Bayernliga - FC Ingolstadt II

Jungschanzer in Torlaune

FC Ingolstadt II überrollt Schwabmünchen in einseitigem Spiel mit 6:1 - Görtler gibt Comeback

03.04.2022 | Stand 03.04.2022, 17:53 Uhr
Julian Meier
Auf dem Weg zum 3:0 für den FCI: Doppeltorschütze Renato Domislic (links) zeigte gegen Schwabmünchen eine starke Leistung. −Foto: Traub

Ingolstadt - Unter der Woche hatte Trainer Alexander Käs den Jungschanzern noch Defizite im Offensivspiel angekreidet.

Wie gut, dass sein Team am Samstagabend fleißig daran arbeiten konnte: Mit einer 6:1 (4:0)-Packung hat der FC Ingolstadt II den TSV Schwabmünchen nach Hause geschickt. Der Klassenunterschied auf dem Feld war eklatant, angeführt vom starken Kapitän Michael Senger hätte der Sieg noch deutlicher ausfallen können.

"Solch eine hohe Anzahl an klaren Torchancen bekommst du selten. Der Gegner hat uns den ein oder anderen Raum gegeben, den wir sonst vielleicht nicht haben", gab Käs zu. Dennoch sah er auch die gewünschte Verbesserung im eigenen Offensivspiel: "Wir haben viele Dinge gut umgesetzt. Es war ein gelungener Auftritt. "

Im Vergleich zum trostlosen 0:0 gegen Kirchanschöring änderte Käs seine Startelf auf fünf Positionen. "Mehr Frische" wollte der Coach reinbringen. Die Rotation hatte zur Folge, dass Kapitän Senger von Linksaußen auf die Zehnerposition rückte - ein gelungener Schachzug. Der 23-Jährige war so gut wie an jeder Offensivaktion beteiligt, trieb das Spiel der Schanzer immer wieder an und verteilte klug die Bälle. Sein Trainer war zufrieden: "Mit seiner Technik hat er es zwischen den Linien gut gemacht. Er hätte vielleicht das ein oder andere Tor mehr machen können. "

Das traf allerdings nicht nur auf Senger zu. Von Anfang an kannte das Spiel nur eine Richtung: Nach sieben Minuten landete eine abgewehrte Flanke vor den Füßen von Winter-Neuzugang Joonmo Kang, der über das Tor schoss. Es folgten Chancen nahezu im Minutentakt: Ein Flachschuss von Thomas Rausch aus rund 22 Metern (9.), ein Kopfball von Stürmer Fabio Meikis (10.) sowie ein weiterer von Renato Domislic (12.) - alle endeten sie bei Gäste-Keeper Elias Reinert. In einer nicht Bayernliga-tauglichen TSV-Elf war er der einzige Spieler mit Normalform.

"Kommt, Männer. Jetzt machen wir ein Tor! ", forderte Senger seine Nebenleute auf. Sie schienen auf ihn zu hören. Nach 19 Minuten legte Domislic von der Torauslinie zurück in den Strafraum auf Kang, dessen Kullerball lenkte Meikis ins Tor - das überfällige 1:0. Die Partie war gerade wieder angepfiffen, da eroberte Kapitän Senger den Ball, legte auf Meikis, dessen Schuss Reinert noch halten konnte. Beim Abstauber von Senger war er aber machtlos - 2:0 (20.). "Die erste Halbzeit war richtig gut von uns. Gerade in der Anfangsphase hatten wir brutal viele Chancen", meinte Käs.

Es dauerte über eine halbe Stunde, bis Schwabmünchen überhaupt mal in die Nähe des Schanzer Tores kam. Orkun Sarici probierte es aus 20 Metern, doch sein Schuss war harmlos (31.). Und so machten die Hausherren weiter: Domislic tankte sich mit einer herausragenden Einzelleistung durch die Gäste-Abwehr und behielt allein vor TSV-Keeper Reinert die Nerven - das 3:0 (34.).

Wenn Käs nach dem Spiel sagte, dass sein Kapitän "noch zwei, drei Tore mehr" hätte machen können, dann dachte er sicher an die Szene aus der 37. Minute: Nach einem langen Ball von Georgios Pintidis legte Meikis mit der Hacke weiter auf Senger, der umkurvte Reinert und schoss nur ans Außennetz. Besser machte es Domislic, der nach einer Ecke zum 4:0 abstaubte (44.).

Im zweiten Durchgang passierte dann das eigentlich Unmögliche: Schwabmünchen kam gefährlich vor das FCI-Tor - und traf. Nach einem Missverständnis zwischen Frederic Benedix und Simon Kampmann schlenzte Turgay Karvar den Ball ins Tor (63.). "In der zweiten Halbzeit war ein bisschen die Spannung raus - was normal ist, wenn du zur Pause 4:0 führst", sagte Käs.

Zweimal legten die Schanzer aber noch nach: Eine flache Hereingabe von Jonas Brunner schob Pintidis zum 5:1 ein (71.), mit dem Schlusspfiff machte der eingewechselte Egson Gashi das halbe Dutzend voll (90.). Neben dem klaren Sieg gab es beim FCI noch eine weitere gute Nachricht: Stürmer Patrick Görtler gab mehr als acht Monate nach seinem Kreuzbandriss sein Comeback. "Wir sind froh, dass er wieder da ist", sagte Trainer Käs.

DK


FC Ingolstadt II: Zech - Kampmann, Pintidis, Herm - Rausch (61. Benedix), Götzendörfer (75. Zirngast), Brunner - Kang, Senger (75. Karaogul) - Meikis (61. Gashi), Domislic (81. Görtler).
Tore: 1:0 Meikis (19.), 2:0 Senger (20.), 3:0 Domislic (34.), 4:0 Domislic (44.), 4:1 Karvar (63.), 5:1 Pintidis (71.), 6:1 Gashi (90.). - Schiedsrichter: Pfister (Oberbergkirchen). - Zuschauer: 9.

Julian Meier

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