Neuburg

24 Nationen feiern ein tolles Fest

Etwa 5000 Besucher ließen sich bei Multi-Kulti von den Darbietungen aus fünf Kontinenten unterhalten

13.05.2018 | Stand 02.12.2020, 16:25 Uhr
Andrea Hammerl

Neuburg (DK) Dass Neuburg international und bunt ist, wie OB Bernhard Gmehling auf dem Multi-Kulti-Bürgerfest im Ostend betonte, war deutlich sichtbar am Samstagnachmittag und -abend. 28 Standbetreiber aus 24 Nationen und von fünf Kontinenten verwandelten den Volksfestplatz in ein buntes Straßenfest.

Zum 20. Mal feierte der größte Neuburger Stadtteil mit zahlreichen kulturellen Beiträgen aus diversen Nationen, mit Tanz und Musik, Bogenschießen, Schach, Hüpfburg, Haare flechten, Kinderspielplatz und Kinderstation, Mini-Go-Kart und einem riesigen Planschbecken unter dem Motto "Schick sie baden", wo die Gaudi der Zuschauer mindestens so groß war wie die Abkühlung der Wasserwachtler, die von zielsicheren Kindern per Tennisballtreffer ins Wasser katapultiert wurden.

"Ein Fest von Bürgern für Bürger und ein leuchtendes Beispiel für funktionierende Integration und ein echtes Miteinander", lobte Gmehling und erinnerte daran, dass das Fest schon einmal mit dem Integrationspreis der Regierung von Oberbayern ausgezeichnet worden ist.

Groß war natürlich auch wieder die kulinarische Vielfalt. Ein Lächeln umspielte Jürgen Stickels Lippen, als sich der Stadtteilmanager an die Anfänge erinnerte. "Wir hatten damals beim ersten Fest nur ein einziges Zelt, maximal 20 mal zehn Meter groß, und vielleicht vier Stände", erzählte er. Dafür gab es einen Ökumenischen Gottesdienst und auch Imame waren beteiligt. Mittlerweile hat das Fest keinen religiösen Anstrich mehr, höchstens als Standbetreiber sind die Kirchen dabei. Das Rahmenprogramm hat sich enorm gesteigert über die Jahre.

Nicht nur vor oder auf der Bühne, sondern auch an den Ständen wurde getanzt und natürlich viel gelacht. Immer wieder richteten sich die Blicke auf die meist farbenprächtigen traditionellen Gewänder aus aller Herren Länder, von Albanien über Äthiopien, Bayern, Bosnien, Brasilien, Dominikanische Republik, Frankreich, Griechenland, Italien, Kosovo, Kurdistan, Marokko, Mexiko, Niederlande, Nigeria, Peru, Portugal, Russland, Syrien, Thailand, Türkei, Ungarn, USA und Vietnam. Wobei natürlich nicht alle Nationen in nationalem Gewand glänzten. Lederhosen und Dirndl beispielsweise waren definitiv Mangelware, wenn überhaupt vorhanden. "Am authentischsten sind die Türken", fand ein älterer Besucher. Lederhosen und Dirndl vermisste er nicht. "Die gehören nicht hierher", meinte er, "die gibt es ja sonst überall, das hier ist Multikulti". Wozu Bayern offenbar zumindest aus seiner Sicht nicht gehört.

Den Auftakt auf der Bühne machten die Clowns "Herznasen" um Sepp und Kerstin Egerer, gefolgt von der gut 40-köpfigen Sommertanzgruppe der Burgfunken, Fame Step. Es folgten albanische, peruanische, syrische, kurdische, äthiopische und griechische Folklore, weitere Höhepunkte waren vietnamesische Kampfkunst und Taiko-Trommeln. Eine bombastische, gut halbstündige Feuershow zeigten 24 Jugendliche des Traumtheaters unter Leitung von Tanja Kolb - 14 auf und zehn hinter der Bühne, ehe das Fest am Multi-Kulti-Lagerfeuer gemütlich ausklang.

Etwa 5000 Besucher dürften es über den Tag hinweg gewesen sein, schätzten die Organisatoren, die Stadtteilmanager Jürgen Stickel und Marek Hajduczek, die das Fest mit ihrem international besetzten Planungsteam vorbereitet hatten. "Ein tolles Fest, super Wetter, mehr Stände, mehr Teilnehmer, viele junge Leute", bilanzierte Stickel.

Andrea Hammerl

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