Ironman in Cairns

„Hinten raus konnte ich nur noch joggen“

Köschinger Triathletin Kristin Liepold hadert nach Platz fünf beim Ironman in Cairns mit dem Schuhwerk

23.06.2022 | Stand 24.06.2022, 11:43 Uhr

Muskuläre Probleme verhinderten eine bessere Platzierung: Die Köschinger Triathletin Kristin Liepold blieb in Cairns gerade auf der Laufstrecke hinter ihren Möglichkeiten. Foto: Imago Images

Von Norbert Roth

Cairns – Ihr erstes Langdistanzrennen in diesem Jahr im australischen Cairns hat die Köschinger Profi-Triathletin Kristin Liepold auf Rang fünf beendet. Nachdem sie vor allem auf der Laufstrecke hinter ihren Möglichkeiten geblieben war, zeigte sich die 38-Jährige „nicht wirklich zufrieden“, wie sie im Anschluss berichtete.

Einmal Dritte und einmal Vierte ist Liepold in der Vergangenheit bei den „Asian Pacific Championchips“ bereits geworden. Entsprechend hatte sie sich auch in diesem Jahr wieder das Podium zum Ziel gesetzt. „Aufgrund der Laufleistung war das dann aber nicht mehr möglich“, erklärte Liepold, die für den abschließenden Marathon – nach 3,8 Kilometern Schwimmen und 180 Kilometern Radfahren – 3:14,01 Stunden gebraucht hatte.

Zur Einordnung: Auf der Laufstrecke – ihrer stärksten Disziplin – gehört Liepold zu den Weltbesten und absolviert die 42,2 Kilometer in der Regel in einer Zeit um die drei Stunden. Im Jahr 2019 hatte sie mit 2:54 Stunden in Cairns sogar einen Streckenrekord aufgestellt. Doch in diesem Jahr machten die Schuhe Probleme, verursachten schon ab Kilometer 15 Muskelschmerzen, sodass „ich hinten raus im Grunde nur noch joggen konnte“.

Bei angenehmen 25 Grad hatte der Wettkampf an der Ostküste Australiens für Liepold durchaus vielversprechend begonnen. „Nach dem Schwimmen bin ich zumindest nicht als Letzte aus dem Wasser gekommen und lag noch voll im Plan“, berichtete Liepold, die sich nach eigenen Angaben auch auf der ersten von zwei Radrunden noch „gut gefühlt“ hatte. Auf den zweiten 90 Kilometern machten sich dann aber erste Probleme bemerkbar, „ich habe gemerkt, dass mir doch etwas die Ausdauer gefehlt hat“, wie die gebürtige Geraerin erzählte. Dies setzte sich auf der Laufstrecke fort, sodass sie den angestrebten Angriff auf die Podiumsplätze schließlich abhaken musste und als Gesamtfünfte mit einer Zeit von 9:36,11 Stunden ins Ziel kam. Den Sieg sicherte sich wie erwartet die Australierin Sarah Crowley, die die Ziellinie nach 8:59,41 Stunden überquerte.

Bei ihrem nächsten Langdistanz-Rennen am 10. Juli im Thun wird Liepold nun mit anderen Schuhen an den Start gehen – in der Hoffnung, wieder an alte Laufleistungen anknüpfen zu können. Ob dies bei dem traditionell gut besetzten Rennen in der Schweiz (unter anderen haben die Heidelbergerin Laura Philipp und die Schweizer Weltklasse-Athletin Daniela Ryf gemeldet) dann zu einer besseren Platzierung reicht, will Liepold erst einmal abwarten. „In diesem Feld das Podium zu erreichen, ist schon verdammt schwer. Erst einmal hoffe ich auf ein gutes Rennen und peile mal die Top-5 an“, sagt sie.

Gelingt ihr das, wäre dies in jedem Fall noch einmal eine zusätzliche Motivation für ihren Saisonhöhepunkt im Oktober. Dann geht Liepold – zum inzwischen sechsten Mal – als Profi bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii an den Start.

DK

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