München

Wolfgang Hatz bleibt hinter Gittern

Ex-Porsche-Vorstand scheitert mit Beschwerde gegen Untersuchungshaft wegen Abgas-Affäre

16.11.2017 | Stand 02.12.2020, 17:12 Uhr

München (DK) Es sieht schlecht aus für Wolfgang Hatz.

Der ehemalige Audi-Motorenentwickler und Porsche-Entwicklungsvorstand bleibt in Untersuchungshaft. Dies bestätigten gestern ein Sprecher des Landgerichts München I und die Staatsanwaltschaft. Das Gericht habe "den dringenden Tatverdacht" gegen Hatz sowie auch "die Haftgründe bestätigt" und eine Haftbeschwerde des Ex-Automanagers am vergangenen Freitag abgewiesen. Hatz war wegen Betrugsverdachts im Zusammenhang mit der VW-Abgas-Affäre am 28. September in Untersuchungshaft genommen worden; als Gründe gelten hier Verdunkelungs- sowie Fluchtgefahr.

Nicht bestätigen wollte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II hingegen einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung", wonach Hatz für die Aussetzung des Vollzugs des gegen ihn ergangenen Haftbefehls drei Millionen Euro Kaution angeboten habe. Demnach soll er auch dazu bereit gewesen sein, seine Ausweise abzugeben, das Land nicht zu verlassen und sich regelmäßig bei der Polizei zu melden. Auch dies wollte die Sprecherin der Ermittlungsbehörde nicht bestätigen.

Hatz bleibt noch die Möglichkeit, gegen die Entscheidung des Landgerichts München I Beschwerde beim Oberlandesgericht München einzureichen. Dies aber war laut Staatsanwaltschaft bis gestern nicht geschehen. Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass Hatz - von 2006 bis 2007 Chef der Aggregateentwicklung von Audi - in die Abgas-Affäre verwickelt ist. Konkret geht es dabei laut Münchner Justiz um den Verdacht, dass in den USA in 80 000 Fahrzeuge mit dem von der VW-Tochter entwickelten 3,0-Liter-TDI-Sechszylindermotor "technische Vorrichtungen zur Manipulation von Abgas-Werten eingebaut wurden". Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb "gegen Unbekannt wegen Betrugsverdachts und der strafbaren Werbung". Mitte März war daher unter anderem die Audi-Zentrale in Ingolstadt durchsucht worden - gleichzeitig zur Bilanzpressekonferenz. Hatz' Anwälte weisen die Anschuldigungen zurück.

Schwer belastet wird Hatz aber offenbar durch Aussagen des Ex-Audi-Ingenieurs Giovanni P., der im Zusammenhang mit der Abgas-Affäre im Juli in Untersuchungshaft genommen worden war. Der frühere Manager hatte inzwischen mit seiner Haftbeschwerde beim OLG Erfolg, sitzt aber weiter hinter Gittern. Denn gegen den 60-Jährigen läuft ein Auslieferungsersuchen der US-Justiz. Darüber könnte nächste Woche entschieden werden.

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