Stockheim

KJR-Jugendeinrichtungen feiern ihr 25-jähriges Bestehen mit neuem Wasserspielplatz

18.05.2022 | Stand 18.05.2022, 11:42 Uhr

Nach der Einweihung des Wasserspielplatzes wird dieser von den Kindern gleich in Beschlag genommen. Foto: Leykamm

Von Jürgen Leykamm

Stockheim – Kinder, wie die Zeit vergeht! Die Jugendeinrichtungen des Kreisjugendrings (KJR) Roth sind dem Jugendalter entwachsen. Eingewihnt im Jahr 1997, noch kurz vor der Jahrtausendwende, hat man jetzt schon das 25-jährige Bestehen gefeiert. Ein Jubiläumsgeschenk gab es gleich obendrein, denn bei dieser Gelegenheit wurde auch gleich ein Wasserspielplatz eingeweiht.

Eine durchaus schweißtreibende Angelegenheit: Denn mit einer Fahrradapparatur kann man dort das Wasser hochpumpen, so dass es sich anschließend über die einzelnen Bereiche ergießt. Pfarrer Carsten Fürstenberg bezeichnete in seiner Andacht die Einrichtungen als „einen heiligen Ort mit besonderer Aura“ – eben weil dort Menschen zu einander fänden. Er selbst komme immer sehr gerne mit seinen Konfirmanden hierher. Der Schöpfer sei „ein Gott des Miteinanders“, was sich schon in der Dreifaltigkeit ausdrücke. Er träume davon, dass hier einmal russische, ukrainische und deutsche Kinder zusammenkommen, um „Frieden zu üben,“ so der Seelsorger.

Landrat Herbert Eckstein (SPD) blickte auf die lange Geschichte des „Jubiläumskindes“ zurück. Der KJR hatte das Fränkische Seenland schon 1978 – und damit lange vor dessen Realisierung – als große Chance gesehen, um in Ufernähe ein Jugendgästehaus samt Zeltlagerplatz zu errichten. Als Grundstück fanden sich dank der Abtretung von Nutzungsrechten und der Flurbereinigung vier Hektar bei Stockheim. In der Folgezeit aber seien die Initiatoren oft „gegen Mauern gelaufen“, wie Eckstein bedauerte. Im Wirrwarr der Zuständigkeiten sei die Verantwortung oft weitergeschoben worden: „Eigentlich hätte man resignieren müssen.“ Er selbst machte dem Drama übrigens 1993 als damals neuer Landrat ein Ende: Mit einem Grundsatzbeschluss im Rother Kreistag zu alleiniger Trägerschaft des Landkreises.

Danach hieß es, die Ärmel hochzukrempeln: Mitglieder aus 45 dem KJR angeschlossenen Vereinen leisteten 6721 Stunden ehrenamtliche Arbeit, um das Projekt zu stemmen. Große Unterstützung erfreute man sich seitens der Feuerwehr Georgensgmünd. Alle zusammen sorgen bis heute durch ehrenamtliche Leistungen wie Streicharbeiten oder Außenanlagenpflege dafür, dass sich die jährlichen Unterhaltskosten des Kreises mit 5000 Euro auf niedrigem Niveau bewegen. „Die Jugend hat gezeigt, dass sie nicht nur fordert, sondern auch selbst mit anpackt“, lobte Ecksteins, der seinerzeit als Schlitzschlager unterwegs war.

Gerne erinnerte sich der Landrat an das Piratenschiff auf dem Spielplatz, das jedoch mittlerweile aus Sicherheitsgründen weichen musste. Nun ziert den gleichen Platz ein monumentaler Entdeckerturm mit „Anja-Völkl-Baum“ in der Mitte, den Eckstein in Anlehnung an die KJR-Geschäftsführerin so nennt. Ein Metallschiff erinnert an den Vorgängerbau. Seinen endgültigen Platz wird das Metallschiff einmal in luftiger Höhe über dem neuen, nun eingeweihten Wasserspielplatz finden. Auch als „Suhlplatz“ deklariert, mit der Chance, sich einmal richtig dreckig zu machen. Diese Chance nutzte – zumindest ansatzweise – Hans Jürgen Rohmer, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Mittelfranken-Süd. Mit 20000 Euro ist die Bank ein Großsponsor der Anlage.

Über diese Summe zeigte sich auch KJR-Vorsitzender Simon Volkert sehr dankbar. Neben solchen Fördermitteln lebe die Einrichtung aber vor allem vom „Herzblut und Engagement“ aller Beteiligten, war er sich mit Georgensgmünds Bürgermeister Ben Schwarz (SPD) einig. Es sei gelungen, „den Geist von Stockheim weiterzugeben.“ Dafür steht nun vor allem das neue Spielgerät, das sich nicht nur zum Wasserspiel, sondern auch zum Klettern einlädt. So erläuterten es die beiden Künstler Ulrich Hallmeyer (Spalt) und Hermann Drescher (Georgensgmünd).

Während die KJR-Vorstandsmitglieder daraufhin kräftig in die Pedale traten, um für einen kräftigen Wasserfluss zu sorgen, schickte der Vorsitzende Simon Volkert schon einmal ein paar Enten auf die Reise. Das Wasser entstammt hier übrigens nicht wie ursprünglich geplant aus dem Igelsbachsee, was aus hygienischen Gründen nicht genehmigt wurde. Stattdessen kommt zwar Trinkwasser zum Einsatz, doch wird dieses nach seinem Einsatz über eine Sammelzisterne als Brauchwasser beispielsweise für die Toilettenspülung genutzt.

HK

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