Manching

Debatte um B 16-Ausbau geht weiter

Bauamt lehnt CSU-Vorstoß ab

27.04.2022 | Stand 01.05.2022, 3:34 Uhr
In der Sitzung des Gemeinderats Manching, liegt der Ausbau der B 16 im Fokus. Dabei geht es unter anderem auch um die Ortsumgehung von Unsernherrn. −Foto: oliver konze

Manching - Wenn der Gemeinderat Manching an diesem Donnerstag ab 18 Uhr im Sitzungssaal tagt, wird ein Thema die Sitzung beherrschen: der geplante Ausbau der Bundesstraße 16 von der Autobahn bis Neuburg.

Dabei wird der Marktrat nicht nur zu den Plänen des Staatlichen Bauamts Ingolstadt Stellung beziehen, sondern auch zur Ortsumgehung Unsernherrn, deren bevorzugte Variante weit auf Manchinger Flur reichen würde (wir berichteten). Auch über die Zulässigkeit der Bürgeranträge der Initiative "Lebenswertes Manching" (unter anderem ehrenamtlicher Radbeauftragter, Reaktivierung der Bahnhalte Manching-West und Oberstimm oder ein neues Verkehrsgutachten) soll abgestimmt werden.

Nur ein Vorschlag in Sachen B16 dürfte sich erledigt haben: der Antrag der Manchinger CSU, die in zwei Abschnitten vorgehen will. Wie berichtet, sollte zunächst ein Ausbau der Anschlussstelle A 9/B 16 zu einem vollen Kleeblatt den Verkehrsfluss verbessern. Dann plädiert der Ortsverband zwischen A 9 und B 13 für eine dreispurige Straße mit elektronischer Steuerung der Verkehrsströme: Zur Rush-Hour in der Früh zweispurig in Richtung Osten, abends zweispurig in Richtung Westen. Dies würde auch gut zur weiterführenden dreispurigen Trasse nach Neuburg passen. Sollte hier dennoch ein vierspuriger Ausbau nötig sein, plädiert der Ortsverband für diesen Abschnitt weitestgehend für eine Tieferlegung und Überdachung. Dies hätte die wenigsten negativen Einflüsse und würde die Ortsteile von Manching nicht mehr trennen.

Die Verwaltung des Marktes hat den Vorschlag der CSU aufgegriffen und ihn an das Staatliche Bauamt weitergeleitet. Rechtzeitig zur Sitzung ist die Antwort eingetroffen - und sie fällt negativ aus.

Wie Behördenleiter Stephan Blauth erläutert, sei das Schreiben mit der Unteren Verkehrsbehörde des Landratsamts Pfaffenhofen abgestimmt worden. lm aktuellen Bedarfsplan des Fernstraßenausbaugesetzes sei danach der Ausbau der B16 zwischen Neuburg und der A 9 im vordringlichen Bedarf enthalten. "Für den Abschnitt der B 16 zwischen der B 13 und der A 9 steht das Fernstraßenausbaugesetz einen vierstreifgen Ausbau als Planungsziel vor. Damit entspricht der angesprochene dreistreifige Ausbau der B 16 nicht dem gesetzlichen Planungsauftrag", so das Staatliche Bauamt in seinem Schreiben an den Markt. Eine dauerhaft betriebene, elektronische Steuerung der Verkehrsströme auf einer dreistreifig ausgebauten Straße mit z. B. zwei Fahrstreifen Richtung Osten am Morgen und Richtung Westen am Abend sei weder im technischen Regelwerk noch in der Straßenverkehrsordnung vorgesehen. "Daher scheidet die vorgeschlagene Ausbauvariante unter den gegebenen Randbedingungen aus. "

Wie mehrfach berichtet, soll die Bundesstraße 16 nach dem Bundesverkehrswegeplan 2030 zwischen der A 8 und A 9 durchgehend drei- beziehungsweise vierstreifig und weitgehend ortsdurchfahrtsfrei ausgebaut werden. Einige Teilabschnitte sind bereits fertiggestellt. Die Verkehrsbelastung ist hoch und liegt im besonders umstrittenen Abschnitt zwischen der Bundesstraße 13 und der A9 bei rund 20000 Fahrzeugen am Tag (Prognose 2030: 29000), wobei überdurchschnittlich viele Lkw unterwegs sind. Die Strecke bis Neuburg ist rund 24 Kilometer lang. Das Regelwerk für den Straßenausbau sieht dafür im besonders stark belasteten Abschnitt bei Manching einen Ausbau nach dem Standard RQ31 vor: eine vierstreifige Straßen mit einem Mittel- und zwei Standstreifen und einer Breite von 31 Meter. Der Rest soll vierstreifig mit 21 Metern ausgebaut werden, was Pfaffenhofens Landrat Albert Gürtner, OB Christian Scharpf und Manchings Bürgermeister Herbert Nerb generell fordern.

Mit Ausnahme der Wirtschaft aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und dem schwäbischen Raum sind nahezu alle Politiker sowie zahlreiche Initiativen gegen eine "Donautal-Autobahn" mit 31 Metern Breite. Die Gründe sind vielfältig: hohe Kosten, nicht mehr zeitgemäß, Flächenverbrauch, Zerschneidung der Landschaft, Umweltbelastung und Lärm. Ein vierspuriger Ausbau ohne Standstreifen würde wohl von vielen akzeptiert. Nicht wenige Betroffene fordern jedoch eine dreispurige Lösung - und stattdessen einen deutlichen Ausbau des Bahn- und Busnetzes.

DK

Bernhard Pehl

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