Burgheim

Bis zu eine Million Euro Neuverschuldung

Gemeinderat Burgheim verabschiedet den Haushalt für 2015 – Pro-Kopf-Verschuldung unter dem Landesdurchschnitt

20.05.2015 | Stand 02.12.2020, 21:16 Uhr

Burgheim (DK) 9,77 Millionen Euro will die Gemeinde Burgheim in diesem Jahr in ihrem Haushalt bewerkstelligen. Dies entspricht einem Zuwachs von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr, praktisch komplett auf der Seite des Vermögenshaushalts – sprich den tatsächlichen Investitionen.

Der Verwaltungshaushalt bleibt nahezu unverändert bei 6,2 Millionen Euro, wobei Burgheim kein Kommunalunternehmen hat, der Bauhof mit allein siebenstelligen Ausgaben voll im gemeindlichen Haushalt durchschlägt. Die Maßnahmen in dem um über ein Drittel gegenüber 2014 zulegenden Vermögenshaushalt lassen sich nur durch eine kräftige Rücklagen-Entnahme (800 000 Euro) und bis zu einer Million Neuverschuldung stemmen. Die Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt beläuft sich auf lediglich 200 000 Euro.

Etwas vorsichtiger wurden diesmal die Einnahmen aus der Gewerbesteuer angesetzt. Bereits fürs nächste Jahr aber geht die Gemeinde davon aus, dass die Gewerbesteuer mindestens auf Höhe des Anteils an der Einkommenssteuer mit rund 1,9 Millionen Euro liegen wird. Einen kräftigen Sprung, in dieser Höhe freilich wohl nur einmalig, machen heuer die Schlüsselzuweisungen, die sich mit diesmal 724 000 Euro gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppeln. 1,33 Millionen Euro kommen vom Land als ERP-Sondervermögen (European Recovery Program), mehrheitlich für Aufgaben im Vermögenshaushalt, der sich damit im Wesentlichen aus den drei Quellen Kreditaufnahme, Rücklagenentnahme und Mitteln des Freistaates speist. Aufgrund der zuletzt rückläufigen Einnahmeentwicklung muss der Markt diesmal fast 200 000 Euro weniger und jetzt noch 1,85 Millionen Euro als Kreisumlage überweisen.

Die endgültige Höhe der Neuverschuldung orientiert sich daran, was tatsächlich an Projekten realisiert werden kann. Selbst bei Ausschöpfung des vollen Kreditrahmens läge die Pro-Kopf-Verschuldung Burgheims bei lediglich 337 Euro und damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Entscheidender Kostenfaktor werden dabei die Städtebaufördermaßnahmen in Straß sein. Wie weit kommt man in diesem Jahr? Nach Architektenwettbewerb im Vorjahr und der Ausschreibungsrunde im März drohten die Kosten aus dem Ruder zu laufen. Die Gemeinde zog die Reißleine. Jetzt wird neu ausgeschrieben, der Baubeginn verschiebt sich damit auf jeden Fall bis in den Spätherbst. Wie viel der im Haushalt angesetzten Million heuer noch zum Tragen kommt, muss sich zeigen. Im Abwasserbereich kommen in den nächsten Jahren auf die Marktgemeinde Investitionen in mehrfacher Millionenhöhe zu. Dies wird insbesondere für den Anschluss der Ortskläranlagen von Leidling, Wengen mit Eschling, Kunding, Dezenacker und Längloh sowie Illdorf als auch der Sanierung der Kanalnetze wie der Kläranlage in Burgheim selbst der Fall sein. Allein die Kanaluntersuchungen in diesem Jahr sind schon mal mit 200 000 Euro veranschlagt. Die 2013 erstmals wirksam gewordene Gebühren-Anpassung stößt damit schon wieder an ihre Grenzen.

Die Erschließung weiterer Bau- und Gewerbegebiete gestaltet sich gegenwärtig schwierig. Für 765 000 Euro aber will die Gemeinde wieder neue Grundstücke erwerben. Im Gegenzug werden aber auch 570 000 Euro aus Grundstücks-Veräußerungen erwartet. Rund 100 000 Euro sind für das laufende Jahr an Erschließungsbeiträgen einschließlich neuer Kanalanschlüsse veranschlagt. Insgesamt fließen rund 800 000 Euro in Straßenbau- und Erschließungsmaßnahmen.

Das Schulwesen samt der Schülerbeförderung schlägt mit annähernd 490 000 Euro zu Buche. Kindergarten und Kinderkrippe mit gemeindlichen Aufwendungen von rund 800 000 Euro erreichen einen Deckungsgrad von kaum mehr der Hälfte.

In den Ausbau der Breitbandverkabelung fließen 2015 weitere 500 000 Euro; knapp die Hälfte gibt’s dazu als Förderung. Bis spätestens 2017 will man durch sein. Wichtige Entscheidungen dazu fällte der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag. Sowohl ins Gewerbegebiet als auch in den Rainer Weg kommen Glasfaserkabel.

Die Feuerwehr soll ein neues Fahrzeug bekommen, 160 000 Euro sind im gemeindlichen Haushalt dafür vorgesehen. 50 000 Euro sind wieder für die Absiedlung von Moos von der Gemeinde aufzubringen. Der Ausbau des Badeweihers „Sportsee Nr. 5“ soll vorangetrieben werden.

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