Eichstätt

Bildung für alle Sinne

Neues Lehr-Lern-Labor "iLab" an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt

30.12.2021 | Stand 05.01.2022, 3:34 Uhr
Virtuelle Welt: Florian Kubiak, medienpädagogisch-informationstechnischer Beratungsrektor des Schulamts im Landkreis München, präsentierte bei einem Workshop im iLab der KU neue technische Möglichkeiten für den Einsatz von Extended Reality im Unterricht. −Foto: upd

Eichstätt - Wie lassen sich komplexe naturwissenschaftliche und technische Vorgänge im Unterricht digital erfahrbar machen, ohne dass die Umsetzung ein bloßes Event ist? Und welche Veränderungen bringen Zukunftstechnologien für Lehrerbildung, Schule und die Gesellschaft? Das neue Lehr-Lern-Labor "iLab" an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) bietet Gelegenheit, solche Fragen in Kooperation mit regionalen Partnern zu reflektieren und zu erforschen.

Dazu entwickeln auch Studierende laufend neue mobile Lernstationen, die samt didaktischem Begleitmaterial ausleihbar sind. Durch die Kooperation mit Partnerschulen der KU werden die Ergebnisse kontinuierlich erforscht und evaluiert. Gefördert wird die Einrichtung aus einem Innovationsfonds der KU, der vom Projekt "Mensch in Bewegung" aus Mitteln des Bundesforschungsministeriums finanziert wird.

Mit entsprechendem Material aus dem iLab der KU können interessierte Lehrkräfte zum Beispiel die Planeten des Sonnensystems im wörtlichen Sinn dreidimensional begreifbar machen: Die Schülerinnen und Schüler halten dabei einen Würfel in der Hand, der sich - betrachtet durch ein Tablet - in einen der Planeten verwandelt und sich virtuell frei drehen und wenden lässt. Eine andere Station bietet Gelegenheit, die Funktion von 3D-Druckern und der dazugehörigen Konstruktionssoftware kennenzulernen. Dies eröffnet sowohl die Möglichkeit, sich mit den Methoden moderner Produktionsverfahren zu befassen, als auch Perspektiven für den Kunstunterricht: Die Schüler entwerfen ein Modell für eine Skulptur zum Thema "Kunst im öffentlichen Raum". Diese wird ausgedruckt und anschließend digital auf einem zuvor fotografierten Hintergrund digital platziert.

Federführend für das iLab sind Petra Hiebl (Grundschulpädagogin und stellvertretende Vorsitzende des Zentrums für Lehrerbildung) sowie Michael Köck (Leiter der Facheinheit Arbeitslehre und Wirtschaftsdidaktik) gemeinsam mit Maximiliane Schumm (Biodidaktik) und Christian Neumair (Didaktik der Mathematik). "Digitale Teilhabe heißt für uns vor allen Dingen, Bildungsformate zu entwickeln, die dazu motivieren, sich mit Digitalisierung auseinanderzusetzen", betont Hiebl. Dazu brauche es nicht nur Informationen, sondern auch Erfahrungsräume. Michael Köck ergänzt: "Robotik, Smart Home oder Klimawandel - solche komplexen Themen reichen oft über einen einzelnen Wissenschaftsbereich hinaus und sind deshalb für Lehramtsstudierende nur zum Teil zugänglich. Aber es sind gerade die Lehrerinnen und Lehrer, die auf die Chancen und Risiken einer digitalisierten Welt vorbereiten sollen. Das iLab will solche Erfahrungen möglich machen." Generell müsse die Entschlüsselung der digitalen Welt als Auftrag an alle Bildungseinrichtungen, Schulen oder Fächer gesehen werden. Es gelte, Zugänge zu den kausalen naturwissenschaftlichen, funktionalen technologischen und intentionalen humanen Aspekten der Digitalisierung zu ermöglichen.

Weitere Infos zu den Angeboten des iLab der KU und seinen Einsatzmöglichkeiten im Bildungsbereich finden sich unter www.ilabku.com.

Das iLab der KU (Raum 005, Kollegiengebäude E, Ostenstraße 26, Eichstätt) bildet am Mittwoch, 19. Januar, den Rahmen für eine Diskussionsveranstaltung unter dem Titel "Künstliche Intelligenz trifft (Lehrer-)Bildung". Es sprechen dabei die Ulmer Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer und ihren Ingolstädter Kollege Reinhard Brandl. Kemmer war unter anderem Obfrau der CDU/CSU in der Enquete-Kommission "Künstliche Intelligenz - Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potenziale". Brandls Interesse gilt allen Fragen der Digitalisierung der Bundeswehr und der öffentlichen Verwaltung. Er ist zudem Mitglied im Aufsichtsrat der "Artificial Intelligence Network Ingolstadt gGmbH" (AININ). Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung, für die eine Anmeldung erforderlich ist, gibt es unter www.ku.de/news/kuenstliche-intelligenz-trifft-lehrer-bildung.

upd

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