Eichstätt

Ein Journalist aus Leidenschaft

Der langjährige Chefredakteur der Kirchenzeitung ist am Dienstag im Alter von 91 Jahren gestorben

26.09.2017 | Stand 02.12.2020, 17:26 Uhr
Hermann J. Kreitmeir an seinem 90. Geburtstag im vergangenen Jahr, links sein Sohn Michael. −Foto: Redl

Eichstätt (EK) Glaubwürdigkeit, Korrektheit und Respekt vor den Menschen waren für Hermann Josef Kreitmeir Gebote bei der journalistischen Arbeit. Dafür hat er sich im Wächtergremium „Deutscher Presserat“ stets eingesetzt. Der langjährige Chefredakteur der Eichstätter Kirchenzeitung sowie Pionier und Lehrer in der Katholischen Erwachsenenbildung ist am Dienstag in Eichstätt gestorben.

Er wurde 91 Jahre alt.

 

Kreitmeir wurde am 8. August 1926 in Schongau geboren, ging in München und Ingolstadt aufs Gymnasium, wurde als Luftwaffenhelfer eingezogen und geriet in Kriegsgefangenschaft. Nach dem Abitur studierte er Philosophie und Rechtwissenschaften in Eichstätt, München und Mainz. Seinen beruflichen Weg als „Journalist aus Leidenschaft“ begann er mit einem Zeitungsvolontariat. Zugleich engagierte er sich in der katholischen Bildungs- und Verbandsarbeit und war Gründungsmitglied des Familienbundes der Deutschen Katholiken. Der Verstorbene hat zahlreiche Institutionen in der Diözese Eichstätt geprägt. Gespräche mit dem gut gelaunten und freundlichen „H. J. K.“ waren stets ermunternd und aufbauend. Immerhin war er Träger des Ordens „humoris causa“ der Funkenartillerie Hannover-Döhren.

1952 begann Hermann Josef Kreitmeir seinen Dienst im Seelsorgeamt Eichstätt unter dem damaligen Bischof Alois Brems. In der Verbandsarbeit brachte er sich auch auf Landes- und Bundesebene ein, von 1967 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1992 leitete Kreitmeir als Chefredakteur den „Willibaldsboten“, die heutige Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt.

Der deutschlandweit anerkannte Publizist übernahm wichtige Aufgaben, um der Kirche Gehör zu verschaffen: Von 1967 bis 1974 war er Mitglied des Rundfunkrats, insgesamt 30-mal sprach er im Ersten Deutschen Fernsehen das „Wort zum Sonntag“. Während der Synode der deutschen Bistümer war er von 1971 bis 1975 Mitglied der Gesamtredaktion der Kirchenpresse und einer der täglichen Kommentatoren für den Bayerischen Rundfunk. 1982 übernahm er die Moderation des „Familienjournals“ des Bayerischen Fernsehens. Dem Deutschen Presserat gehörte Kreitmeir von 1982 bis 1992 an und war 1988 und 1989 dessen Sprecher. „Mir ist es ein Anliegen, den Schutz der Intimsphäre auch des kleinen Mannes zu stärken“, hatte er einmal gesagt. Verschiedene weitere Tätigkeiten bei Medien, wie etwa Mitglied im Aufsichtsrat von „Weltbild“, „Frau im Leben“, „Zenit“ und „Mann in der Kirche“ sind noch zu erwähnen.

Hermann Josef Kreitmeir lebte in einer großen Familie, die fest zusammenhält. Er und seine Frau Maria – sie ist vor zehn Jahren gestorben – zogen zwölf Kinder groß, von denen noch elf am Leben sind. Diese trauern um den Vater, ebenso die 18 Enkel und zwei Urenkelkinder.

Der Termin für die Beisetzung steht aktuell noch nicht fest.

| Josef Ettle

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