibungslosen und kostensicheren Weg angewiesen seien. Die vielfältigen Erfahrungen in ganz Europa zeigten, dass Termin- und Kostensicherheit bei entsprechender Projekt-Größe durch die PPP-Modelle gut erreicht werden könne, auch wenn nicht jedes Projekt dafür geeignet sei.

Im verbandlichen Bereich will sich die ESCL unter Fuchs‘ Vorsitz weiter der erfolgreichen Aus- und Weiterbildung junger Kolleginnen und Kollegen im Format von Online-Webinaren als Ergänzung für die derzeit wieder realisierbaren Präsenzveranstaltungen widmen, ebenso der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im europäischen Baurecht und nicht zuletzt der Rechtsfortbildung durch gezielte Vertrags- und Forschungsinitiativen.

Serviceorgan für Juristenaus 19 europäischen Staaten

Die ESCL hat eigenen Angaben zufolge aktuell 19 Mitgliedsverbände in den jeweiligen europäischen Ländern und vertritt als europäischer Dachverband die Interessen der europäischen Mitgliedsorganisationen gegenüber den EU-Institutionen. Darüber hinaus dient die ESCL den nationalen Mitgliedsverbänden als zentrales Diskussions- und Serviceorgan für Aufgaben wie Fort- und Ausbildung, Rechtsvergleiche sowie internationale Zusammenarbeit bei grenzüberschreitenden Tätigkeiten in beratenden und rechtsvertretenden Aktivitäten. Unter dem Dach der ESCL fühlen sich über die nationalen Verbände mehr als 22000 Juristen in ganz Europa der gemeinsamen Fortentwicklung des Baurechts verpflichtet.

SZ



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