Mörnsheim

Fleißige Bastler in der Klangwerkstatt

Mehrtägiger Instrumentenbaukurs im Haus des Gastes begeistert Teilnehmer jeden Alters

07.11.2017 | Stand 02.12.2020, 17:15 Uhr

Voll konzentriert: Reinhard Leben aus Dortmund. - Foto: Mayer

Mörnsheim (max) Eine himmlische, fast selige Arbeitsruhe lag in der Luft, als man am vergangenen Wochenende das Haus des Gastes in Mörnsheim betrat. Dort, wo örtliche Kulturveranstaltungen, Vereinsversammlungen oder auch mal Hochzeiten stattfinden, hatten sich zwölf Teilnehmer eines Kurses der Klangwerkstatt niedergelassen, um in einem dreieinhalbtägigen Instrumentenbauseminar unter fachkundiger Anleitung von Eva Füger selbst ein hochwertiges Instrument zu bauen.

"Wir wollen mit der Klangwerkstatt das gemeinsame Musizieren fördern und die Musik wieder in die Familien und in die Gasthäuser bringen", erklärte Eva Füger. Organisiert wurde der Kurs von Eva Maria Kirschner, die in Dollnstein als Musikpädagogin tätig ist und als Ansprechpartnerin vor Ort fungierte.

Die Klangwerkstatt, die ihren Sitz in Markt Wald im Unterallgäu hat, hat eine lange Geschichte. Die Gründung geht auf den Arzt und Psychotherapeuten Christoph Löcherbach zurück, der in den 1970er-Jahren damit begann, neben seinem Arztberuf Instrumente zu bauen und über diesen Weg Zugang zum Musizieren finden konnte.

Seitdem hat sich die Klangwerkstatt den Bau historischer Saiteninstrumente, besonders Harfen, zur Aufgabe gemacht. Neben dem Neubau von Instrumenten in der Werkstatt werden seit vielen Jahren auch Kurse durchgeführt.

Handwerkliche Erfahrung ist nützlich, aber nicht unbedingt erforderlich. Malte Ewald, Ingenieur aus Regensburg, war froh, dass er sich endlich wieder handwerklich betätigen durfte. "Man ist ja sonst so vergeistigt. Hier sieht man am Abend wenigstens die Arbeit", meinte er.

Aus dem nördlichen Ruhrgebiet, genauer aus Waltrop bei Dortmund, war Reinhard Leben angereist und baute die Memling Fiedel, ein geigenähnliches Instrument. Leben kennt das Altmühltal vom Bootwandern.

"Ich wollte schon immer eine Harfe haben, denn sie hat so einen wunderbaren Klang", erklärte Monika Rebele aus Ingolstadt. Auch Michael Schlagenhaufer kam von der Schanz zum Kurs. Er habe zwar schon eine Harfe zu Hause, "aber diese Harfe hier, die ich gerade baue, klingt natürlich viel schöner". Der siebenjährige Quirin aus Ried bei Dollnstein machte sich zusammen mit seiner Mutter an einer "Kleinen Bassgeige" zu schaffen - voller Zuversicht, das Instrument auch bald spielen zu können.

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